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Industrie/Handel fordern Schutzschirm für Waren-Kreditversicherungen

WKÖ-Bundessparten: Exporte massiv von Deckungsreduktion betroffen - Standortnachteil im internationalen Wettbewerb - staatliche Unterstützung notwendig

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© (C) Image Source/Corbis

Österreich müsse rasch handeln und Kreditversicherer durch einen staatlichen Schutzschirm stützen, fordern die Bundessparten Industrie und Handel in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). Ansonsten habe das schwerwiegende Folgen für die gesamte heimische Wirtschaft. 

„Wir beobachten aktuell nahezu täglich ein starkes Zurückfahren der Kreditlimits. Diese Deckungsreduktionen bzw. der Wegfall der Kreditversicherer macht den Export für rund die Hälfte aller Industriebranchen schon jetzt nahezu unmöglich“, sagt Sigi Menz, Obmann der Bundessparte Industrie. Aufgrund der weiter angespannten Konjunktursituation, ist in naher Zukunft ein noch restriktiveres Vorgehen zu erwarten. „Das ist für unsere Industrieunternehmen, die eine durchschnittliche Exportquote von 65 Prozent aufweisen, alles andere als ein erfreuliches Zukunftsszenario“, so Menz. 

Andere Staaten haben bereits reagiert und Unterstützung zugesagt, was wiederum einen massiven Wettbewerbsnachteil für österreichische Unternehmen bedeutet. Die Auswirkungen der Limitkürzungen gehen aber weit über das Exportgeschäft hinaus. Seitens der österreichischen Kreditversicherer wurden Deckungszusagen in der Höhe von rund 56 Milliarden Euro getroffen: 70 Prozent (39,2 Mrd. Euro) entfallen auf Exportgeschäfte, 30 Prozent auf innerösterreichische Geschäfte (16,8 Mrd. Euro). Neben der Industrie bekommt vor allem der Handel die Limitreduktionen zu spüren. Betroffen sind sowohl KMU als auch Großunternehmen.

Für das Funktionieren der Lieferketten systemrelevant

„Kreditversicherungen sind für die österreichischen Handelsbetriebe systemrelevant. Sie sorgen dafür, dass Warenströme und Lieferketten funktionieren. Sie sind für Lieferanten existenz-relevant, weil sie vor Forderungsausfällen schützen. Österreich darf daher auf die Unterstützung der Kreditversicherer nicht vergessen“, sagt Handelsobmann Peter Buchmüller. Gemeinsam mit Industrie-Obmann Menz fordert Buchmüller daher eine Unterstützung, beispielsweise nach dem Vorbild Deutschlands. Bei diesem Modell übernimmt der Staat einen großen Teil des Risikos (90 Prozent). Im Gegenzug erhält dieser auch den überwiegenden Teil der Prämieneinnahmen (65 Prozent).  

„Viele Länder haben bereits auf die durch die Coronakrise ausgelöste Situation reagiert. Auch wir brauchen rasch eine Lösung, die für den Wirtschaftsstandort stabilisierend wirkt“, betonen Menz und Buchmüller unisono.  (PWK275/DFS)

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