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Kühnel: Digitalisierung der öffentlichen Auftragsvergabe bringt Chancen für Betriebe 

„Wirtschaftskammer unterstützt Betriebe, um Möglichkeiten der Digitalisierung nutzen zu können“, betonte Generalsekretär-Stellvertreterin Mariana Kühnel beim E-Vergabe- und E-Rechnungskongress

Unternehmensberater Peter Jakubitz, Savina Kalanj (Expertin des BMVRDJ), WKÖ-Generalsekretär Stv. Mariana Kühnel, Rosemarie Schön (Leiterin der WKÖ-Abteilung Rechtspolitik), Gerhard Laga (WKÖ/Strategie) und Annemarie Mille (WKÖ/Rechtspolitik)
© WKÖ/Leithner Unternehmensberater Peter Jakubitz, Savina Kalanj (Expertin des BMVRDJ), WKÖ-Generalsekretär Stv. Mariana Kühnel, Rosemarie Schön (Leiterin der WKÖ-Abteilung Rechtspolitik), Gerhard Laga (WKÖ/Strategie) und Annemarie Mille (WKÖ/Rechtspolitik)

Am heutigen Donnerstag, dem 4. Oktober 2018, ging im Haus der österreichischen Wirtschaft in Wien der 8. E-Vergabe- und E-Rechnungskongress der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) über die Bühne. Der Zeitpunkt für den Kongress wurde nicht zufällig gewählt: Mit 18. Oktober 2018 – das heißt in genau 14 Tagen - wird die E-Vergabe von öffentlichen Aufträgen im sogenannten Oberschwellenbereich verpflichtend. Mariana Kühnel, Generalsekretär-Stellvertreterin der Wirtschaftskammer betonte vor diesem Hintergrund in ihren einleitenden Worten: „Digitalisierung ist ein komplexes Thema - keines, bei dem man einfach ein Update macht und auf dem neuesten Stand ist. Insbesondere KMU brauchen Unterstützung, Beratung und Information - der heute E-Vergabe- und E-Rechnungskongress ist hier nur eines von vielen Angeboten der Wirtschaftskammer. 

Derzeit gebe es beim Thema Digitalisierung noch deutliche Unterschiede zwischen großen und kleinen Unternehmen, stellte Kühnel fest: „Große Unternehmen setzen verstärkt auf Digitalisierung, bei kleinen Unternehmen kann man den gegenteiligen Trend wahrnehmen. Nur die Hälfte der KMU bezeichnet sich selbst als ‚digitalbewusst.‘ Für ein nachhaltig erfolgreiches Wirtschaften ist es aber essenziell, die Möglichkeiten der Digitalisierung und Innovation als Chance zu nutzen“, unterstrich Kühnel. 

Savina Kalanj, Expertin des Bundesministeriums für Verfassung, Reformen, Deregulierung und Justiz (BMVRDJ), präsentierte vor den rund 200 Unternehmensvertretern und Auftraggebern die neuen rechtlichen Rahmenbedingungen der elektronischen Auftragsvergabe, kurz E-Vergabe. Öffentliche Auftraggeber müssen ab 18. Oktober Aufträge von grenzüberschreitender Bedeutung innerhalb des EU-Raums über elektronische Plattformen vergeben. Vergabeverfahren von Bauaufträgen ab einem Auftragsvolumen von rund 5,5 Millionen Euro sowie von Liefer- und Dienstleistungsaufträgen ab 221.000 Euro werden somit vollständig digital - also ohne den bisher üblichen Postversand, umfangreiche Papierausdrucke und bürokratischen Aufwand - abgewickelt.

Digitalisierung der öffentlichen Auftragsvergabe bringt neue Chancen

Aus Sicht der Wirtschaftskammer ist die E-Vergabe eine große Chance für die Wirtschaft, insbesondere für KMU. Die E-Vergabe vereinfacht und beschleunigt den Einkauf der öffentlichen Hand. Die Vergabeunterlagen können dann jederzeit elektronisch bearbeitet und ohne zusätzlichen Aufwand im Betrieb an die zuständigen Stellen weitergeleitet werden. Angebote können rund um die Uhr unabhängig vom Standort des Unternehmens abgegeben werden. Die E-Vergabe bringt zudem mehr Transparenz und Fairness in die öffentliche Auftragsvergabe. Und sie ermöglicht eine lückenlose Dokumentation aller Verfahrensschritte und zeigt somit eindeutig, wer welche Verfahrensschritte zu welchem Zeitpunkt gesetzt hat.

Auch Unternehmensberater Peter Jakubitz hielt fest: „Die E-Vergabe bringt viele Vorteile für Bieter. Für eine erfolgreiche Beteiligung an öffentlichen Ausschreibungen sollten sich Bieter aber unbedingt rechtzeitig mit den organisatorischen und technischen Details der österreichischen Vergabeportale vertraut machen.“ Der neue Leitfaden „Fit für den Wettbewerb“ des Bundesministeriums für Digitalisierung und Wirtschaft sei der ideale Startpunkt zum Thema E-Vergabe, so Jakubitz, der die Erstellung der Publikation führend innehatte. 

Die Praxis zeigt, dass öffentliche Auftraggeber digitale Verfahren nicht nur für die Vergabe großvolumiger Aufträge einsetzen, sondern ihre elektronischen Einkaufsplattformen auch für die Vergabe von kleineren Aufträgen im sogenannten Unterschwellenbereich nützen bzw. nützen werden. „Das bedeutet, dass sich jede Unternehmerin, jeder Unternehmer - unabhängig von der Größe des Betriebes - mit der E-Vergabe auseinandersetzen muss, wenn man auch in Zukunft Verträge mit der öffentlichen Hand abschließen will“, hielt WKÖ-Generalsekretär-Stellvertreterin Mariana Kühnel fest.

E-Rechnung: Wirtschaftskammer Österreich unterstützt Unternehmen beim Einstieg 

Der zweite Teil der Informationsveranstaltung stand ganz im Zeichen der elektronischen Rechnung. Um insbesondere kleineren Unternehmen die ersten Schritte in Richtung E-Rechnung zu erleichtern, stellt die WKÖ kostenlose Tools zur Verfügung. Damit können E-Rechnungen im österreichischen Format ebInterface erstellt, geprüft und visualisiert werden. Information sowie Links zu den einzelnen „Werkzeugen“ in Sachen E-Rechnung sind auf wko.at/e-rechnung zu finden.

In Österreich ist der B2B-Rechnungsaustausch auf Basis von E-Rechnungsstandards wie EDI, XML anteilsmäßig noch recht gering, wenn auch mit leicht steigender Tendenz. Die jüngste Erhebung der WKÖ im Rahmen der Digital Now-Offensive zeigt immerhin, dass elektronische Rechnungen mittlerweile deutlich beliebter sind als Papierrechnungen: E-Rechnungen werden von 44 Prozent der Unternehmen bevorzugt. Nur noch 34 Prozent wollen lieber Rechnungen auf Papier. Jedoch werden immer noch mehr als 90 Prozent der elektronischen Rechnungen im pdf-Format versendet bzw. weiterbearbeitet. 

„KMU brauchen Unterstützung im Sinne von Kooperation und Kollaboration, um am Markt nicht isoliert zu werden. Durch das Serviceangebot der WKÖ können fehlende Ressourcen der KMU ausgeglichen und so zusätzliches Geschäftspotential durch Digitalisierung generiert werden“, so WKÖ-Generalsekretär-Stellvertreterin Kühnel. Beispielsweise hätten rund 40 Prozent der KMU kein Internetbanking im B2B Bereich. In Ländern wie Italien, Portugal oder Ungarn ist eine elektronische Rechnung bereits verpflichtend auszustellen. „Es gibt ganz klar Handlungsbedarf, um Digitalisierung und Innovation voranzutreiben und Österreich so zu einem wettbewerbsfähigeren Wirtschaftsstandort zu machen. Es gilt die Rahmenbedingungen für Innovation und Digitalisierung zu verbessern und digitale Geschäftsmodelle zu fördern. Als Wirtschaftskammer stehen wir hier an der Seite der Betriebe“, so Kühnel abschließend. (PWK664/SR/JHR)

WKÖ-Generalsekretär Stv. Mariana Kühnel beim 8. E-Vergabe- und E-Rechnungskongress
© WKÖ/Leithner WKÖ-Generalsekretär Stv. Mariana Kühnel beim 8. E-Vergabe- und E-Rechnungskongress
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