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Handwerk und Gewerbe: Gute Konjunktur durch 6-Punkte-Maßnahmenprogramm unterstützen 

Bildungspartnerschaft Handwerk-Bundesregierung für moderne Fachkräfteausbildung – Hochleistungsinternet wesentlicher Punkt für Betriebe – Umweltförderprogramme neu aufsetzen

Gewerbe und Handwerk
© WKÖ

„Aus Sicht von Handwerk und Gewerbe hat die neue Bundesregierung die Zeichen der Zeit richtig erkannt und legt wichtige Schwerpunkte in den für die Betriebe relevanten Bereichen. „Die gute Konjunktur sollte durch kluge wirtschaftspolitische Maßnahmen unterstützt werden. Das Handwerk und Gewerbe legt daher ein 6-Punkte-Maßnahmenprogramm auf Basis des Regierungsprogramms vor, das die wichtigsten Schwerpunkte aus Sicht des Handwerks und Gewerbes umreißt“, betonte heute, Montag, der Geschäftsführer der Bundessparte Gewerbe und Handwerk, Reinhard Kainz. 

Anzustreben ist, so Kainz, eine Bildungspartnerschaft Handwerk-Bundesregierung: „Der Meister ist das zentrale Element für eine moderne Fachkräfteausbildung am Puls der Zeit. Das bedeutet Unterstützung durch das Handwerk, wenn es darum geht, jene Anforderungen zu definieren, die eine Ausbildungsreife aus Sicht der Betriebe zu erfüllen hat. Gleichzeitig muss die Digitalisierung der Lehrinhalte vorangetrieben werden und ein Bewertungssystem für die objektivierte Vergleichbarkeit zwischen Meisterkompetenzen sowie schulischen und hochschulischen Kompetenzen erarbeitet werden. Wir wünschen uns ein ideales Matching aus Wirtschafts- und Bildungsinhalten mit den tatsächlichen Erfordernissen in den Betrieben, um die Fachkräfteausbildung zu stärken“. 

Institutionalisierten Dialog zum Thema Digitalisierung schaffen  

Ausdrücklich begrüßt wird von der Bundessparte der Digitalisierungsschwerpunkt der neuen Wirtschaftsministerin, denn kein anderes Thema wird die heimischen KMU mehr betreffen und verändern als der Einfluss von digitalen Arbeits-, Produktions- und Kommunikationsprozessen. „Der rasche Ausbau des 5G-Netzes ist für unsere Betriebe immens wichtig. Hochleistungsinternet bis in die Täler bedeutet für unsere Vielzahl an regionalen Betrieben Wettbewerbsgleichheit mit dem urbanen Raum“, so Kainz, die zudem auf die Erfolgsstory der gemeinsam von WKÖ mit dem Wirtschaftsministerium gestarteten Roadshow „KMU Digital“ verweist. „Ich würde es sehr begrüßen, wenn wir die Ergebnisse aus dieser Road Show in einen institutionalisierten Dialog mit dem Wirtschaftsministerium überführen können, um die Bedürfnisse der KMU, aber auch wichtige Querschnittsmaterien etwa im Ausbildungsbereich verankern können“, unterstrich der Spartengeschäftsführer.  

Fokus Klimaziele kann wesentliche Impulse für Haushalte und Handwerksbetriebe bringen 

Besonderes Augenmerk legt das Handwerk und Gewerbe auch auf ein Neuaufsetzen der für die Sparte wichtigen Förderprogramme: „Der Fokus auf das Erreichen der Klimaziele ist ganz besonders wichtig. Wenn es bis zum Sommer gelingt, das 100.000 Dächer-Programm mit jenem für thermische Sanierung und einer Neudotierung des Handwerkerbonus zu verbinden, wäre das eine Win-Win-Situation für die Haushalte, den Bund und die High-Tech Handwerksbetriebe im Bau, Baunebengewerbe oder dem Installationsbereich“, so Kainz.

Realisierung von flexibleren Arbeitszeiten

In Hinblick auf die ausständige Neuregelung beim Vergaberecht gelte es rasch zu einer Einigung zu kommen, denn sonst drohe Österreich ein tägliches Bußgeld von 138.000 Euro. „Durch die fehlende Umsetzung erleiden auch unsere KMU Einbußen, weil sie sich nicht angemessen an öffentlichen Ausschreibungen beteiligen können. Bei einem jährlichen Gesamtvolumen von 60 Mrd. Euro an öffentlichem Ausschreibungsvolumen zählt jedes Prozent für die Handwerksbetriebe“, betonte Kainz. Ebenfalls auf der Agenda: die Realisierung von flexibleren Arbeitszeiten. Denn gerade kleine und mittlere Betriebe benötigen dringend flexible Arbeitszeitmodelle, um wettbewerbsfähig zu sein. Damit verbunden sollte eine Stärkung der Vereinbarungen auf betrieblicher Ebene einhergehen nach der Regel 12 Stunden tägliche Höchstarbeitszeit, 60 Stunden Wochenarbeitszeit bei gleichbleibendem Regelungsregime der Zuschläge. 

Zu wirkungsvoller Durchsetzung des Lohn- und Sozialdumping-Bekämpfungsgesetz kommen 

Was Entlastungsmaßnahmen bei Bürokratie und Steuern anlangt, plädiert Kainz für eine Absenkung der Lohnnebenkosten etwa sofort beim Insolvenzentgeltsicherungsfonds, und der schnellen Umsetzung der im Regierungsprogramm avisierten Vorhaben wie der Reduktion des Kumulationsprinzips und der Einführung eines Bürokratiekostenchecks. Gleichzeitig müssten Regelungen getroffen werden, die durch eine tatsächliche Durchsetzbarkeit des Lohn- und Sozialdumping-Bekämpfungsgesetzes (LSD-BG) Wettbewerbsgleichheit mit ausländischen Mitbewerbern herstellen. „Die Ostregion, also Wien, Niederösterreich, das Burgenland und die Steiermark sind hauptbetroffen vom Hineinarbeiten von Firmen jenseits der Grenze. Die derzeit teilweise unverhältnismäßigen Strafen treffen vor allem inländische Betriebe. Die Strafen ausländischer Betriebe sind vielfach nutzlos, da sie im Ausland kaum vollstreckbar sind.“, unterstrich Kainz. Der Plan der Bundesregierung, das LSD-BG außerhalb des Baus auf den Grundlohn und Sonderzahlungen zu beschränken, wird ausdrücklich begrüßt. Sehr wichtig sind weiters die angekündigten Maßnahmen zur Verbesserung der Vollstreckung von Strafen im Ausland und eine bessere Zusammenarbeit der Behörden über Grenzen hinweg. (PWK011/us)

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