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Iran: US-Ausstieg aus Nuklearabkommen erhöht Unsicherheit für Unternehmen

In WKÖ-Blitzumfrage reagieren österreichische Unternehmen vorerst abwartend auf den Ausstieg der USA aus dem Iran-Deal

US-Ausstieg aus Nuklearabkommen
© wkö

US-Präsident Donald Trump hat den Ausstieg der USA aus dem Nuklearabkommen mit dem Iran - Joint Comprehensive Plan of Action (JCPOA) - angekündigt, womit die Aussetzung der Sanktionen nicht mehr verlängert würde. „In einer Blitzumfrage unter den im Iran tätigen österreichischen Unternehmen sieht man den US-Ausstieg aus dem JCPOA vorerst abwartend. Wichtig ist jetzt, die Details und deren Auswirkungen zu analysieren und abzuwarten, wie die anderen Vertragsparteien reagieren werden. Die Überlegungen der Unternehmen reichen vom sofortigen Stopp der Iran-Aktivitäten bis hin zu einem möglichst langen Aktiv-Sein im Rahmen des neuen Sanktionskorsetts“, berichtet Michael Otter, Leiter des AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Klar ist, dass die Unsicherheit für im Iran tätige Unternehmen durch den angekündigten Ausstieg aus dem Iran-Deal zunimmt. Bei europäischen wie österreichischen Unternehmen herrschte bereits vor der Entscheidung des US-Präsidenten Unsicherheit, inwieweit sie mit Blick auf ihr US-Engagement gegen aktuelle wie eventuell zukünftige Sanktionen verstoßen. Auch nach Lockerung der Sanktionen agierten Unternehmen vorsichtig und bearbeiteten den Markt teilweise „low profile“: So wurden beispielsweise Messen nur besucht und Projekte nacheinander abgearbeitet. Keinesfalls möchten am amerikanischen Markt tätige Unternehmen ihr größeres US-Geschäft gefährden.

Lockerung der Sanktionen brachte nicht den erhofften Anstieg

Der Iran ist ein interessanter Markt: Durch die jahrelange Abschottung infolge der Sanktionen haben sich Zig-Milliarden-Euro-Chancen in Bereichen wie Automotive, Energie, Maschinenbau, Industriemodernisierung, Umwelttechnologien, Landwirtschaftsmaschinen und im Erdöl- sowie Gassektor aufgestaut. Die Lockerung der Sanktionen brachte allerdings infolge der Finanzierungsengpässe nicht den erwarteten sprunghaften Anstieg. Insgesamt sind etwa 50 österreichische Unternehmen im Iran mit Niederlassungen präsent.
Die österreichischen Exporte in den Iran stiegen 2017 um 9,2 Prozent auf 301 Millionen Euro.

Die österreichischen Importe aus dem Iran erzielten ein Plus von 18,5 Prozent und erreichten 119 Millionen Euro. Ein Status Quo, d.h. das neuerliche Erreichen der 300-Millionen-Euro-Exportmarke, wäre unter der neuen Konstellation für 2019 ein rot-weiß-roter Erfolg.  (PWK341/SR)

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