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Gleißner: Stundenlöhne steigen in Österreich stärker als im EU-Schnitt 

Faktische Arbeitszeitverkürzung dämpft die Einkommensentwicklung

Lohnauszahlung
© WKÖ

„Aussagen, wonach die heimische Einkommensentwicklung in Europa hinterherhinkt, sind irreführend. Tatsächlich sind die heimischen Stundenlöhne seit 2010 stärker gestiegen als im EU-Schnitt“, kommentiert Rolf Gleißner, stv. Abteilungsleiter Sozialpolitik in der Wirtschaftskammer Österreich einen aktuellen Medienbeitrag. Dass sich die Jahreseinkommen pro Kopf in Österreich im Zeitraum 2010 bis 2017 etwas schwächer entwickelt haben, hat, so Gleißner, vor allem einen Grund: die faktische Arbeitszeitverkürzung. Denn die Arbeitszeit, auf die sich die Einkommen beziehen, ist laut Eurostat zwischen 2010 und 2017 im Schnitt von 36,7 auf 35,5 Stunden gesunken, im EU-Schnitt ging die Arbeitszeit nur um 0,2 Stunden zurück. Die durchschnittliche Arbeitszeit sank, weil der Teilzeitanteil zunahm und die Überstunden rückläufig sind.

„Eine solche Arbeitszeitverkürzung dämpft natürlich auch die Einkommensentwicklung. Berücksichtigt man diesen Faktor, sind die Einkommen in Österreich sogar stärker gestiegen als im EU-Schnitt, was auch WIFO und IHS bestätigen. Dies obwohl die heimische Wirtschaft in der Zeit sogar knapp schwächer wuchs als die EU. Das liegt auch an der soliden Lohnpolitik der Sozialpartner“, so der Experte für Sozialpolitik.  

Lohnabschlüsse lagen über der Inflationsrate

In Hinblick auf die aktuell in Kollektivvertragsverhandlungen befindlichen Fachverbände unterstreicht Gleißner, dass gerade die Metalltechnische Industrie eine jener Fachverbände ist, in denen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in den vergangenen Jahren von guten Lohnabschlüssen profitiert haben. „Die Lohnabschlüsse selber lagen in den Vorjahren immer über der Inflationsrate, sodass es im Rahmen der Verhandlungen zu deutlichen Kaufkraftzuwächsen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gekommen ist“, so Gleißner. (PWK773/us)

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