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Leitl: Reform WKO 4.0 bringt neue Leistungen, mehr Effizienz und weitere Entlastung für Mitglieder 

Verschiebung der Gewerbeordnung aus Sicht der Wirtschaft bedauerlich – mit der Wirtschaftskammergesetz-Novelle wichtiger Modernisierungsschritt gesetzt

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Aus der Sicht der Wirtschaft ist es bedauerlich, dass der lange geplante Beschluss der Gewerbeordnung heute im Plenum des Nationalrates doch nicht zustande kam, sondern verschoben wurde. WKÖ-Präsident Christoph Leitl: „Wir hoffen, dass die Nachverhandlungen im parlamentarischen Wirtschaftsausschuss zügig laufen und rasch zu einem guten Ergebnis gebracht werden können. Gerade das One-Stop-Shop-Prinzip als ein Eckpunkt der Reform würde den betrieblichen Alltag mit einem Schlag spürbar erleichtern. Ich appelliere daher an alle Parteien, diese Vereinfachung umzusetzen.“

Verabschiedet wurde die Novelle zum Wirtschaftskammergesetz (WKG) - basierend auf dem Beschluss des WKÖ-Wirtschaftsparlaments - mit den Stimmen von ÖVP, SPÖ und Freiheitlichen. „Ich freue mich über diesen finalen parlamentarischen Startschuss zur Reform WKO 4.0 und bedanke mich bei den Abgeordneten der zustimmenden Parteien und insbesondere bei unseren WKÖ-Vizepräsidenten Christoph Matznetter und Matthias Krenn, die die Kammerreform tatkräftig in und außerhalb unserer Organisation mittragen“.

Entlastung aller Mitglieder

Damit ist der Startschuss für die dritte umfassende Kammerreform seit dem Jahr 2000 gefallen. „Mit der Reform WKO 4.0 wollen wir zur leistungsstärksten Wirtschaftskammerorganisation im weltweiten Vergleich werden – durch Fairness bei der Finanzierung inklusive einer Entlastung aller Mitglieder, durch eine klare Aufgabenverteilung zwischen WKÖ und den Landeskammern, die Bündelung von Leistungsangeboten und die Optimierung der Effizienz bei der Leistungserbringung“, betont der WKÖ-Präsident.

Bereits vor rund zehn Jahren wurden die Mitgliedsbeiträge um 30 Prozent gesenkt und die Leistungen um 30 Prozent ausgeweitet, in der Folge die Zahl der Fachorganisationen um 30 Prozent reduziert. Die Folge waren spürbare Entlastungen der Betriebe. So ist von 2000 bis 2015 die Zahl der Mitglieder um 64 Prozent gestiegen und hat sich der Verbraucherpreis-Index um 34 Prozent erhöht. Die Wirtschaftskammerbeiträge sind hingegen nur um 26 Prozent gewachsen. 

Für die WK-Mitglieder bewegt die jetzige Reform gemessen an den verfügbaren Einnahmen der Wirtschaftskammerorganisation ein „Kosten-Volumen“ von weiteren 20 Prozent: 15 Prozent durch Beitragssenkungen und 5 Prozent durch neue Serviceleistungen.

Die Eckpunkte im Servicebereich:

  • Die Außenwirtschaftsorganisation wird neben ihrer bisherigen Aufgabe zu einer weltweiten Netzwerkagentur für Innovationen im Dienste der österreichischen Betriebe weiterentwickelt. Dabei werden z.B. Kooperationen mit Top-Forschungseinrichtungen wie dem MIT in Boston und der ETH Zürich etabliert – letztere ist bereits unter Dach und Fach.
  • Für die berufliche Ausbildung erstellt die WK-Organisation ein Gesamtangebot von der dualen Ausbildung bis zur tertiären Ebene. Mit diesem Bildungsverbund der Wirtschaft sollen insgesamt 100 verschiedene Bildungspfade angeboten werden.
  • Bezirksstellen sollen regionale Entwicklungs-Zentren zur Sicherung von Arbeit und Bildung sowie Nahversorgung und Lebensqualität werden.
  • Mit einer starken digitalen Vernetzung – insbesondere auch im Back-office-, IT- und Servicebereich - soll einerseits die Effizienz erhöht und sollen Strukturen vereinfacht werden. Das Ziel dabei: mehr Leistung zu geringeren Kosten.
  • B2B-Kooperationsvermittlungen (Pitchings inklusive) sollen unmittelbar zum unternehmerischen Erfolg der Mitglieder beitragen.


Die Beitragssenkung von insgesamt bis zu 100 Millionen bedeutet für jedes einzelne Mitglied – ob EPU, Kleinunternehmen, klassischer Mittelständler oder Großunternehmen – eine Entlastung. So werden Investitionen von der Kammerumlage (KU) 1 befreit, wird die Kammerumlage 1 degressiv gestaltet und generell gesenkt und die Kammerumlage 2 um 5 Prozent gesenkt. Und: Die Mehrfach-Grundumlagenpflicht zu einer Fachorganisation wird ebenso beseitigt wie die Grundumlage für Neugründer im ersten Kalenderjahr nach der Gründung.

Kosten-Nutzen-Relation wird optimiert

Leitl: „Mit WKO 4.0 machen wir das, was jeder gute Betrieb machen muss. Wir optimieren die Kosten-Nutzen-Relation, um eine Spitzenstellung am Markt zu erreichen. Wir agieren in Sachen Service und Leistungsangebot noch näher am Mitglied - und das bei einer deutlichen Straffung der Kosten. Und wir legen einmal mehr den Beweis dafür ab: Die Wirtschaftskammer fordert nicht nur von anderen Reformen für den Standort, sie entwickelt sich auch selbst weiter.“ (PWK422/SR)

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