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Kopf zu Karfreitag: Niemand soll etwas verlieren, aber keine neuen Belastungen 

Wirtschaftskammer unterstützt Vorschlag der Bundesregierung, bewährte Regelung in nächster Zeit neu aufzusetzen

WKÖ-Generalsekretär Kopf
© WKÖ/M. Knopp

Die Bundesregierung hat im heutigen Ministerrat beschlossen, in den kommenden Tagen und Wochen Verhandlungen mit den Religionsgemeinschaften und den Sozialpartnern über eine durch den EuGH notwendig gewordene Neuregelung des Karfreitags zu führen. Generelle Ausrichtung soll dabei sein: Niemand soll ein Recht verlieren, es sollen aber auch keine neuen Belastungen bzw. kein zusätzlicher allgemeiner Feiertag eingeführt werden.

Bereit für konstruktive Gespräche

Karlheinz Kopf, Generalsekretär der Wirtschaftskammer Österreich, begrüßt diese Zielsetzung der Bundesregierung: „Wir wollen weder der Evangelischen Glaubensgemeinschaft einen Feiertag wegnehmen, wir wollen aber auch keine neuen Belastungen im Ausmaß von mehreren Hundert Millionen Euro für unsere Betriebe. Das Zusammenleben der Religionen funktioniert in den österreichischen Betrieben gut. In das sozial- und religionspolitisch sensible Thema der religiösen Feiertage sollte man daher behutsam und nicht leichtfertig eingreifen. Die Sozialpartner haben darin große Erfahrung. Die Wirtschaftskammer Österreich steht bereit, sofort konstruktive Gespräche zu führen.“

Kopf begrüßt die konstruktive Haltung etwa der Evangelischen Glaubensgemeinschaft, die seriöse Vorschläge gemacht hat, die alle gleichbehandeln, den Karfreitag als besonderen Tag absichern und die Wirtschaft nicht überfordern. Forderungen von SPÖ, ÖGB und AK nach einem zusätzlichen Feiertag für alle lehnt Kopf als „völlig überschießend“ ab: „Die Österreicher haben mit 25 bzw. 30 Urlaubstagen und 13 Feiertagen bereits weit mehr freie Tage als der EU-Schnitt oder Deutschland, wo die meisten Bundesländer nur 10 oder 11 Feiertage haben. Dazu kommt, dass in vielen Branchen auch Heiligabend und Silvester ganz oder teilweise Feiertage sind. Wir stehen zu diesen guten Arbeitsbedingungen. Wir müssen sie aber auch erarbeiten und nicht durch Wunschkonzerte aufs Spiel setzen.“

Keine neue Belastung für die Wirtschaft

Der WKÖ-Generalsekretär appelliert an die Arbeitnehmervertreter, gemeinsam an einer vertretbaren und vernünftigen Lösung zu arbeiten. „Die Kollektivvertragspartner haben bei den Themen Mindestlohn von 1.500 Euro und Anrechnung von Karenzzeiten Handlungskompetenz gezeigt. Sie haben in der Vergangenheit Generalkollektivverträge zum Karfreitag für Protestanten und zum Jom-Kippur-Tag für die Angehörigen der israelitischen Glaubensgemeinschaft abgeschlossen. Eine solche konstruktive Vorgangsweise, die Rücksicht auf religiöse Minderheiten nimmt, der Wirtschaft aber keine neue Belastung auferlegt, sollte uns auch in den nächsten Wochen gelingen. Das entspricht der Entscheidung des EuGH, die auf eine umgehende gleichheitskonforme Lösung abzielt, aber nicht auf eine Maximierung von Feiertagen oder Belastung der Wirtschaft. Bei gutem Willen schaffen wir das.“ (PWK039/DFS)

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