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Gewerbe und Handwerk auf Erholungskurs: „Richtung stimmt, Tempo variiert“

Spartenobfrau Scheichelbauer-Schuster baut auf nachhaltigen Wachstumsturbo: "Unsere Betriebe sind die Umsetzer der Klimawende"

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Das österreichische Gewerbe und Handwerk ist klar auf Erholungskurs: Erstmals seit Ausbruch der Corona-Pandemie beurteilten im zweiten Quartal 2021 mehr Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage positiv (34 Prozent) als negativ (27 Prozent). Der Saldo ist somit in den positiven Bereich (+7 Prozentpunkte) zurückgekehrt. 

"Bemerkenswert ist der Anteil von Unternehmen, die eine gute Geschäftslage angeben: 34 Prozent, einen so hohen Wert hatten wir zuletzt im dritten Quartal 2007, kurz vor der Finanzkrise“, sagte Christina Enichlmair von KMU Forschung Austria am Donnerstag bei der Präsentation der vierteljährlichen Konjunkturumfrage.  

Die Polarisierung, die zuletzt festgestellt wurde – die "zwei Gesichter“ im Gewerbe und Handwerk – wirkt allerdings nach: Von einer „guten“ oder „saisonüblichen“ Geschäftslage berichten vornehmlich investitionsgüternahe Branchen wie Hafner, Platten-/Fliesenleger und Keramiker (97 Prozent), Tischler und Holzgestaltende Gewerbe (89 Prozent) sowie Holzbau (87 Prozent). 

Überwiegend "schlecht" war die Geschäftslage hingegen in konsumnahen Branchen wie bei den Fotografen (91 Prozent), Mode und Bekleidungstechnik (72 Prozent) oder beim Chemischen Gewerbe, Denkmal-, Fassaden- und Gebäudereinigern (ebenfalls 72 Prozent).  

Wachstumsturbo Klimaschutz 

"Das zeigt wie wichtig es war, dass die Hilfsmaßnahmen für die am stärksten betroffenen Unternehmen verlängert wurden. Jetzt gilt es, dafür Sorge zu tragen, dass das Comeback aus der Krise in einen nachhaltigen Wachstumskurs mündet“, sagt Renate Scheichelbauer-Schuster, Obfrau der Bundessparte Gewerbe und Handwerk in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). Sie sieht den starken Klima- und Umweltfokus als Riesenchance: "Unsere Betriebe sind die Umsetzer der Klimawende. Was sie brauchen, sind realistische Ziele und Planungssicherheit. Das umfasst auch kontinuierliche Förderlinien für die Verbraucher, ein ‚Stop and Go‘ lähmt den Wachstumsturbo Klimaschutz.“  

Mit "green jobs“ lassen sich auch junge Menschen für spannende Lehrberufe begeistern, ist die Obfrau überzeugt: "Die Fachkräfte von morgen, das sind unsere Lehrlinge von heute. Das Motto unserer WKÖ-Kampagne, ‚Lehre stärken #schaffenwir‘, wird im Gewerbe und Handwerk vorbildlich gelebt. Ende Juni hatten wir 13.000 Lehranfänger. Das sind mehr als im Jahr davor, trotz Corona! Insgesamt bilden unsere Betriebe 42.580 junge Menschen aus, das ist ein Plus von 1,1 Prozent.“ 

Große Erwartungen für den Sommer 

Der Rückblick auf das erste Quartal 2021 weist für die Sparte Gewerbe und Handwerk ein zartes Umsatzplus von 0,9 Prozent aus – allerdings ausgehend von einem massiven Einbruch im Anfangsquartal ein Jahr davor (damals -8,5 Prozent). 

Der Ausblick für das laufende dritte Quartal (Juli bis September) belegt eine  

überwiegend positive Erwartungshaltung – und zwar über alle Betriebsgrößen. Mit Umsatzsteigerungen rechnen 27 Prozent, Rückgänge erwarten 14 Prozent (59 Prozent erwarten keine Veränderung). Bei großen Betrieben (20 und mehr Beschäftigte) ist der Überhang der "Optimisten“ mit +34 Prozentpunkten allerdings deutlich größer als bei Ein-Personen-Unternehmen (+6 Prozentpunkte).  

Im Ausblick zeigen sich einmal mehr "zwei Gesichter“: In den investitionsgüternahen Branchen sind mehr Betriebe zuversichtlich gestimmt (Saldo +16 Prozentpunkte) als in den konsumnahen Branchen (+7 Prozentpunkte). Aber, so Scheichelbauer-Schuster: "Es geht deutlich bergauf, und zwar in allen Bereichen. Die Schere zwischen den Branchen schließt sich wieder.“ (PWK344/HSP)

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