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Hörl: Studie über ökologischen Fußabdruck von Skigebieten bringt völlig verfälschtes Ergebnis 

Prüfung der „Ringler-Studie“ durch BOKU zeigt große Fehlerquellen, unscharfe Bewertungsmethoden und fehlenden Verbrauchernutzen

Seilbahn im Skigebiet
© WKÖ

Eine vom Fachverband der Seilbahnen in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) in Auftrag gegebene Prüfung der Studie „Skigebiete der Alpen“ des Biologen Alfred Ringler bringt aus Sicht von Univ.-Prof. Ulrike Pröbstl-Haider von der Universität für Bodenkultur (BOKU) ein eindeutiges Ergebnis: „Die Erfassung der ökologischen Auswirkungen von ca. 1.000 Skigebieten hält einer wissenschaftlichen Analyse nicht stand. Dafür sind vor allem die groben Mängel bei der Datenerfassung und Bewertung verantwortlich“. Für den Obmann des Fachverbandes, Franz Hörl, war der „sachkundige Gegencheck“ wichtig, immerhin führte die Studie zu einer unreflektierten „Black List“, die auch zwei österreichische Skigebiete ungerechtfertigt als „Öko-Sünder“ abstempelte. „Unsere Branche zählt zu den nachhaltigsten weltweit. Wir wissen, dass wir diese Leistungen noch intensiver kommunizieren müssen. Dazu zählt auch, falsche Informationen zu widerlegen und Fakten auf den Tisch zu legen“, so Hörl.

Im Mittelpunkt der Bewertung standen für die Wissenschaftlerin der BOKU Wien vor allem zwei zentrale Aspekte: Die Nachvollziehbarkeit der Methode und die Qualität der dafür verwendeten Grundlagen sowie daraus abgeleitete Berechnungsmethode des ökologischen Fußabdrucks und die Ableitung der Konsequenzen. Kritik übt Pröbstl-Haider bereits an der Datengrundlage. „Die Erfassung von Gebieten per Luftbild im alpinen Raum ist häufiger mit Fehlern belastet als solche in ebenen Kulturlandschaften. Zudem müssen Ursachen, wie zum Beispiel Schattenwurf und hohe Reliefenergie, berücksichtigt werden. Auch die Bewertung von Landschaftsveränderungen muss exakt sein, denn eine Rodung von Bäumen für den Pistenbau sieht im Luftbild ähnlich aus wie eine Fällung aufgrund von Borkenkäfern“, so Pröbstl-Haider. 

Methodische Defizite führten zu Fehlern

So haben die methodischen Defizite aus Sicht der Wissenschaftlerin zu zahlreichen Fehlern geführt. „Viele Skigebiete wurden zu Unrecht an den Pranger gestellt und Verdachtsfälle nicht mit der erforderlichen Sorgfalt nachrecherchiert“, so Pröbstl-Haider. So wurden etwa Speicherseen für die technische Beschneiung bewertet, die gar keine sind oder Rodungen für die Skigebietsentwicklung kritisiert, die sich als Windwurf herausstellten. Sie verweist dabei auf einige Beispiele, die Mängel aus einer größeren Auswahl exemplarisch belegen:

Bei der Beurteilung des Skigebiets Alpkogel-Galtür in der Studie von Alfred Ringler großflächige Sanierungsmaßnahmen im Areal völlig unbegründet den Seilbahnen zugeschrieben. „Die Beseitigung von Blockfeldern und Felsstürzen erwies sich als ein vom Land Tirol genehmigter Abbau im Zuge einer Hochwasserkatastrophe. Die Bergbahnen hatten davon weder einen Vorteil, noch entstanden dadurch zusätzliche Pisten“, erklärt Pröbstl-Haider.

Auch die Prüfung der Daten für das Skigebiet Planneralm zeigt die Mängel der Studie auf. Dort wurden fälschlicherweise zwei Schnei-Teiche erfasst. Die Betreiber des Skigebiets geben dazu in ihrer Stellungnahme an, dass man über gar keinen Teich verfüge und hier wohl ein natürlicher See sowie ein Auffangbecken für ein Kleinkraftwerk per Luftbild aufgenommen wurde. „Das alles sind nur einzelne Beispiele für fehlerhafte Grundlagen, die sich durch die gesamte Studie ziehen“, so Pröbstl-Haider.

Kritik übt sie vor allem auch an der Berechnungsmethode zur Ableitung des ökologischen Fußabdrucks: „Der Parameter, mit dem alle Werte zur Berechnung multipliziert werden, ist die Flächengröße des Skigebiets. Damit unterstellt die Methode, dass sich die Größe immer negativ auswirkt.“ Zudem nimmt die Methode lediglich auf die Entstehung des jeweiligen Skigebiets Rücksicht, ignoriert jedoch sämtliche Maßnahmen im Bereich der Sanierung und Pflege. „Das ist kein ökologischer Fußabdruck, sondern vielmehr ein Eingriffsindex. Damit fehlt der Studie leider auch jeglicher Verbrauchernutzen“, betont Pröbstl-Haider.

Als Empfehlung für Verbraucher legt sie Interessierten daher die Wahl von Skigebieten mit überprüftem Umweltmanagement sowie einen Online-Rechner, wie jenen der TU Graz, ans Herz. Dieser ergibt für einen einwöchigen Urlaub mit fünf Skitagen in den österreichischen Alpen im Vier-Sterne-Hotel und einer Anreise mit Dieselfahrzeug insgesamt 484,3 kg an CO2. Der einwöchige Thailandurlaub im 4-Sterne Hotel mit fünf Wellnesstagen samt Flug nach Bangkok kommt auf 1.907,2 kg CO2.

Ungerechtfertigte Diskreditierung von Skigebieten

Das Fazit der Wissenschaftlerin vom BOKU-Institut für Landschaftsentwicklung, Erholungs- und Naturschutzplanung: „Die methodische Vorgangsweise der Studie hält einer wissenschaftlichen Analyse nicht stand. Zu groß sind die Fehlerquellen, zu unscharf die Bewertungsmethode. Dies alles führte zu einer völlig ungerechtfertigten Diskreditierung von Skigebieten und vermittelt dem Verbraucher ein komplett falsches Bild.“ (PWK946/ES)

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