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Leitl: EU-Budget muss sich auf Bereiche mit höchstem europäischen Mehrwert konzentrieren 

EU-Investitionen in Wettbewerbsfähigkeit und in Forschung und Entwicklung haben größte Hebelwirkung

Leitl zum EU-Budget
© wkö

„Europa steht vor großen Aufgaben wie Migration und Sicherheit. Gleichzeitig müssen Investitionen in wichtige Bereiche wie die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit und in Forschung und Entwicklung sichergestellt werden, um Anreize für Wachstum und Beschäftigung zu schaffen“, betonte Christoph Leitl, Präsident der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) und der Europäischen Wirtschaftskammern EUROCHAMBRES, anlässlich des informellen Rates der EU-Staats- und Regierungschefs zur Zukunft Europas heute, Freitag, in Brüssel. Dabei werden auch die Prioritäten des nächsten EU-Finanzrahmens nach 2020 diskutiert, ein erster Vorschlag der Europäischen Kommission wird für Anfang Mai 2018 erwartet.

Klare Prioritätensetzung Richtung KMU

Die WKÖ spricht sich für eine klare Prioritätensetzung in Richtung kleine und mittlere Unternehmen (KMU) aus. „Für eine nachhaltige Wirtschaftsentwicklung und stabile Arbeitsplätze muss man bei KMU und bei Innovation ansetzen“, betonte Leitl. Von besonderer Bedeutung ist das erfolgreiche COSME-Programm für die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen und für KMU. Ein Nachfolgeprogramm muss jedenfalls sichergestellt werden: „COSME finanziert beispielsweise das Enterprise Europe Network sowie das Austauschprogramm Erasmus für Jungunternehmer.“ Die Unterstützung von Forschung, Entwicklung & Innovation sowie Investitionen in Europas Energie-, Verkehrs- und Breitbandnetze seien leistungsfähige Hebel besonders für KMU.

Weniger Bürokratie, mehr Synergien

„Einsparungen, die durch den Wegfall des EU-Beitrages Großbritanniens nötig werden, sollen durch einen Fokus auf weniger Bürokratie, mehr Synergien zwischen den Finanzierungsmitteln und in der Organisation, der Nutzung neuer digitaler Möglichkeiten und der Vermeidung von Doppelgleisigkeiten erzielt werden“, fordert Leitl. „Bei einem EU-Budget von 150 Milliarden Euro beträgt der Ausfall des Beitrags von Großbritannien im Durchschnitt etwa 10 Milliarden Euro pro Jahr. Das sind etwa 7 Prozent. Für jede Organisation ist es möglich, diesen Betrag durch Effizienzgewinne einzusparen. Die WKÖ macht das Dreifache“, unterstreicht Leitl. Zu beachten sind allerdings zusätzlicher Bedarf in den Bereichen Grenzsicherung, Innovation und Integration, wo es separate projektorientierte Finanzierungen aufzustellen gilt.  

Parallel zum Europäischen Rat tagten heute die Europäischen Wirtschaftskammern EUROCHAMBRES unter Vorsitz von Präsident Leitl, um konkrete Beiträge der Wirtschaftskammern zur europäischen Agenda zu erarbeiten: „Ausbildung, die Fachkräfte von morgen, Internationalisierung, Digitalisierung und Integration sind die Herausforderungen, vor denen wir stehen. Zu ihrer erfolgreichen Bewältigung können und wollen die Wirtschaftskammern Europas und ihre Mitgliedsunternehmen wesentlich beitragen.“ (PWK112/FA)

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