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Greißlerin: "Pfandsystem wäre für mich existenzbedrohend"

"Einwegpfand ist sicher nicht die beste Lösung", sagt Barbara Grill. Sie fürchtet anfallende Investitionen und fragt sich, wo sie den Platz für das Retourgut hernehmen soll.

Barbara Grill
© WKÖ/Nadine Studeny WKÖ/Nadine Studeny

Barbara Grill ist Betreiberin eines Kaufhauses in Göpfritz an der Wild im Waldviertel mit sechs Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, darunter ein Lehrling. Ihr Betrieb ist das einzige Lebensmittelgeschäft im Umkreis von zehn Kilometern. "Als Mutter einer Tochter und Nahversorgerin mit Leib und Seele ist mir der Umweltschutz wichtig. Ich finde es daher grundsätzlich sehr gut, dass Einwegflaschen und Dosen in der EU getrennt gesammelt werden sollen. Ein Einwegpfand ist aber sicher nicht die beste Lösung", sagt die Händlerin.

Die Einführung eines Pfandsystems wäre für sie - genauso wie für viele Kolleginnen und Kollegen - existenzbedrohend. Die Kosten für die Anschaffung eines Rücknahmeautomaten, den zusätzlichen Platzbedarf und den höheren Personalaufwand könne sie definitiv nicht stemmen, erklärt Grill. Und weiter: "Zudem wäre es unhygienisch, so viel schmutziges Plastik-Leergut in meinem Geschäft neben frischen Lebensmitteln lagern zu müssen."

Rücknahmeautomat als Rieseninvestition

Bei Einführung eines Pfandsystems fallen für die Händler diverse Mehrkosten an – ohne zusätzliche Mehreinnahmen. "Wenn ich - ausgehend von dem, was ich heute etwa zum Jausengeschäft verkaufe - an die Menge an Einweg-Flaschen und -Dosen denke, die dann zurückkommen würden, wäre das rund das Fünfzig- bis Hundertfache dessen, was ich heute an Mehrweg zurücknehme."

Der billigste Rücknahme-Automat kostet an die 25.000 Euro. Das Problem für Barbara Grill: "Diese Investition wird sich für mich niemals amortisieren, da ich dadurch keine Mehreinnahmen habe. Darüber hinaus müsste der Automat regelmäßig gewartet werden. Da kostet ein jährliches Service schnell mal 1.000 Euro, und das ohne Reparaturkosten", sagt die Händlerin.

Ein weiteres Problem: Wo soll der Platz für die zurückgegebenen Flaschen und Dosen herkommen?  Wo soll man sie lagern? Grill rechnet mit bis zu 30 Quadratmetern Platzbedarf und sagt: „Ich habe diesen Platz schlicht und einfach nicht. In modernen Lebensmittelgeschäften wird versucht, den Lagerplatz so klein wie möglich zu halten, da Raum sehr teuer ist. Daher wäre bei mir jedenfalls ein Umbau im Geschäft notwendig. Ein Teil der Regalfläche müsste verschwinden, das bedeutet für mich, dass ich weniger Produkte verkaufen könnte." Auch Probleme mit Sicherheitsbestimmungen, etwa Brandschutz-Fluchtwege, könnten sich daraus ergeben. 

Eine weitere Herausforderung heißt Bürokratie. Die zurückgebrachten Flaschen und Dosen müssten ja irgendwie verzeichnet und abgerechnet werden. "Ich habe heute schon viel Bürokratie mit der Abrechnung des Mehrweg-Pfandes. Die Mengen an Einweg-Leergut, die zusätzlich zu verrechnen wären, wären um ein Vielfaches höher. Woher soll ich die Zeit für den zusätzlichen bürokratischen Aufwand nehmen?", fragt sich die Händlerin.

"Dann fahren meine Kunden zu einem anderen Geschäft"

Kleine Händler aufgrund dieser vielen Probleme von der Pflicht auszunehmen, Rücknahmeautomaten anzubieten, wäre aber auch keine Lösung. "Dann fahren meine Kunden einfach zu einem anderen Geschäft, das auch Einwegflaschen zurücknimmt und erledigen dort auch ihren gesamten Einkauf. Das wäre der Tod für mein Geschäft. Und viele andere kommen auch unter die Räder. Das kann doch niemand wollen“, sagt Grill. Die Sammlung von Plastikmüll sollte besser draußen im Freien gemacht werden. Gelbe Säcke und gelbe Tonnen sollten möglichst flächendeckend angeboten werden. Richtiges Entsorgen solle, so Greißlerin Grill, so einfach wie möglich gemacht werden. Dann würde sich die Frage nach einem aus ihrer Sicht unnötigen Pfandsystem von selbst lösen.

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