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Investitionen – Motor für Wachstum und Beschäftigung 

Gemeinsame Enquete von WIFO und Sozialpartnern über langfristige Strategien und kurzfristige Impulse zur Förderung der Investitionen in Österreich

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Investitionen als Motor für Wachstum und Beschäftigung standen am Mittwochvormittag im Mittelpunkt einer gemeinsamen Enquete vom Beirat für Wirtschafts- und Sozialfragen und dem WIFO. Ausgangspunkt ist das WIFO-Forschungsprogramm „Österreich 2025“, in dessen Rahmen breit angelegte Studien Zukunftsperspektiven für unser Land beleuchten.

Sozialpartner: Impulse für private und öffentliche Investitionen

Sowohl private wie auch öffentliche Investitionen bedürfen der Förderung, sind sich die Sozialpartner einig und sprechen sich für dauerhafte und effektive steuerliche Investitionsanreize aus. Eine Option in diese Richtung ist eine vorzeitige beziehungsweise degressive Afa (Abschreibung für Abnutzungen) – immer unter der Vorgabe, dass diese auch finanzierbar ist. Zudem muss ausreichend Spielraum für öffentliche Investitionen geschaffen werden, sind die Sozialpartner überzeugt.

Badelt: In ein leistungsfähiges Bildungssystem investieren

Auf die Bedeutung des Bildungsbereichs verwies WIFO-Leiter Christoph Badelt: „Wenn wir von öffentlichen Investitionen sprechen, sollten wir dies in einem breiten Sinn tun – und auch an die Investitionen in den Bildungsbereich denken.“ Vor allem in Zeiten des digitalen Wandels werde ein leistungsfähiges Bildungssystem immer wichtiger. „Und zwar vom Kindergarten bis zum lebenslangen Lernen“, so Badelt.

„WIFO-Studien haben ergeben, dass gut gebildete Facharbeiter sowie Akademiker für den heimischen Standort entscheidend sind. Für viele Unternehmen, die überlegen, in Österreich zu investieren, ist die Verfügbarkeit dieses Personals zentral.“ Ebenso wichtig: „Die Unternehmen wünschen sich im Steuersystem sowie bei den Förderungen von der Politik Verlässlichkeit und Kontinuität.“

Achitz: Fehlende Planbarkeit und soziale Absicherung hemmt Konsumneigung massiv

„Dank der bisher letzten Steuerreform haben die Menschen in Österreich mehr Geld zum Ausgeben, und das macht sich auch deutlich in steigendem Konsum bemerkbar“, sagte Bernhard Achitz, Leitender Sekretär des ÖGB: „Jetzt ist der nächste logische Schritt, dass man auch die Konsumnachfrage der Menschen mit sehr niedrigen Einkommen ankurbelt: durch höhere Mindestlöhne.“ Wieviel die Menschen zu konsumieren bereit sind, hänge aber nicht nur vom Einkommen ab: „In der Studie ist die Rede davon, wie wichtig Planbarkeit für die Unternehmen ist, damit sie investieren. Planbarkeit und Sicherheit ist aber auch für die Individuen entscheidend. Wenn den Menschen mit 40 Jahren schon signalisiert wird, dass sie mit 60 keinen Job mehr kriegen werden, wenn man ihnen ständig sagt, sie werden kaum mehr Pension bekommen, dann hemmt das deren Konsumneigung ganz massiv.“ Planbarkeit hänge sehr stark am klassischen Arbeitsverhältnis. „Das wird durch mit der Digitalisierung einhergehenden Varianten neuer Beschäftigungsarten wie Crowdworking stark ausgehöhlt. Betroffene verlieren Sicherheit und Einkommen. Der ÖGB fordert daher: Wer von der Zurverfügungstellung seiner Arbeitskraft leben muss, ist zu schützen und muss künftig ins Arbeitsrecht einbezogen werden.“

Hochhauser: Vertrauen in Standort und Planungssicherheit ist der größte Motivator

WKÖ-Generalsekretärin Anna Maria Hochhauser betonte die Wichtigkeit der richtigen Rahmenbedingungen für Investitionen. „Für die Stützung privater Investitionen sind viele Faktoren ausschlaggebend, dabei darf man die Erwartungen der Unternehmen an die wirtschaftliche Entwicklung und ihr Vertrauen in den Standort und in Planungssicherheit nicht außer Acht lassen.“ Gerade das aktuelle Beispiel dritte Piste des Flughafens Schwechat zeigt eindrücklich, wie wichtig Rechtssicherheit für Investoren ist. „Vertrauen ist der größte Motivator für Investitionen! Wir müssen Rahmenbedingungen schaffen, die vertrauensfördernd sind, diese sind der größte Hebel für Investitionen“.

Dabei geht es aus ihrer Sicht um das Zusammenwirken von Investitionen im privaten und öffentlichen Bereich: „Wir brauchen beides, denn öffentliche Investitionen sind das Fundament für private.“

Klein: Brauchen sinnvollen Mix von öffentlichen und privaten Investitionen

„Die Sozialpartner sind sich einig, dass Investitionen wichtig sind. Aber die Frage ist: In was wird investiert? Hier braucht es einen sinnvollen Mix aus öffentlichen und privaten Investitionen“, sagt auch Christoph Klein, Direktor der Arbeiterkammer. Damit mehr in öffentliche Infrastruktur investiert werden darf, macht sich die AK für vernünftige Fiskalregeln stark. „Öffentliche Investitionen, mit denen die Infrastruktur modernisiert wird und die den nachfolgenden Generationen dienen, sollten von den derzeit geltenden Defizitregeln ausgenommen werden.“ Dass es zu einer Lockerung hier kommt, dafür treten mittlerweile auch Organisationen wie die OECD und der Währungsfonds ein.

Auch der private Konsum gehört aus Sicht des AK Direktors gefördert, nicht zuletzt durch eine Steuerstrukturreform, die dazu führen soll, dass weniger Steuern auf Arbeit und mehr auf Vermögen anfallen. „Seit den 90er Jahren wird Vermögen sukzessive weniger besteuert, Arbeit immer mehr. Dieses Missverhältnis gilt es zu reparieren. Hier braucht es eine vernünftige Debatte. Denn derzeit wird der private Konsum gehemmt“, sagt AK Direktor Christoph Klein. Digitalisierung und Decarbonisierung sieht er ebenfalls als Chancen für Investitionen.

Plank: Brauchen langfristig ausgerichtete Investitionsstrategie

„Von den Themen Klima und Energie gehen in den nächsten Jahrzehnten große Herausforderungen für unser Land aus. Damit wir diese auch erfolgreich meistern können und damit gleichzeitig Wertschöpfung und Arbeitsplätze schaffen, brauchen wir nachhaltige technologische Entwicklungen. Mit einer langfristig ausgerichteten Investitionsstrategie lassen sich beispielsweise in den Bereichen Energieeffizienz oder Ökoenergie Zukunftsinvestitionen anregen und motivieren. Diese Investitionen können den Weg, den Österreich hier schon seit geraumer Zeit kompetent als weltweit führendes Technologieland erfolgreich beschreitet, auf Dauer absichern“, erklärte der Generalsekretär der LK Österreich, Josef Plank.

Er ergänzte: „Nachhaltige Investitionen sichern vor allem der regionalen Wirtschaft mit ihren kleinen und mittleren Strukturen nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg. Davon profitieren auch andere Wirtschaftszweige, wie die Land- und Ernährungswirtschaft. Und sichere Arbeitsplätze in der Umgebung sind ein Nutzen für die Menschen in den ländlichen Regionen.“ (PWK350/PM)

Rückfragen:
Arbeiterkammer Wien
Miriam Koch
T: 01 50165 2893
E: miriam.koch@akwien.at

LK Österreich:
Dr. Josef Siffert,
T: 01/53441-8521
E: j.siffert@lk-oe.at

ÖGB Österreichischer Gewerkschaftsbund
Florian Kräftner
T: 01/53 444-39 264, 0664/301 60 96
E: florian.kraeftner@oegb.at

WIFO
Christoph Schwarz
T: +43(0)664/2256646,
E: christoph.schwarz@wifo.ac.at

WKÖ
Mag. Petra Medek
T: +43 5 90 900 4599
E: petra.medek@wko.at


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