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Gute Stimmungslage bei österreichischen Lehrlingen

market-Umfrage: 85% der Lehrlinge sind mit ihrem Arbeitsplatz, 84% mit der Ausbildung und 90% sind mit ihren Ausbildnern zufrieden

Präsident Leitl anlässlich des Tags der Arbeitgeber: „Österreichs Betriebe leisten Hervorragendes für die duale Ausbildung!“
© Präsident Leitl anlässlich des Tags der Arbeitgeber: „Österreichs Betriebe leisten Hervorragendes für die duale Ausbildung!“

Seit dem Jahr 2008 sind die Lehrlingszahlen in Österreich rückläufig. „Für die Wirtschaft ist es daher im höchsten Maße erfreulich, dass diese Entwicklung gestoppt wurde und dass wieder ein Aufwärtstrend zu erkennen ist“, betont Christoph Leitl, Präsident der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). In den heimischen Ausbildungsbetrieben gab es bei Lehrlingen im ersten Lehrjahr gegenüber dem Vorjahr einen Anstieg um 1,9 Prozent (Stichtag 31.3.). Die größten Zuwächse gab es im Beobachtungszeitraum in Salzburg (5,3%), gefolgt von Niederösterreich (3,4%) und Wien (2,8%). Nach Branchen aufgeschlüsselt gab es die stärksten Anstiege in den Bereichen Information & Consulting (6,2%), vor Transport & Verkehr (4,4%) und Tourismus & Freizeitwirtschaft (4,2%). Die Zahl der Jugendlichen in überbetrieblichen Ausbildungseinrichtungen ist im selben Zeitraum österreichweit um -4,8 Prozent zurückgegangen. Trotz dieses Rückgangs wurde insgesamt einen Anstieg von 0,9 Prozent bei Lehrlingen im ersten Lehrjahr verzeichnet. Neben dieser positiven Nachricht gibt auch eine aktuelle market-Umfrage Hoffnung, dass dieser Trend nachhaltig ist, denn das Image der Lehre ist sowohl bei Lehrlingen selbst, als auch bei Lehrabsolventen hervorragend“, so Leitl.

Die wichtigsten Ergebnisse der Umfrage:

  • Drei Viertel aller Lehrlinge haben bei der Befragung voll zugestimmt (Schulnote eins von fünf), dass die Lehre besser auf das spätere Arbeitsleben vorbereitet als die Schule.
  • Die Lehrlinge sind mit ihrer konkreten Lehrstelle, ihrem Arbeitsplatz, sehr zufrieden. 59 Prozent geben an, dass sie mit ihrem Arbeitsplatz sehr zufrieden sind, 26 Prozent sind zufrieden, in Summe gaben 85 Prozent die Noten 1 und 2. Nur zehn Prozent sind indifferent und lediglich fünf Prozent geben an, dass sie eher nicht oder gar nicht zufrieden sind.
  • Im Durchschnitt wird von Lehrlingen die hervorragende Note 1,63 für den Arbeitsplatz vergeben. Die Durchschnittsnote, welche alle österreichischen Arbeitnehmer bei vergleichbaren Befragungen vergeben, liegt demgegenüber bei 2,06.
  • Konkret auf die Ausbildung im Betrieb angesprochen sind 57 Prozent sehr zufrieden und weitere 27 Prozent zufrieden – d.h. 84 Prozent gaben die Noten 1 oder 2.
  • Noch besser liegen die Werte bei der fachlichen Kompetenz der Ausbildner mit 67 Prozent sehr zufrieden und 23 Prozent zufrieden = in Summe 90 Prozent Zufriedenheit!
  • Die Lehrabsolventen beurteilen ihren Karriereverlauf günstig: 57 Prozent konnten zum Zeitpunkt der Befragung bereits sagen, dass sie sich auf der Karriereleiter hinaufgearbeitet haben.
  • Auch das Prinzip des lebensbegleitenden Lernens ist bei den Lehrabsolventen angekommen. Ebenfalls 57 Prozent haben nach dem Lehrabschluss auch noch weitere Ausbildungen gemacht.
  • Hauptbeweggrund für die Entscheidung eine Lehre zu beginnen, ist – sowohl bei Lehrlingen als auch bei den Lehrabsolventen (retroperspektiv) – der Wunsch nach eigenem Verdienst und das Interesse am Lehrberuf selbst. Im Vorteil gegenüber einer Matura ist die Lehre aus Lehrlingssicht ganz klar beim Start in ein gutes Berufsleben. Auch spannendere Tätigkeiten und Arbeitsplatzsicherheit werden in Berufsbildern mit Lehrausbildung stärker verortet.
  • Auch wenn die Lehrstellensuche sich laut Lehrlingen nicht immer einfach gestaltet: Sechs von zehn Lehrlingen konnten letztendlich aus mehr als einem Angebot wählen. Das Internet ist die prominenteste Infoquelle, wichtig sind zudem Schnuppertage, das Gespräch mit den Eltern und auch das AMS wird als Anlaufstelle für Informationen vergleichsweise häufig genannt.
  • Ein Zehntel der Lehrabsolventen ist inzwischen selbstständig berufstätig, ein gutes Viertel mittlerweile in leitender Funktion. Beim Blick in die Zukunft wird überwiegend Optimismus deutlich – nur ein Drittel der Absolventen sieht in der beruflichen Entwicklung das Ende der Fahnenstange bereits erreicht, während sechs von zehn noch mit weiterem Aufstieg rechnen.

Lehre & Matura – Matura & Lehre

Der Trend zu lebenslangem Lernen (LLL) und stetiger Weiterbildung wird gerade von Lehrlingen stark wahrgenommen. Sechs von zehn Lehrlingen planen nach dem Lehrabschluss weitere Ausbildungen - Matura, Studium und Meisterprüfung stehen am häufigsten als klares Ziel. Von den Möglichkeiten der Weiterbildung sind Meisterprüfung und Berufsmatura die bekanntesten, die neue Berufsakademie mit akademischen Abschluss MSc ist auch schon drei von zehn Lehrlingen bekannt.

Die Zahl der Teilnehmer am kostenfreien Programm Lehre & Matura konnte seit der Einführung 2008 von damals rund 2.000 auf mittlerweile über 10.000 verfünffacht werden. Rund 4.500 Teilnehmer des Programms haben bis 2016 mit der Berufsreifeprüfung abgeschlossen. Immer bedeutsamer wird indes auch der Bildungsweg der Lehre für Maturanten. Da hat sich die Zahl der Lehrlinge, die bereits über eine Matura verfügen in den letzten drei Jahren von 800 auf über 1.500 nahezu verdoppelt.

Talente-Checks zeigen den Weg zum richtigen Lehrberuf

Am Weg zur richtigen Ausbildungs- oder Berufswahl bietet die Wirtschaftskammer mit ihren Talente-Checks und Potenzialanalysen das richtige Tool um zwischen den rund 400 Ausbildungswegen (200 verschiedene Lehrberufe und 200 Arten berufsbildender mittlerer und höherer Schulen oder der AHS-Oberstufe) den persönlich passendsten zu finden. In allen Bundesländern können Jugendliche im Alter von 13 und 14 Jahren an Talente-Checks teilnehmen. Diese werden von den Wirtschaftskammern organisiert und finden teilweise in den Schulen und/oder in den Landeskammern statt. In einem computergestützten intensiven Testverfahren werden die besonderen Fähigkeiten und Talente von Jugendlichen festgestellt.  

Die Talente-Checks umfassen sprachliche, rechnerische, räumliche, kreative, praktische und sozialemotionale Begabungen, teilweise auch Tests der Reaktion und Konzentration, des handwerklichen Geschicks, des technischen Verständnisses, der Merkfähigkeit, sowie Interessens- und Neigungstest. Ziel ist, Stärken und Schwächen der Schüler aufzuzeigen und ihnen eine berufliche Orientierungshilfe zu bieten. Der Test ermöglicht es, dass Jugendliche Antworten auf die Frage bekommen, welcher Beruf oder welcher Bildungsweg für sie der Beste wäre. Damit wird ein Beitrag geleistet, die relativ hohen Drop-out Quoten zu verringern sowie die Berufs- und Bildungschancen der jungen Menschen zu sichern. 2016 haben mehr als 60.000 Jugendliche einen Talente Check absolviert.

Duale Bildung = geringe Jugendarbeitslosigkeit

Leitl: „Der Dualen Berufsbildung kommt eine zentrale Rolle bei der Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit sowie zur Sicherung von Fachkräften zu, denn Länder mit einem Dualen Berufsbildungssystem haben die niedrigste Jugendarbeitslosigkeit.“ Das österreichische Duale Bildungssystem wird weltweit auch als best practice Beispiel für eine gute Ausbildung der Jugendlichen und als beste Versicherung gegen Jugendarbeitslosigkeit gesehen und bringt regelmäßig die besten Fachkräfte der Welt hervor. Die Europameistertitel bei den letzten Berufseuropameisterschaften 2012, 2014, 2016 sind ein Zeugnis dafür.

Leitl: „Es ist uns auch ein Anliegen, andere Länder dabei zu unterstützen, dieses erfolgreiche und zukunftsträchtige Duale Ausbildungssystem zu implementieren und wir leisten mit verschiedenen Kooperationen einen Beitrag zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit.“ So läuft unter anderem ein von der slowakischen Regierung anerkanntes WKÖ-Projekt zur Wiedereinführung der Dualen Ausbildung in der Slowakei. Weitere derartige Projekte sind in Rumänien, Bulgarien und Serbien im Anlaufen. Aber auch in China gibt großes Interesse an unserem Dualen Bildungssystem und auch schon erste Kooperationen.

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