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Kolumbiens Präsident Santos Calderón zu Wirtschaftsgesprächen in der WKÖ

Business Round Table mit über 40 österreichischen Unternehmen - WKÖ-Vizepräsident Matznetter und Präsident Santos einig über Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen

Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos Calderón und WKÖ-Vizepräsident Christoph Matznetter
© WKÖ/Leithner Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos Calderón und WKÖ-Vizepräsident Christoph Matznetter

Anlässlich des Staatsbesuchs von Kolumbiens Präsident und Friedensnobelpreisträger Juan Manuel Santos Calderón in Österreich fand heute, Freitag, im Haus der österreichischen Wirtschaft in Wien in Anwesenheit des „Presidente de la Paz“ sowie von Kolumbiens Außenministerin María Angela Holguin Cuéllar und Handelsministerin Maria Lorena Gutiérrez ein Business Round Table statt. Vertreter von mehr als 40 österreichischen Firmen, die bereits in Kolumbien tätig sind, nahmen daran teil.  

Wirtschaftskammer-Vizepräsident Christoph Matznetter wies in seinem Eröffnungsstatement auf die großen Verdienste von Präsident Santos bei der Überwindung des 50-jährigen Bürgerkrieges hin, die als „Meilenstein“ im Gedächtnis bleiben würden. Durch den Friedensprozess gibt es nun eine historische Chance - nicht nur in politischer Hinsicht für Kolumbien, das als drittgrößtes Land Lateinamerikas zu einer Regionalmacht aufsteigen könnte, sondern auch in der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung des Landes, insbesondere der ländlichen Regionen. Derzeit gibt es rund 35 Niederlassungen österreichischer Firmen in Kolumbien. Sie sind dort mit rund 90 Millionen Euro investiert. Es sei „extrem wichtig und interessant, das neue Kolumbien kennenzulernen“, so Matznetter.

Synergienen zwischen Österreich und Kolumbien möglich

Präsident Santos betonte, dass „viele Synergien zwischen Kolumbien und Österreich“ geschaffen werden könnten und es in den bilateralen Wirtschaftsbeziehungen noch ein „großes Potenzial“ gäbe. „Wir brauchen Ihre Präsenz, Ihre Investitionen und Ihre Technologien“, so Präsident Santos in Richtung der heimischen Unternehmensvertreter. Er wies allerdings auch darauf hin, dass Österreich als einziger EU-Mitgliedstaat das 2013 provisorisch in Kraft getretene Freihandelsabkommen EU-Kolumbien noch nicht ratifiziert habe und bat hier um Unterstützung seitens der Wirtschaft, damit bald die entsprechenden Schritte gesetzt werden.  

Ein besonderes Anliegen der österreichischen Wirtschaft ist die Aufnahme von Verhandlungen über ein Doppelbesteuerungsabkommen. Im Rahmen des Business Round Table wurden auch eine Reihe von Memoranden österreichischer Unternehmen zu öffentlichen Projekten in Kolumbien übergeben, insbesondere für den Bereich Infrastruktur. 

Heimische Exporte nach Kolumbien knapp gestiegen

Die österreichisch-kolumbianischen Wirtschaftsbeziehungen haben sich zuletzt sehr positiv entwickelt: Die heimischen Ausfuhren stiegen von Jänner bis Oktober 2017 um knapp 34 Prozent auf 108,5 Millionen Euro und haben im Gesamtjahr nach schätzungsweise 130 Millionen Euro betragen. Die österreichischen Einfuhren aus Kolumbien lagen in etwa bei 35 Millionen Euro. 

Beim bilateralen Handelsvolumen von 165 Millionen Euro gibt es großes Ausbaupotenzial: Marktchancen für die österreichische Wirtschaft in den Bereichen Verkehrsinfrastruktur, Urban Technologies, Umwelttechnologie/erneuerbare Energien, Beratung & Engineering, aber auch im Tourismus und in der Medizintechnik. (PWK054/SR)

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