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Medizinproduktehandel: Corona-Selbsttests für Private bieten oft nur trügerische Sicherheit

WKÖ-Branchensprecher Alexander Hayn warnt vor Schnell-Selbsttestungen und besonders günstigen gefälschten Corona-Tests

Chemie/Pipette
© WKÖ/DMC

Im Vorfeld der Urlaubssaison in diesem außergewöhnlichen Jahr 2020 rückt das Thema „Corona-Selbsttestung von Privatpersonen“ vermehrt in den Fokus. „Bei Viren wie Covid-19 geht es um Leib und Leben, um die eigene, aber auch die Gesundheit anderer. Da diese Art von Corona-Tests zur Eigenanwendung durch Laien bestimmt sind, sind gute Leistung und hohe Präzision der Produkte besonders wichtig. Unpräzise Selbsttests und Fake-Produkte bieten nur trügerische Sicherheit“, sagt Alexander Hayn, Obmann des Bundesgremiums Medizinproduktehandel in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). Und er warnt vor besonders günstig angebotenen Corona-Tests und generell vor Schnell-Selbsttestungen: „Es besteht die berechtigte Befürchtung, dass – analog zu anderen Produkten zum Schutz vor Corona – auch unsichere, da nicht geprüfte Selbsttests in Österreich zum Kauf angeboten werden.“

„Tatsache ist: Covid-19-Tests sind eindeutig Medizinprodukte. Diese dürfen in Österreich nur von befugten Medizinproduktehändlern verkauft werden“, hebt Hayn hervor. Sie stehen dafür, dass hierzulande nur geprüfte und zur Verwendung zugelassene Produkte verkauft werden.

Verordnung des Gesundheitsministeriums ist überfällig

„Eine entsprechende Verordnung des Gesundheitsministeriums ist überfällig. Darin soll die Abgabe von Corona-Tests zur Eigenanwendung zumindest zeitlich befristet während der Covid-19 Pandemie untersagt werden“, betont der Branchensprecher. Damit wäre Österreich nicht alleine: Von zahlreichen nationalen Behörden in EU-Mitgliedstaaten wird die Verwendung von Covid-19-Selbsttests wird nicht befürwortet bzw. wird davor gewarnt (etwa in Finnland, Schweden, Irland und Deutschland), in manchen Ländern wie etwa in Belgien ist die Bereitstellung, die Inbetriebnahme und die Verwendung von Antikörper-Schnelltests sogar untersagt. 

Grundsätzlich gibt Alexander Hayn zu bedenken: „Die Ergebnisse von Covid-19-Tests sollten unbedingt mit einer Ärztin oder einem Arzt besprochen werden. Denn für die korrekte Interpretation von Testergebnissen ist medizinisches Fachwissen erforderlich bzw. ist die Meldung der Daten durch die Ärzte an die Behörde wichtig, um die epidemiologischen Bewegungen zu überwachen.“ (PWK250/JHR)

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