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Lehrlinge am Bau: Aus den Richtigen die Besten machen

Die Ausbildung macht auch während Corona keine Pause. Gerade im Baugewerbe sind Lehrlinge eine wesentliche strategische Investition in die Zukunft. Die Lehrlingsbeauftragten bei PORR und HABAU erzählen, was die Krise verändert hat.

Baustelle
© PORR Fachkräfte-Ausbildung gehört bei PORR zur Unternehmensstrategie

"Viele sind froh, trotz Corona eine Lehrstelle gefunden zu haben. Die persönlichen Bewerbungsgespräche mit Maske waren wohl für beide Seiten eine ungewohnte Erfahrung, die unsere Lehrlinge sicherlich in Erinnerung behalten werden", sagt Petra Karacs, Leiterin des Lehrlingswesens im Personalmanagement der PORR. 120 "PORR-Einsteigertalente" beginnen heuer ihre Lehre beim zweitgrößten österreichischen Bauunternehmen – ausreichend viele, um die Zahl der Lehrlinge auf gleichem Niveau wie 2019 zu halten. Vergangenes Jahr gingen 339 junge Menschen in 22 verschiedenen Berufen bei PORR in die Lehre. Das sind mehr als zehn Prozent der 3.091 Lehrlinge im Baugewerbe (2019).

Lehrlingsbonus: Jetzt beantragen!

Seit 1. Juli können Ausbildungsbetriebe für jede Lehranfängerin und jeden Lehranfänger, den sie zwischen 16. März und 31. Oktober 2020 aufgenommen haben, mit 2.000 Euro gefördert werden. Alle Informationen finden Sie unter www.lehre-foerdern.at.

Große Umstellung im Recruiting

"Wir investieren strategisch in die Zukunft, denn Lehrlinge sind unsere zukünftigen Fachkräfte, denen wir sehr gute Karrierechancen bieten. Viele lernen weiter bis zum Baumeister", sagt Karacs. Für diese Investition in die Zukunft haben Karacs und ihr Team den gesamten Recruiting-Prozess, der 2019 mit als Best Recruiter in Silber ausgezeichnet wurde, Corona-bedingt völlig umgekrempelt. Bisher mussten sich die Kandidaten in Assessments zu je 15 Bewerbern durchsetzen und danach einen praktischen Teil auf dem PORR Campus absolvieren. "Das war wegen der Abstandsregeln unmöglich", sagt Karacs. Heuer haben sie und ihr Team alle Bewerbungen gesichtet und alle aussichtsreichen Kandidaten zu einem persönlichen Gespräch getroffen. "Gerade für Menschen, die noch nie ein Bewerbungsgespräch Face-to-Face hatten, ist der persönliche Kontakt wichtig. Selbstverständlich erfolgte dies unter Einhaltung der relevanten Sicherheitsmaßnahmen", sagt Karacs, "wir haben partnerschaftliche Gespräche auf Augenhöhe geführt, darauf bin ich stolz."

Lehrlinge intensiver betreut

Auf persönlichen Kontakt zu den Lehrlingen setzten auch Karl Fröschl, Lehrlingsbeauftragter bei der HABAU GROUP, und Eva-Maria Rauch, Expertin für Lehrlingsentwicklung, verantwortlich für 140 Lehrlinge. Heuer sind etwa 40 Neue dazu gekommen, sieben allein während der "echten Coronazeit". "Wir begleiten unsere Lehrlinge intensiv und sind jederzeit für sie da", sagt Rauch. Als die Maßnahmen in Kraft traten, hat die Lehrlingsexpertin jeden Einzelnen angerufen und in den Wochen des Lock-downs noch intensiver betreut. "Für einige war es eine Herausforderung, sich den Tagesablauf zu organisieren", sagt Rauch, "bis dahin mussten sie das in dieser Form nicht machen, weil der Polier oder die Schule den Tag vorgaben." Eine große Hilfe bei der fachlichen Betreuung sei – abgesehen vom Engagement der Berufsschulen – die Plattform e-Baulehre der WKO Bundesinnung Bau gewesen, auf der sich die Lehrlinge mit fachspezifischen Themen auseinandersetzen und wo man fürs Gelernte auch Zertifikate bekommt.

Lehrlinge
© HABAU HABAU hat heuer mehr Lehrlinge aufgenommen als in den Jahren zuvor

Lernen kein Einbahnsystem

Voraussetzung dafür war jedoch die Vorbereitung aufs Homeoffice. "Wir hatten schon alle Digitalisierungsschritte eingeleitet. Hätte uns das zwei Jahre vorher getroffen, wäre es anders ausgegangen", sagt Fröschl. Der Umgang mit digitalen Medien am Bau werde immer wichtiger. "Es war auch ein Anstoß für ältere Kollegen, sich mit moderner Technologie zu beschäftigen", sagt Fröschl, "lernen ist kein Einbahnsystem." Für viele Lehrlinge sei das Homeoffice eine Chance gewesen. Nicht alle lernten leicht, die hätten nun mehr Zeit gehabt, sich mit Theorie auseinanderzusetzen, gut angeleitet von ihren Betreuern. "Viele sind gestärkt aus der Krise gegangen und haben sich dann richtig auf die Baustellen gefreut", sagt Rauch.

Lehrlinge nötig für die Volumina von morgen

Ob sich die intensive Betreuung der Lehrlinge lohnt, war bei HABAU nie eine Frage. "Wir brauchen viele Facharbeiter, um das Volumen auch wirklich bewältigen zu können", sagt Fröschl. Das Bauen werde auch in Zukunft ein wesentlicher Anteil am Leben des Menschen sein, egal, ob Eigenheim oder Büro: "Wo immer wir uns hinbewegen, hat es mit einem Bauwerk zu tun." Daher habe HABAU heuer mehr Lehrlinge aufgenommen, als in den Jahren zuvor. Kollegen, die in Pension gingen, gingen auch in diesen Zeiten: "Hier brauchen wir Junge, die nachrücken." 

Weniger Bewerbungen durch Corona

"Lehrlinge sind nicht unbedingt so leicht zu kriegen", fasst Fröschl eine große Herausforderung zusammen. Wenn es in dieser Phase Leute gebe, die einen Bauberuf erlernen wollten, "dann sind das auch die Richtigen". Manchmal sei es eine zweite Chance gewesen, weil sie bei einer anderen Firma ihren Job verloren hätten. Auch Petra Karacs von PORR sagt: "Die Bewerbersituation war heuer etwas anders." Dennoch sei sie sicher, auch dieses Jahr die Richtigen für eine Top-Lehrlingsausbildung bei PORR gefunden zu haben: "Zu den Besten werden sie bei uns während und nach der Lehrzeit entwickelt."

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