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KV-Forderungen der Gewerkschaften nicht nachvollziehbar 

Fachverband Metalltechnische Industrie setzt auf KV 4.0

Christian Knill, Obmann des Fachverbands Metalltechnische Industrie
© FMTI Christian Knill, Obmann des Fachverbands Metalltechnische Industrie

Die von den Gewerkschaften heute präsentierten Forderungen sind für den Obmann des Fachverbandes Metalltechnische Industrie, Christian Knill, „nicht nachvollziehbar. Die genannte Prozentzahl basiert nicht auf sachlichen Grundlagen und Daten. Wir beginnen die Verhandlungen immer bei Null, denn zuerst müssen wir uns auf eine seriöse Datenbasis verständigen. Die wesentlichen Faktoren dafür sind die Branchenentwicklung, die internationale Preisentwicklung, die gesamtwirtschaftliche Produktivität sowie die Inflation, auch die in den europäischen Mittbewerbsländern.“

Knill betont außerdem: „Unser Ziel ist ein fairer und vernünftiger Abschluss für beide Seiten. Wir wollen mit den KV-Verhandlungen eine Win-win-Situation und das Beste für die 1.200 Betriebe und 130.000 MitarbeiterInnen schaffen. Dafür brauchen wir aber seriöse und vernünftige Verhandlungen. Wir sind der falsche Adressat, wenn die Gewerkschaften mit der Bundesregierung und dem neuen Arbeitszeitgesetz unzufrieden sind. Wir brauchen ein Bekenntnis der Gewerkschaften, dass es um den Standort, die Betriebe und Beschäftigen geht, das heißt eine gesamtwirtschaftliche Verantwortung. Nur erfolgreiche Betriebe können gute Gehälter zahlen und Arbeitsplätze schaffen. Dass die Gewerkschaften bereits vor Verhandlungsbeginn vorsorglich Streikbeschlüsse gefasst haben, ist einmalig und leider ein Zeichen dafür, dass sie diese Verantwortung nicht ernst nehmen.“

KV 4.0 – Der Mensch im Mittelpunkt

Die Metalltechnische Industrie hat heute auch einen Forderungskatalog vorgelegt. Das Konzept des KV 4.0 ist zukunftsorientiert und beschäftigt sich mit den Herausforderungen der Branche, etwa Digitalisierung und Automation. Der KV 4.0 basiert auf folgenden Prinzipien:

  • Er muss fair und transparent sein – also auf einer sachlichen und professionellen Datenanalyse basieren.
  • Er muss planbar sein – die Unternehmen brauchen Planungssicherheit, ein mehrjähriger Abschluss schafft diese Sicherheit.
  • Er muss einfach sein – der KV muss flexibler werden und einfacher, etwa durch eine deutliche Reduktion der Regelungen, ein einheitlicher Beschäftigten-KV sollte die nicht mehr zeitgemäße Trennung zwischen Arbeitern und Angestellten ersetzen.
  • Er muss zukunftsorientiert sein – die Herausforderungen der Zukunft verlangen neue Modelle, etwa für eine Jahresarbeitszeit oder die leichtere Beschäftigung von über 50-Jährigen.

„Bevor wir über Prozente reden, müssen wir also über ein zeitgemäßes KV-Verständnis reden. Dafür werden wir uns Zeit nehmen, denn wir wollen ein faires Ergebnis und einen modernen KV für die MitarbeiterInnen unserer Branche“, so Knill abschließend.

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