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Österreichische EPU wollen wachsen

Hybrides Unternehmertum – teilweise Selbständigkeit - ermöglicht risikofreie Selbstverwirklichung

Hybrid EPU
© Rainer Berg / Westend61 / picturedesk.com

Österreichs Ein-Personen-Unternehmer (EPU) blicken positiv in die Zukunft, das zeigt eine aktuelle Befragung der KMU Forschung Austria. Ein Weg, für den sich immer mehr Unternehmer entscheiden, ist die teilweise Selbständigkeit. Rund ein Fünftel der Ein-Personen-Unternehmen in Österreich sind sogenannte hybride EPU - die neben der Selbstständigkeit als Angestellte arbeiten. Sie stehen finanziell auf sicheren Beinen und zeigen sich, so die Studie, auch offen für eine Expansion ihrer unternehmerischen Tätigkeiten. Trotzdem kämpfen sie mit denselben Herausforderungen, wie „Vollzeit-EPU“: bürokratischer Hürden und steuerlichen Belastungen.

Die meisten Hybrid EPU sind zwischen 50 und 59 Jahre alt, fast die Hälfte sind Akademiker. Methodisch erfasst wurden ihre Motive, Ziele und Bedürfnisse erstmals in einer Studie der KMU Forschung Austria, die im Juli 2019 im Auftrag der Wirtschaftskammer Österreich (WKO) durchgeführt wurde. 

Vielfältige Motive für die Selbstständigkeit

Unterschieden wird zwischen primär unselbstständigen bzw. selbstständigen Hybriden, je nachdem, welchen Stellenwert die Selbstständigkeit gegenüber dem Anstellungsverhältnis einnimmt. Die Entfaltung der eigenen Potentiale, eine abwechslungsreiche Tätigkeit und die Möglichkeit der finanziell abgesicherten Selbstverwirklichung sind die Hauptmotive für ein primär unselbstständiges Hybrid-Unternehmertum, welches von einer überwältigenden Mehrheit der befragten EPU praktiziert wird. Für primär Selbstständige steht hingegen die Entfaltung und Anwendung eigener Potentiale und Kompetenzen im Vordergrund.



Die Grundstimmung unter Österreichs Selbstständigen ist positiv. 70 Prozent aller hybriden Einzelunternehmer- und Unternehmerinnen berichten, ihre persönlichen Potentiale, Kompetenzen und Talente frei entfalten und im Job zur Anwendung bringen zu können. Die finanzielle Absicherung ist natürlich wichtig, aus reiner Geldnot wählen jedoch die wenigsten den Weg in die nebenberufliche Selbstständigkeit. Die Befragung zeigte im Gegenteil, dass die Hälfte der hybriden EPU sehr zufrieden oder zufrieden mit ihrem Einkommen ist. In den Umsätzen sind Hybride EPU stark in den Umsatzbereichen bis zu € 50.000,- vertreten, immerhin 12 Prozent konnten im Jahr 2018 einen Jahresumsatz von mehr als € 100.000,- erwirtschaften. In der Vergleichsgruppe aller EPU lag der Anteil mit 24 Prozent sogar doppelt so hoch.




Die Zeichen stehen auf Wachstum

Hybrides Unternehmertum sollte als eigenständige, nachhaltige Form unternehmerischer Tätigkeit betrachtet werden. So plant mehr als die Hälfte aller hybriden EPU, ihre Zeit zwischen Anstellung und Selbstständigkeit auch in den nächsten Jahren ähnlich aufzuteilen. Ein Großteil der hybriden Ein-Personen-Unternehmerinnen- und Unternehmer ist außerdem in einer anderen Branche als im jeweiligen Hauptberuf aktiv. Auch hegen hybride EPU deutlich öfter Wachstumspläne: Jedes zweite hybride Unternehmen plant in den nächsten drei Jahren eine Erweiterung am regionalen (50 Prozent) oder am österreichischen Markt (44 Prozent). 


Herausforderungen und Forderungen

Herausforderungen für Ein-Personen-Unternehmen jeder Art liegen im mitunter erheblichen Arbeitspensum und administrativen Hürden wie der als zu hoch empfundene Steuerlast. Jeweils 57 % der befragten hybriden EPU bewerten diese Faktoren als herausfordernd. Linderung würde eine steuerliche Begünstigung von Aufwendungen für den Arbeitsplatz im Wohnungsverband bringen, auf den immerhin die Hälfte aller hybriden EPU angewiesen sind. Außerdem wären die Vorsteuerabzugsfähigkeit für PKW-Kosten sowie weitere Abschreibungsmöglichkeiten für Neuanschaffungen eine willkommene Entlastung für Österreichs hybrid-EPU.

Bereits beschlossen wurde eine Anhebung der Kleinunternehmergrenze, die 2020 von 30.000 Euro im Jahr auf 35.000 Euro angehoben wird. Damit müssen Unternehmen, die einen Jahresumsatz von bis zu 35.000 Euro aufweisen, keine Umsatzsteuer zahlen – was in besonderem Maße EPU zu Gute kommen wird.


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