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Körpernahe Dienstleister: Verlängerter Lockdown in Ostregion ist eine bittere Pille

Betriebe haben als „Testvorreiter“ höchstmögliche Standards umgesetzt, betonen Innungsmeister Zeibig und Eder – jetzt rasch gemeinsam Öffnungsplan umsetzen  

FFP2-Masken
© AdobeStock
Die Verlängerung des Lockdowns in der Ostregion (Wien, Niederösterreich, Burgenland) bis 18. April trifft die körpernahen Dienstleister schwer. „Das ist eine bittere Pille, weil unsere Betriebe ihre Vorreiterrolle in der Pandemiebekämpfung mustergültig ausgeübt und höchstmögliche Sicherheitsstandards umgesetzt haben. Testungen für alle Mitarbeiter und Eintrittstests für die Kunden gibt es sonst in keiner anderen Branche. Es gab und gibt bei uns keine Cluster“, betonen die Bundesinnungsmeister Dagmar Zeibig und Wolfgang Eder
 
Somit werde freilich die Zwangsschließung der Salons und Studios die Neuinfektionen nicht senken. Eder und Zeibig befürchten im Gegenteil, dass sich Ansteckungsherde in einem unkontrollierten und unkontrollierbaren Bereich ausbilden: „Das Virus hält sich nicht an Gesetze. Wir haben die Sorge, dass der Pfusch blüht und es zu Infektionen im privaten Hotspot-Bereich kommt, wo keinerlei Sicherheitsmaßnahmen gewährleistet sind.“ Eder und Zeibig fordern für die verordneten Schließtage dringend eine erhöhte Unterstützungsleistung – die Mitgliedsbetriebe leiden schon jetzt unter enormen Umsatzausfällen bis zu 60 Prozent.
 

Dagmar Zeibig vertritt als Bundesinnungsmeisterin in der WKÖ die Interessen von rund 27.000 Mitgliedsbetrieben aus den Bereichen Fußpflege, Massage, Heilmassage, Kosmetik, Visagistik, Nagelstudios, Pigmentieren, Tätowieren und Piercen. Bundesinnungsmeister Wolfgang Eder ist als Branchensprecher für österreichweit rund 9.200 Friseurbetriebe zuständig.

Erhöhte Hilfen sind Gebot der Stunde 

Unterstützt werden die körpernahen Dienstleister sowie die ebenfalls von Lokalschließungen betroffenen Floristinnen und Floristen in der Ostregion von Renate Scheichelbauer-Schuster, der Obfrau der Bundessparte Gewerbe und Handwerk in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ): „Ich habe aufgrund der hohen Anzahl an Infektionen zwar Verständnis für strikte Maßnahmen, allerdings ist der neue Lockdown für viele unserer Branchen und Betriebe eine wirtschaftliche und menschliche Katastrophe. Die neuen Maßnahmen werfen uns bei der so notwendigen wirtschaftlichen Erholung wieder zurück. Viele Branchen – gerade jene mit direktem Kundenkontakt – sind existentiell betroffen und auf die staatlichen Unterstützungsmaßnahmen angewiesen, die oft nicht einmal die Grundlagen zum Überleben sichern. Daher ist es ein Gebot der Stunde, die Unterstützungsmaßnahmen deutlich zu erhöhen.“ 

Appell an die Kundinnen und Kunden

Zugleich betont Scheichelbauer-Schuster, dass viele Betriebe trotz des Lockdowns auch in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland weiterhin geöffnet haben, und appelliert an die Bevölkerung: „Soweit der Lockdown eine wirtschaftliche Tätigkeit erlaubt, bitte ich die Kundinnen und Kunden, den Gewerbebetrieben die Treue zu halten.“
 
In den produzierenden Bereichen wie Bau und Ausbaugewerben (z.B. Tischler, Fliesenleger, Installateure und viele mehr), aber auch in den Werkstätten der Kleidermacher, Textilreiniger, Kfz-Techniker sowie in den Studios der Berufsfotografen, um nur einige Beispiele zu nennen, darf weitergearbeitet werden. „Diese Betriebe dürfen auch weiter Aufträge übernehmen und durchführen. Viele unserer Branchen führen auch Reparaturen und Notdienste in der Zeit des Lockdowns durch“, führt Scheichelbauer-Schuster aus.  
 
Wie in jedem Lockdown haben die gewerblichen Gesundheitsberufe (Augen- und Kontaktlinsenoptiker, Hörgeräteakustiker, Orthopädietechniker, Orthopädieschuhmacher und Zahntechniker) ihre Kundenbereiche geöffnet, um ihre Gesundheitsdienstleistungen erbringen zu können. Gleiches gilt für Heilmasseure und Fußpfleger zur Versorgung medizinischer Notfälle. 
 
Besonders wichtig ist auch die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln aus der Region. „Die österreichischen Bäcker, Fleischer und Konditoren stehen Tag für Tag mit ihren regionalen Handwerksprodukten bereit. Sie sind eine wertvolle und genussreiche Alternative zu den Supermärkten“, so Scheichelbauer-Schuster. 
 
Jetzt ist zudem die Zeit für frühlingshafte Blumensträuße und Blumengestecke: Hier gebe es auch für die Kundinnen und Kunden in der Ostregion trotz geschlossener Geschäfte eine praktikable Lösung: „Click & Collect ist die beste Möglichkeit, trotz geschlossener Geschäfte qualitätsvolle und meisterliche Blumenarrangements vom Floristen zu erwerben“, so Scheichelbauer-Schuster.
 
Die Spartenobfrau begrüßt, dass am Dienstag auch ein Prozedere für die dringend notwendigen Öffnungen in Aussicht gestellt wurde: „Das ist ein wichtiger Schritt, um den Unternehmen eine Perspektive zu geben.“ (PWK166/HSP)

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