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Metallpreissteigerungen bremsen Industrieerholung

Betriebe der Metalltechnischen Industrie unter Mehrfachdruck: steigende Metallpreise, mangelndes Angebot, globale Lieferkettenprobleme

Metallfunken
© WKÖ

Eine aktuelle Kurzumfrage unter den Unternehmen der Metalltechnischen Industrie zeigt, dass die Entwicklungen bei den Metallpreisen die erhoffte rasche Erholung gefährden. Die Betriebe erwarten für heuer eine Steigerung der Produktion, die den massiven Rückgang im Corona-Jahr 2020 beinahe ausgleichen könnte. Allerdings bremsen die Verwerfungen am Stahlmarkt und bei den NE-Metallen die an sich positive Entwicklung. Christian Knill, Obmann des Fachverbands Metalltechnische Industrie: "Unsere Betriebe stecken derzeit in einer Doppelmühle: Auf der einen Seite sehen wir eine steigende Nachfrage nach unseren Industrieprodukten, das Wachstum zieht also an. Auf der anderen Seite fehlt es an allen Ecken und Enden an Vormaterialien. Die Preise für Industriemetalle sind enorm gestiegen und die Nachfrage übersteigt bei weitem das Angebot. Ebenso massiv gestiegen sind die internationalen Frachtkosten, verursacht durch mangelnde Kapazitäten am Containermarkt. Diese Faktoren wirken mehrfach negativ auf die Geschäftsentwicklung unserer Betriebe."

Auftragssituation positiv, Metallpreise deutlich zu hoch

Laut der Umfrage des Fachverbands Metalltechnische Industrie unter rund 180 Mitgliedsbetrieben sind Preise und Verfügbarkeiten von Vormaterialien die zentralen Herausforderungen. 63 % der befragten Unternehmen sehen das Thema Verfügbarkeit und Lieferzeiten bei Vormaterialien als drängendstes Problem und rund 52 % nennen steigende Vormaterialpreise als große Herausforderung. Die aktuelle Auftragssituation ist hingegen nur für rund ein Viertel der Befragten problematisch. Die Unternehmen berichten im Schnitt von Stahlpreissteigerungen von über 25 %. Bei einem Stahlanteil von durchschnittlich 22 % am Gesamtumsatz sind diese Preissteigerungen außerordentlich hohe Belastungen. Bei den Nicht-Eisen Metallen, wie etwa Aluminium oder Kupfer, berichten die Unternehmen von durchschnittlichen Preissteigerungen von knapp 20 %. In Summe wird dieser Preissprung 2021 für die Unternehmen der Metalltechnischen Industrie Mehrkosten bei den Vormaterialien von rund 2,8 Milliarden Euro verursachen.

Für 70 % der Unternehmen ist nicht nur das Preisthema relevant, sondern auch die mangelnde Verfügbarkeit der Metalle. Dies dürfte darin begründet liegen, dass während der Krise die Kapazitäten der globalen Metallproduktion reduziert wurden und das Angebot die steigende Nachfrage in der Folge nicht decken konnte. Die hohe Nachfrage nach Industriemetallen in China verschärft die Situation zusätzlich. Rund 45 % der befragten Unternehmen glauben, dass sich diese Situation weiter verschärfen wird, 30 % erwarten eine gleichbleibend schwierige Entwicklung.

Der Stahlpreisindex der Statistik Austria stieg in den Monaten November 2020 bis März 2021 um 30,9 %. Die Steigerungen betreffen fast alle Stahlsorten, vor allem Stahlbleche und Laserzuschnitte für den Stahl- und Maschinenbau. Der europäische Index für Stahlschrott - ein wichtiges Vorprodukt für die Stahlerzeugung und Frühindikator für die Stahlpreisentwicklung - ist seit November um knapp 50 % gestiegen.

Christian Knill: "Es braucht nun von mehreren Seiten Reaktionen: Erstens müssen die Stahlhersteller in Europa ihre Kapazitäten rascher erweitern. Zweitens ist die Europäische Union aufgefordert, Handelshemmnisse beim Import von Metallen zu verringern - das ist auch ein großes Anliegen von Orgalim, dem europäischen Dachverband der Technologieindustrien. Und drittens muss die österreichische Bundesregierung die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Industrieunternehmen stärken. Das angekündigte Comeback-Paket inklusive Steuersenkungen für Unternehmen ist dafür ein wichtiger erster Baustein."

Über die Metalltechnische Industrie

Die Metalltechnische Industrie ist Österreichs stärkste Branche. Über 1.200 Unternehmen aus den Industriezweigen Maschinenbau, Anlagenbau, Stahlbau, Metallwaren und Gießerei bilden das Rückgrat der heimischen Industrie. Die exportorientierte Branche ist mittelständisch strukturiert, besteht zu mehr als 85 % aus Familienbetrieben und ist für ein Viertel aller österreichischen Exporte verantwortlich. Zahlreiche Betriebe sind Weltmarktführer und "Hidden Champions".

Die Metalltechnische Industrie beschäftigt direkt mehr als 134.000 Menschen und sichert damit indirekt an die 250.000 Arbeitsplätze in Österreich. Sie erwirtschaftete 2020 einen Produktionswert von rund 36 Milliarden Euro. Der Fachverband Metalltechnische Industrie, ein Zusammenschluss der ehemaligen Fachverbände Maschinen- und Metallwarenindustrie sowie Gießereiindustrie, zählt zu den größten Wirtschafts- und Arbeitgeberverbänden Österreichs und ist eine eigenständige Organisation im Rahmen der Wirtschaftskammer Österreich.


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