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Leitl: Lehre stärken, Fachkräfte von morgen suchen und ausbilden! 

Forderung nach verpflichtenden Talentechecks, Ausbildungsreife und Schwerpunktberufsschulen – neue Kampagne

Michael Landertshammer (WKÖ-Bildungspolitik), WKÖ-Präsident Christoph Leitl und Marianna Kornfeind (WKÖ-Marketing)
© wkö/leithner Michael Landertshammer (WKÖ-Bildungspolitik), WKÖ-Präsident Christoph Leitl und Marianna Kornfeind (WKÖ-Marketing)

„Ein Plus von 4,2 Prozent bei den Lehrlingen im ersten Lehrjahr ist ein starkes Signal der Betriebe und zeigt, dass die Ausbildung der eigenen Fachkräfte sehr ernst genommen wird“, betonte heute, Mittwoch, WKÖ-Präsident Christoph Leitl, im Rahmen eines Pressegesprächs in Wien. Diese Zahlen sind auch eine konsequente Fortsetzung des von den Wirtschaftskammern eingeschlagenen Wegs, österreichweit flächendeckend Talentechecks für die 13- und 14jährigen Jugendlichen anzubieten. Derzeit nützen rund 75 Prozent aller Jugendlichen dieses Gratis-Angebot der Wirtschaftskammern, um die eigenen Talente und Fähigkeiten in Hinblick auf eine künftige Berufswahl ab zu testen. Um auch die restlichen 25 Prozent der Jugendlichen in Österreich im Rahmen der Talentechecks zu erfassen, sollten diese nun verpflichten sein, „denn nur so können die Jugendlichen direkt den richtigen Weg zur Berufswahl wählen, ohne Umwege und ohne Drop-Out“, so Leitl. Zugleich, so der WKÖ-Präsident, sei dies die Grundvoraussetzung dafür, um heute die Fachkräfte von morgen zeitgerecht und qualitativ hochwertig auszubilden. Denn eines der größten Probleme der Betriebe sei, die geeigneten Fachkräfte zu finden.  

Kampagne für Jugendliche mit YouTube-Stars

Vor diesem Hintergrund startet die WKÖ unter http://www.probierdichaus.at auch eine auf die Bedürfnisse der Jugendlichen maßgeschneiderte Kampagne, um über die Chancen der dualen Ausbildung und die Vielfalt der beruflichen Möglichkeiten zu informieren. So werden u.a. die unterschiedlichsten Lehrberufe einem Video-Self-Check durch zwei maßgebliche Influencer aus Social Media unterworfen, die über 200 Lehrberufe präsentiert und auf Fragen der Jugendlichen interaktiv eingegangen. „Bei der Lehre tut sich was“, so Leitl, der darauf verwies, dass sich in den vergangenen 10 Jahren der Anteil der Mädchen in bisher klassisch männlichen Berufsbildern verdoppelt hat, konkret bei den Elektrotechnikern, den Mechatronikern und den Metalltechnikern. „Das sind die Chancenberufe und diese Trends müssen wir verstärken“, unterstrich der WKÖ-Präsident.  

Neben der Forderung nach einer verpflichtenden Einführung von Talentechecks will die WKÖ eine Ausbildungsreife verankern, um die beste Vorbereitung während der Schulpflicht zu gewährleisten. „Sinnerfassendes Lesen, Schreiben, Rechnen aber auch soziale Kompetenzen müssen mit Absolvieren der Schulpflicht bei den Jugendlichen als Bildungsstandards vorausgesetzt werden können“, so Leitl. Zudem sollten sogenannte Schwerpunktberufsschulen eingerichtet werden um in definierten Bereichen und nach Vorgaben in den Regionen einen Grad hoher Spezialisierung zu erreichen und damit internationale Spitzenqualität zu gewährleisten.  

Auf zuletzt geäußerte Kritik an der Durchfallquote bei den Lehrabschlussprüfungen verwies Leitl darauf, dass 80 Prozent der Lehrlinge diese im ersten Anlauf und 95 Prozent im zweiten Anlauf schaffen. Damit sei die Erfolgsquote ähnlich hoch wie in den AHS: Wir dürfen uns die Lehre nicht madig machen lassen. Eine 100prozentige Erfolgsquote im ersten Anlauf gibt es in keinem Ausbildungssystem.“ 

90 Prozent der Lehrabsolventen empfehlen eine Lehre 

Dass die Lehre für die Jugendlichen attraktiv ist, zeigen Umfragen, in denen 90 Prozent der Lehrabsolventen eine Lehre aufgrund der praxisorientierten Ausbildung und der guten beruflichen Chancen empfehlen. 85 Prozent der Lehrlinge sind mit ihrem aktuellen Arbeitsplatz zufrieden – inklusive jener, die im ersten Lehrjahr sind, bei denen die Zufriedenheit besonders hoch ist. Und: Jeder Zehnte Lehrling ist heute selbständig. Parallel dazu zeigen die Daten zudem, dass rund 22 Prozent der heimischen Führungskräfte einen Lehrabschluss haben, rund 35 Prozent der österreichischen Unternehmer kommen über die duale Ausbildung in die Selbständigkeit.  

Drei Viertel der Betriebe sehen Fachkräftemangel als größtes Problem 

„73,5 Prozent der Betriebe sehen im Fachkräftemangel das größte Problem für die Zukunft. Und auch international wird der Fachkräftemangel ein immer wichtigeres Thema“, so der WKÖ-Präsident. Nicht zuletzt beweise die hohe Nachfrage aus dem Ausland, dass Österreich mit der dualen Ausbildung über ein Spitzenprodukt verfüge, wie auch die Ergebnisse österreichischer Teilnehmer bei den World- und EuroSkills zuletzt gezeigt haben. „Hier haben wir uns bestmöglich präsentiert, sodass wir immer mehr Anfragen nach Kooperationen im Bereich der dualen Ausbildung – zuletzt aus dem Iran – erhalten“, so Leitl.  

Aufgrund der guten konjunkturellen Situation und verbesserten demographischen Entwicklung sollte man jetzt ansetzen, und die Rahmenbedingungen für die duale Ausbildung anpassen und damit die Lehre weiter modernisieren. „Wenn in Zukunft alle 19jährigen sowohl über einen höheren Bildungsabschluss mit Matura als auch einen beruflichen Abschluss verfügen, dann wäre das meine persönliche bildungspolitische Vision“, so Leitl abschließend. (PWK899/us)

O-Töne von der Pressekonferenz:

Leitl: Talentecheck-Programm


Leitl: "Chancenberufe"

Leitl: Ausbildungsstandards

Leitl: Zufriedenheit der Lehrlinge

Leitl: Fachkräftemangel

Leitl: Leistungen der Wirtschaftskammer


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