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Metalltechnische Industrie: Angebot für KV-Erhöhungen ist ausgewogen, gefordert sind ernsthafte Gespräche

Warnstreiks unbegründet und kontraproduktiv 

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© Envato

Christian Knill, Obmann des Fachverbands Metalltechnische Industrie (FMTI), hält zu den laufenden KV-Verhandlungen fest: "Wir haben zuletzt ein sehr solides Angebot vorgelegt mit einer Erhöhung der KV- und IST-Löhne und Gehälter um 2,75 %, dazu eine überproportionale Erhöhung der Lehrlingsentgelte sowie eine deutliche Erhöhung der Schichtzulagen. Das Gesamtpaket entspricht, über alle Betriebe des FMTI gerechnet, einer durchschnittlichen Erhöhung von 3,2 %. Die angebotene Lohn- und Gehaltserhöhung liegt somit deutlich über der zugrundeliegenden Inflationsrate und gibt einen großen Teil des Produktivitätszuwachses weiter. Das ist mehr als fair.“ 

Valide Daten statt Populismus

Die Metalltechnische Industrie ist für einen Abschluss bereit und setzt weiterhin auf valide Daten statt Populismus: 

Eine zentrale Grundlage von KV-Verhandlungen bildet die durchschnittliche Inflationsrate der letzten 12 Monate, diese liegt bei 1,9 % – das haben die Gewerkschaften zu Verhandlungsbeginn auch als Grundlage festgehalten.

Eine geschätzte aktuelle Monatsinflation als Argument und Grundlage für Forderungen zu verwenden, ist unseriös und absurd. Nach dieser Logik wären jeden Monat neue KV-Verhandlungen nötig, zumal sich auch die Prognosen laufend ändern.

Der Kollektivvertrag gilt als Mindeststandard für alle Betriebe einer Branche und hat daher deren wirtschaftliche Leistungsfähigkeit zu berücksichtigen. Deshalb ist es wichtig, seriöse Daten heranzuziehen. Auf dieser Basis sind die von den Gewerkschaften geforderten 4,5 % Erhöhungen unrealistisch und wären ein großer Schaden für den Standort.

"Die Warnstreiks sind das falsche Instrument, da so wichtige Verhandlungen ernsthaft und am Verhandlungstisch geführt werden sollten, dafür stehen wir auch zur Verfügung. Die Warnstreiks finden zum falschen Zeitpunkt statt, denn mitten in der anschwellende Corona-Welle ist das einfach nicht verantwortungsvoll. Und die Warnstreiks sind unbegründet, da die monatliche Inflation keine seriöse Grundlage für KV-Verhandlungen ist. Wir werden uns davon aber nicht irritieren lassen und weiterhin im Sinne der Unternehmen und der Beschäftigten auf einen vernünftigen und fairen Abschluss hinarbeiten“, so Christian Knill abschließend.

Hintergrund-Informationen

KV-Grundlagen: Wirtschaftliche Eckdaten in der MTI

Die Metalltechnischen Industrie gehört zu den bestzahlenden Branchen, das monatliche Durchschnittsgehalt beträgt 4.447 Euro, der Durchschnittslohn liegt bei 3.125 Euro. Die realen Löhne und Gehälter in der Branche liegen im Schnitt zwischen 11 % und 28 % über KV.

Im Jahr 2020 verzeichnete die Metalltechnische Industrie einen Rückgang in der Produktion von 10,6 %, das entspricht einem Produktionswert von rund 3,6 Milliarden Euro. Die Zahl der Beschäftigten verringerte sich weniger stark um rund 2 %. In den ersten fünf Monaten 2021 liegt die Produktion um rund 21 % im Plus, nach einem Minus von 18 % im Vergleichszeitraum 2020 ist das statistisch gesehen ein Ausgleich und in erster Linie durch Nachholeffekte begründet.

Laut einer aktuellen Umfrage unter den Mitgliedsbetrieben der Metalltechnischen Industrie rechnen diese für 2021 im Schnitt mit einem Wachstum von rund 9,3 %. Damit wäre noch immer nicht das Niveau von 2019, dem Jahr vor Beginn der Corona-Krise, erreicht. Gleichzeitig beurteilen 45 % der Betriebe ihre Margensituation als aktuell schwächer als im Durchschnitt der Vorkrisenjahre. Der Grund dafür liegt vor allem im schwierigen internationalen Marktumfeld. Die Rohstoffpreise, etwa für Stahl, sind in den letzten Monaten explodiert und viele Vormaterialien am Weltmarkt nur schwer und mit großen Verzögerungen lieferbar.

Mehr als 85 % der Betriebe sind Familienbetriebe und mittelständisch strukturiert. Entsprechend heterogen ist auch ihre wirtschaftliche Entwicklung.

Österreichs Gesamtwirtschaft verzeichnete 2020 einen historischen Einbruch beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 6,7 Prozent. Für 2021 erwarten die Wirtschaftsforscher ein Wachstum von rund 4,4 %, der Einbruch ist somit noch nicht aufgeholt. Die Inflation lag in den zurückliegenden 12 Monaten bei durchschnittlich 1,9 %.

Ein vernünftiger KV-Abschluss muss die wirtschaftlichen Gegebenheiten widerspiegeln. Der Kollektivvertrag legt grundsätzlich einen Mindeststandard fest, der die Heterogenität der Betriebe zu berücksichtigen hat. Daher sind nicht die erfolgreichsten Betriebe als Maßstab zu nehmen, sondern alle Betriebe der Branche mit ihren sehr unterschiedlichen Voraussetzungen und Herausforderungen.

Über die Metalltechnische Industrie

Die Metalltechnische Industrie ist Österreichs stärkste Branche. Über 1.200 Unternehmen aus den Industriezweigen Maschinenbau, Anlagenbau, Stahlbau, Metallwaren und Gießerei bilden das Rückgrat der heimischen Industrie. Die exportorientierte Branche ist mittelständisch strukturiert, besteht zu mehr als 85 % aus Familienbetrieben und ist für ein Viertel aller österreichischen Exporte verantwortlich. Zahlreiche Betriebe sind Weltmarktführer und „Hidden Champions“.

Die Metalltechnische Industrie beschäftigt direkt mehr als 134.000 Menschen, davon über 7.100 Lehrlinge, und sichert damit indirekt an die 250.000 Arbeitsplätze in Österreich. Sie erwirtschaftete 2020 einen Produktionswert von rund 36 Milliarden Euro. Der Fachverband Metalltechnische Industrie, ein Zusammenschluss der ehemaligen Fachverbände Maschinen- und Metallwarenindustrie sowie Gießereiindustrie, zählt zu den größten Wirtschafts- und Arbeitgeberverbänden Österreichs und ist eine eigenständige Organisation im Rahmen der Wirtschaftskammer Österreich.

Weitere Informationen:
www.metalltechnischeindustrie.at

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