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Mahrer: Wirtschaft braucht freien Handel und Entlastung bei Steuern und Abgaben 

Bericht zu Lage der österreichischen Wirtschaft: WKÖ-Chef fordert Deregulierung und Entbürokratisierung - Vorschriften oft überbordend

Mahrer: Wirtschaft braucht freien Handel
© wkö

Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ)-Präsident Harald Mahrer präsentierte heute beim Wirtschaftsparlament in der WKÖ seinen „Bericht zur Lage der österreichischen Wirtschaft“. Und diese Lageeinschätzung könne nur im internationalen Kontext geschehen, betonte Mahrer. Die Situation sei derzeit allerdings angespannt: Auf der einen Seite gibt es den erstarkten und sich dynamisch entwickelnden südostasiatischen Raum, auf der anderen Seite ein Amerika, das Strafzölle einführt. „Österreich verdient sechs von zehn Euro im Export, das sichert auch die regionale Wirtschaft. Wir müssen daher darauf schauen, dass es weiterhin einen freien Welthandel gibt und dass die österreichische Wirtschaft wettbewerbsfähig bleibt“, so Mahrer. 

Derzeit habe die österreichische und die gesamte europäische Wirtschaft aufgrund ihrer Innovationskraft noch einen Wettbewerbsvorteil. „Aber dieser Wettbewerbsvorteil beginnt zu schmelzen“, warnte der WKÖ-Präsident. Anhand von drei Faktoren sei schließlich ablesbar, wohin die Reise geht: Jene Länder, die ein hohes Wachstum haben, wo es viele leistungshungrige junge Menschen gibt, und wo weniger regulative Korsette existieren, holten auf. Wie sehr, illustrierte Mahrer an einem Beispiel: „Derzeit haben nur 300.000 Inder Elektrizität. Der Plan der Regierung ist es, in den nächsten Jahren alle 1,3 Milliarden Einwohner an die Stromversorgung anzuschließen. Das heißt, eine Milliarde Menschen hat plötzlich ganz neue Möglichkeiten.“ 

Optimale Rahmenbedingungen nötig 

„Angesichts dieser Wettbewerbssituation haben wir ein massives Interesse daran, dass es faire und gerechte Handelsabkommen mit sämtlichen wichtigen Exportmärkten gibt. Und angesichts dieser Situation müssen die österreichischen Unternehmen auch im Inland optimale Rahmenbedingungen vorfinden“, forderte Mahrer. Ein wichtiger Schritt sei dabei die Reduktion der Steuer- und Abgabenbelastung. „Wir können es uns nicht leisten, irgendwo Fett anzusetzen“, so Mahrer. Daher müssen die Sozialversicherungsabgaben genauso wie das gesamte Steuersystem ausgewogener, transparenter und fairer werden.  

Vorschriftenkorsett zu eng 

Zu den optimalen Rahmenbedingungen zählt außerdem eine Entbürokratisierung. „Wir begrüßen daher den Plan der Bundesregierung, das Vorschriftenkorsett aufzumachen und mit unnötig gewordenen Normierungen und Regulativen aufzuräumen“, so der WKÖ-Präsident. Nachsatz: „In manchen Bereichen sind die Vorschriften so überbordend geworden, dass vielen die Lust und Laune vergeht, Unternehmer zu sein.“ 

Qualifikation und Fachkräfteangebot als Schlüsselfrage  

Genügend und bestens qualifizierte Fachkräfte zu haben, ist für den WKÖ-Chef auch ein ganz entscheidendes Zukunftsthema. Daher möchte er „unsere wunderbare duale Lehrlingsausbildung zu einer Trialen Ausbildung weiterentwickeln“, die jungen Leute sollen verstärkt auch digitale Fähigkeiten erwerben können. Mahrer kündigte dazu einen großen Bildungsmasterplan an, den die Wirtschaftskammer ausarbeiten wird. Denn: „Ob wir genug topqualifizierte Leute haben, wird die Schlüsselfrage sein, um im internationalen Wettbewerb zu bestehen.“ (PWK480/DFS)

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