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Immer mehr freie Jobs, daher jetzt Fachkräfteoffensive starten

Arbeitskräftepotenzial voll ausschöpfen, sonst droht Wachstumsbremse, warnt WKÖ-Experte Martin Gleitsmann

Fachkräfte
© WKÖ

Mit zusätzlich 96.000 Beschäftigten und einem Rückgang der Arbeitslosigkeit um 31.875 im Vorjahresvergleich läuft der österreichische Arbeitsmarkt so gut wie schon seit Jahrzehnten nicht. Doch es gibt einen Wermutstropfen: Österreich gehen die Arbeitskräfte aus. Ein Grund dafür ist der regionale Missmatch am österreichischen Arbeitsmarkt mit vielen offenen Stellen im ländlichen Raum und hohen Arbeitslosenzahlen in Wien. Dazu kommt laut Martin Gleitsmann, Arbeitsmarktexperte der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ): „Die Arbeitsmärkte in Tschechien, Deutschland, Polen und Rumänien entwickeln sich noch besser als in Österreich, die Menschen aus diesen Ländern finden in ihren Heimatländern eine gute Beschäftigung und brauchen nicht mehr nach Österreich zu pendeln. Immer mehr österreichische Betriebe können ihre offene Jobs daher nicht besetzen.“

Inländisches Arbeitskräftepotenzial voll ausschöpfen

Nach wie vor ist beinahe die Hälfte der Arbeitslosen in Wien (40%), während die überwiegende Mehrheit der dem AMS gemeldeten Jobs (86%) außerhalb von Wien sind. Dieser regionale Missmatch ist eine große Herausforderung. „Es muss alles unternommen werden, das im Inland vorhandene Arbeitskräftepotenzial zu mobilisieren. Die Menschen müssen erkennen, dass die ländlichen Regionen derzeit die besten Arbeitsmarktchancen bieten.“ Die von der österreichischen Bundesregierung in dieser Woche vorgestellten Eckpunkte zur bedarfsorientierten Mindestsicherung mit österreichweit einheitlichen Maximalsätzen und einem stärkeren Fokus auf Sachleistungen stärken die Arbeitsanreize und gehen damit in die richtige Richtung, so Gleitsmann.

Ausbildungen in den Betrieben forcieren, Fachkräftestrategie starten

Der WKÖ-Experte betont: „Der Fachkräftemangel darf keine Wachstumsbremse werden.“ Eine besonders wirksame Form der Aus- und Weiterbildung sei der im Regierungsprogramm vorgegebene Weg, die Fachkräfte direkt in den Betrieben auszubilden. „Dies sollte forciert werden und die im Regierungsprogramm ebenso verankerte Fachkräfteoffensive nach deutschem Vorbild sollte rasch umgesetzt werden,“ fordert Gleitsmann.

Lehrstellenlücke geschlossen 

Wie gut sich der Arbeitsmarkt entwickelt, zeigt sich auch daran, dass erstmals seit 17 Jahren die Lehrstellenlücke geschlossen ist. Es gibt österreichweit mehr sofort verfügbare offene Lehrstellen als Lehrstellensuchende. Neben diesen 4.932 sofort verfügbaren offenen Lehrstellen gibt es noch weitere 12.866 Lehrstellen, die zu einem späteren Lehrantritt, insbesondere im Herbst, zur Verfügung stehen. Oft scheitert die Besetzung an den zu engen Berufswünschen oder an der fehlenden Mobilität. „Das vom AMS Wien gemeinsam mit der WKÖ gestartete Projektes b.mobile waren der erste richtige Schritt, um Jugendliche für Lehrstellen im Westen zu begeistern,“ so Gleitsmann. 

Arbeitslosigkeit unter Älteren sinkt überdurchschnittlich

Sehr erfreulich ist die Entwicklung bei den älteren Arbeitslosen. Die Arbeitslosenquote bei den Älteren sinkt mit -1 Prozentpunkt stärker als im Durchschnitt. Die im AMS seit den letzten Jahren verfolgte Strategie, Ältere über Eingliederungsbeihilfen wieder in Jobs zu integrieren, ist der beste Weg, und es ist sehr positiv, dass die Regierung diesen Weg weiterverfolgt und auch künftig 60% der für Ältere und arbeitsmarktferne Personen gewidmeten AMS-Mittel für Eingliederungsbeihilfen und Kombilöhne reserviert. (PWK399/DFS)

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