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"Österreich braucht rasch eine weitere Senkung der Lohnnebenkosten"

WKÖ-Experte Gleißner über notwendige Änderungen in Österreich.

Rolf Gleißner, WKÖ-Experte für Sozialpolitik
© WKÖ/DMC

Eine weitere Senkung der Lohnnebenkosten steht auf der Forderungsliste der österreichischen Unternehmerinnen und Unternehmer an die neue Regierung ganz weit oben. Warum ist dieser Schritt so wichtig?

Rolf Gleißner: Österreich hat im internationalen Vergleich hohe Lohnnebenkosten. Eine Senkung würde nicht nur Unternehmen entlasten und wettbewerbsfähiger machen, sondern die Beschäftigung fördern. 

Wie hoch muss eine allfällige Senkung ausfallen, um spürbare Effekte für die Wirtschaft zu haben? Oder anders gefragt: Wie stark kann man senken, ohne Einschnitte im Sozialsystem befürchten zu müssen?

Längerfristig muss das Ziel sein, dass sich die Lohnnebenkosten dem deutschen Niveau nähern, unseres Haupthandelspartners und –konkurrenten. Deutschland vereinbart niedrigere Lohnnebenkosten mit einem ausgebauten Sozialstaat wie in Österreich.

Seit dem 1.7.2014 wurden die Lohnnebenkosten auf Druck der Wirtschaftskammer bereits mehrfach gesenkt, so sanken UV- und IESG-Beitrag um jeweils 0,2 Prozentpunkte, der FLAF sogar um 0,6 Prozentpunkte. Wie stünde die heimische Wirtschaft aus Ihrer Sicht heute ohne diese Maßnahmen da?

Diese Senkung entlastete die Unternehmen um 1,3 Milliarden Euro pro Jahr. Das WIFO hat errechnet, dass eine Senkung um 1 Prozentpunkt die Beschäftigung mittelfristig um 17.200 Personen steigert und das Bruttoinlandsprodukt um 0,3 % hebt.

Gibt es im internationalen Vergleich Länder, die sich die neue Regierung in Sachen Lohnnebenkosten als Vorbild nehmen könnte? Und wenn ja: Welche sind das und was kann Österreich von ihnen lernen?

Ja, Deutschland hat wesentlich niedrigere Lohnnebenkosten für Unternehmen. Zum Beispiel wurde dort der Arbeitslosenversicherungsbeitrag auf 2,5 % gesenkt, in Österreich beträgt er 6 %. Auch Finnland und Belgien haben kürzlich die Lohnnebenkosten für Unternehmen massiv gesenkt, um diese wettbewerbsfähiger zu machen. Sie haben das durch Einsparungen und Steuerumschichtungen finanziert.

Zur Person: Dr. Rolf Gleißner

Rolf Gleißner ist Leiter der Abteilung für Sozialpolitik und Gesundheit der Wirtschaftskammer Österreich.


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