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Medikamentenkosten erneut deutlich unter Prognosen der Krankenkassen 

Pharmaindustrie fordert Kassenreform, die auf Effizienzpotentiale abzielt

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Mit einer Steigerung von 2,5 Prozent waren die Medikamente der Posten in der Gebarung der Krankenkassen, der 2016 am wenigsten gestiegen ist. Vor einem Jahr kalkulierte der Hauptverband im Voranschlag mit einem Zuwachs um 4,1 Prozent.

Sylvia Hofinger, Geschäftsführerin des Fachverbandes der Chemischen Industrie Österreichs, sieht sich durch die aktualisierten Voranschläge der Krankenkassen in der Annahme bestätigt, dass der Hauptverband die Arzneimittel in seinen Voranschlägen gerne als Kostentreiber im Gesundheitssystem propagiert,  die endgültigen Zahlen aber dann die völlig überzogenen Schätzungen offenlegen. „Wir gehen auch heuer davon aus, dass die Steigerungen bei den Medikamentenkosten deutlich unter den Prognosen des Hauptverbandes liegen werden. Die ASVG-Novelle, die ab Herbst zum Tragen kommt, sieht deutliche Einschnitte für die Pharmafirmen vor. Dies wird sich auch im Budget der Krankenkassen niederschlagen.“

Die 125 Millionen Euro an Solidarbeiträgen, die die Pharmaunternehmen 2016 geleistet haben, ziehen die Krankenkassen für ihre Berechnungen nicht von den Arzneimittelkosten ab, sondern verbuchen diese  - ebenso wie individuelle Rabatte - unter sonstige Einnahmen. Anderenfalls würde die Position „Medikamente“ in der Gebarung von 2016 sogar einen Rückgang von -2 Prozent aufweisen.

Auf der anderen Seite fehlen einige Posten wie etwa Abschreibungen in der Berechnung des Verwaltungsaufwands. Außerdem werden eine Reihe von weiteren Kostenpositionen unter dem Punkt «sonstige betriebliche Aufwendungen» erfasst, anstatt wie in Deutschland und in der Schweiz in den Verwaltungsausgaben einberechnet zu werden. Trotz dieser undurchsichtigen Berechnungsmethoden stiegen die Kosten für die Verwaltung im vergangenen Jahr mit 4,7 Prozent deutlich mehr als die Medikamentenpreise. „Mit der intransparenten Kalkulation beschönigt der Hauptverband sein Ergebnis. Es ist an der Zeit, dass die Sozialversicherungen ihre politischen Zahlenspiele beenden, denn damit werden Impulse gesetzt, die letztendlich dem Patienten schaden“, fordert Hofinger.

Einsparungspotenzial liegt innerhalb des Kassensystems

Das wahre Einsparungspotenzial liegt laut Hofinger innerhalb des Kassensystems, wie bereits mehrere Studien aufgezeigt haben. Durch die ineffiziente Struktur der Sozialversicherung mit 21 unterschiedlichen Trägern gehen laut Studie der Wirtschaftskammer jährlich hunderte Millionen Euro verloren, die besser in die medizinische Versorgung der Österreicher investiert werden könnten. „Ein Festhalten an der bisherigen, aufwändigen Struktur schadet letztendlich dem Patienten, dem durch Einsparungen an den falschen Stellen der Zugang zu innovativen Therapien verwehrt wird“, erläutert Hofinger den dringenden Reformbedarf bei den Krankenkassen.

Ineffizienzen, die dringend beseitigt gehören, finden sich allerdings nicht nur in der Struktur. So bekommen kasseneigene Analyselaboratorien für eine bestimmte Blutprobenanalyse ein mehrfach höheres Honorar als externe Vertragspartner. Ähnliche Zahlen zeigt ein Bericht des Bundesministeriums für Arbeit und Konsumentenschutz bei der PVA, wonach Aufenthalte in den eigenen Einrichtungen in den untersuchten Jahren jeweils mehr als das Doppelte kosteten, als dies bei Vertragseinrichtungen der Fall gewesen wäre.

„Die nächste Bundesregierung muss daher die dringend notwendigen Reformen angehen. Es braucht im Gesundheitswesen endlich umfassende Strukturänderungen, die auf das Heben der vorhandenen Effizienzpotenziale abzielen“, fordert Hofinger. „Das eingesparte Geld muss dann dafür genützt werden, dass der Patient Zugang zu modernsten Therapien erhält. Systemerhaltungsmaßnahmen auf Kosten der Patienten müssen der Vergangenheit angehören.“

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