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Handelsobmann Trefelik warnt: „Gerade derzeit kleine Händler nicht über Gebühr belasten“

Einwegpfand führt zu enormen Mehrkosten – verpflichtender Mehrweganteil in der Praxis nicht umsetzbar, da Entscheidung beim Konsumenten liegt

Plastikflaschen
© Jonathan Chng/ Unsplash

„Auch dem österreichischen Handel ist es ein Anliegen, die Plastikflut einzudämmen. Jedoch halten wir die Pläne von Bundesministerin Gewessler für wenig praxistauglich“, sagt Rainer Trefelik, Obmann der Bundessparte Handel in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). Denn alle drei von Leonore Gewessler vorgeschlagenen Punkte führten zu enormen Belastungen für den Handel. Ob dem die gewünschten Effekte gegenüberstehen, sei aber „mehr als fraglich“.

Handel hat Alternativen 

So kann Trefelik zufolge dem Handel nur schwer eine bestimmte Quote für Mehrwegflaschen vorgeschrieben werden. „Die Entscheidung, ob Mehrweg gekauft wird, liegt ja nicht bei uns, sondern beim Konsumenten“, so der Handesobmann, der gleichzeitig aber betont: „Was der Handel tun kann, ist, Mehrweg als Alternative zum Einweg anzubieten. Das machen wir bisher schon und werden wir in Zukunft noch verstärkt tun.“

Besonders belastend für den Handel wäre Gewesslers Vorschlag, ein Einwegpfand auf Pet-Flaschen einzuführen: „Das würde das Aus für viele kleine und mittlere Händler bedeuten. Denn der technische Aufwand sowie die Personalkosten wären enorm“, warnt Trefelik. Daran würde auch nichts ändern, wenn kleinere Händler von der Pflicht, Rücknahmeautomaten anzubieten, ausgenommen werden sollten: „Dann werden die Kunden vor allem jene Handelsbetriebe aufsuchen, wo sie die Rückgabeautomaten vorfinden. Das heißt, die Kleinen kommen bei Einführung eines Einwegpfandes so oder so unter die Räder. Dabei sollte man gerade derzeit alles daran tun, kleine Betriebe nicht über Gebühr zu belasten“, sagt Trefelik.

Betriebe nicht doppelt belasten

Aber auch einer Abgabe auf Plastikverpackungen, wie sie Gewessler heute als dritte Maßnahme vorgeschlagen hat, kann der Handelsobmann wenig abgewinnen: „Das widerspricht dem Geist der Verpackungsverordnung. Denn schon jetzt müssen sämtliche Abfüller und Abpacker sowie auch die Importeure verpackter Waren einen Obolus an ein Sammel- und Verwertungssystem zahlen. Mit diesen Geldern wird die Sammlung und umweltgerechte Verwertung der Verpackungen finanziert. Hier nochmals zu kassieren, würde die Betriebe abermals belasten“, so Trefelik abschließend. (PWK388/DFS)

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