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Fünfte große Pensions-Enquete: Das heimische Pensionssystem wird Europa-tauglich 

Internationale Ansätze als Beitrag zum Ausbau der betrieblichen und privaten Altersvorsorge als Ergänzung der staatlichen Pension

Taschenrechner
© WKÖ

Heute, Freitag (28. September 2018) findet in Wien die fünfte Enquete zum heimischen Pensionssystem statt. Im Mittelpunkt der jährlichen Veranstaltung aller Anbieter der betrieblichen und privaten Pensionsvorsorge steht das österreichische Pensionssystem – dieses Jahr aus dem europäischen Blickwinkel. Ewa Björling, ehemalige schwedische Ministerin, wird auf die Erfahrungen Schwedens in der Umsetzung des schwedischen Pensionsmodells eingehen. Franz Schellhorn, Direktor der Agenda Austria, wird schildern, was Österreich von Schweden lernen kann. Mit Rainer Münz, Mitglied des European Political Strategy Center, wird danach einer der führenden Berater von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker eine Keynote halten. Daran anschließend diskutieren Martin Kocher (IHS), Barbara Kolm (F. A. v. Hayek Institut) und Johannes Turner (OeNB) mit den Abgeordneten SPÖ-Budgetsprecher Kai Jan Krainer und NEOS Sozialsprecher Gerald Loacker sowie Andreas Hanger von der ÖVP mögliche Ansätze für die Reform des österreichischen Systems. Organisiert wird die Enquete von der ARGE Zusatzpensionen, das sind der Fachverband der Pensionskassen, der Verband der Versicherungsunternehmen Österreichs VVO, die Plattform der betrieblichen Vorsorgekassen und die Vereinigung Österreichischer Investmentgesellschaften (VÖIG). Ziel der Arbeitsgemeinschaft ist es, konkrete Optionen und notwendige Neuerungen aufzuzeigen, sowie die Verbesserung der gesetzlichen Rahmenbedingungen anzuregen, um das heimische Pensionssystem gesamtheitlich und nachhaltig auf hohem Niveau zu sichern.

Finanzminister Hartwig Löger, der als Sprecher leider verhindert war, richtet vorab folgende Grußworte an die Gäste der Enquete: „Ich persönlich habe auch aus dem Regierungsprogramm heraus den Auftrag das Thema Zusatzpension sowohl auf der Ebene der betrieblichen Pensionen, als auch der privaten Vorsorge, als sinnhafte und notwendige Ergänzung zur staatlichen Pension zu fördern. Wir sind derzeit mitten in den Diskussionen über die Steuerreform, die wir ab 2020 in die Umsetzung bringen werden. Ein wichtiger Aspekt dabei wird auch sein, positiven Einfluss auf das Thema private Vorsorge und betriebliche Vorsorge zu nehmen.“ 

„Im Vergleich zu anderen westeuropäischen Ländern hat Österreich noch einen gewissen Nachholbedarf“

Univ.-Prof. Dr. Rainer Münz, Special Advisor on Migration & Demography, European Political Strategy Center hält im Rahmen der Enquete eine Keynote und skizziert vorab: „Das österreichische Pensionssystem steht in den nächsten Jahren vor größeren Herausforderungen. Unsere Lebenserwartung steigt jedes Jahr um zwei bis drei Monate. Zugleich will mit den Baby-Boomern die größte Generation des 20. Jahrhundert in den Ruhestand gehen. Um unser System im Gleichgewicht zu halten, müssen wir in dieser Situation entweder länger arbeiten und später in Pension gehen, mehr Zuwanderer in den Arbeitsprozess integrieren oder gewisse Abschläge in Kauf nehmen. Zumindest für jene, die nicht länger arbeiten möchten, könnte dies bedeuten, dass die staatliche Pension möglicherweise nicht so hoch ausfallen wird, wie erhofft. Wer nach dem Blick aufs eigene Pensionskonto zu dem Schluss kommt, dass die bei Pensionierung im Alter zwischen 60 und 65 Jahren zu erwartende Pension zu niedrig ist, hat aber – je nach Arbeitgeber und Einkommenshöhe – die Möglichkeit, sich mit einer betrieblichen oder privaten Altersvorsorge abzusichern. Im Vergleich zu anderen westeuropäischen Ländern hat Österreich hier noch einen gewissen Nachholbedarf“. 

Das schwedische Pensionssystem – ein Vorbild für Europa?

Die staatliche Pensionssäule Schwedens ist einzigartig in Westeuropa. Ein Teil der Sozialversicherungsbeiträge wird auf persönliche Anlagekonten eingezahlt. Mit den eingezahlten Beiträgen bauen unabhängige Fondsgesellschaften, die als Vermögensverwalter fungieren, eine kapitalgedeckte Rente auf. Darüber hinaus sind für Arbeitnehmer in Branchen, für die landesweite Tarifverträge gelten, verpflichtende betriebliche Altersversorgungssysteme vorgesehen. Arbeitgeber, die keinen Tarifverträgen unterliegen, können Programme auf freiwilliger Basis anbieten. Freiwillige individuelle Rentensparpläne ergänzen das Pensionssystem in Schweden“, so Ewa Björling, ehemalige schwedische Ministerin. „Das schwedische Rentensystem trat 1999 in Kraft. Die größte Neuerung dabei war der Wechsel von einem leistungsorientierten zu einem beitragsorientierten System. Man könnte aber auch sagen, dass die Reform eine neue Betrachtungsweise der Renten mit sich brachte. Vor der Reform galten die Renten als ein soziales Recht, wobei eine bestimmte Ersatzquote im Verhältnis zum Gehalt vor der Pensionierung versprochen wurde. Nach der Reform ergibt sich die Rente aus den Ersparnissen während des Arbeitslebens. Diese Änderung bedeutete auch eine neue Situation bei der Renteninformation. Nach nunmehr fast 20 Jahren sehen wir, dass das schwedische Rentensystem im Allgemeinen gut funktioniert und sind stolz darauf, eine Art Vorbild für andere Länder in Europa zu sein. Dieser Bereich ist aber weiter entwicklungsfähig.“

Wichtige Impulse zur Weiterentwicklung des österreichischen Pensionssystems

„Als ARGE Zusatzpensionen beschäftigen wir uns seit Jahren intensiv damit, Ansätze zu erarbeiten, wie ein starkes österreichisches Pensionssystem in Zukunft aussehen kann. Unsere Vision: Eine stabile staatliche Grundsicherung und gut ausgebaute ergänzende betriebliche und private Angebote. Mit unseren diesjährigen hochkarätigen Rednern wollen wir einige europäische Impulse – insbesondere aus dem in Pensionsfragen oft angesprochenen Schweden – einbringen. Ich gehe davon aus, dass im kommenden Jahr - nach dem Ende der österreichischen EU-Ratspräsidentschaft - mit Maßnahmen zur Stärkung der zweiten und dritten Säule als Ergänzung zur staatlichen Altersvorsorge gestartet wird. Hier können diese Impulse sicherlich wertvoll sein“, erklärt Andreas Zakostelsky, Obmann des Fachverbandes der Pensionskassen, als einer der Veranstalter.

Gesellschaftliche Verantwortung zum individuellen Risikomanagement

"Der demographische Wandel in Österreich fordert in Ergänzung zur staatlichen Versorgung ein aktives Auseinandersetzen mit dem Thema private Vorsorge.
Die Anbieter der privaten und betrieblichen Vorsorge  übernehmen hierzu mit ihrem Produktangebot gesellschaftliche Verantwortung zum individuellen Risikomanagement", so DI Manfred Rapf, Sprecher der Sektion Lebensversicherung im österreichischen Versicherungsverband VVO.

Politik und Wirtschaft haben die Verantwortung, am Pensionssystem der Zukunft mitzugestalten

„Österreich ist ein guter Boden, um alt zu werden. Dafür braucht es aber auch die entsprechende finanzielle Absicherung im Alter. Neben einer stabilen staatlichen Pension erwartet sich die Mehrheit der Bevölkerung, dass auch Arbeitgeber einen Beitrag zur Zusatz-Pensionsvorsorge leisten. Das ist durch Umfragen belegt“, erklärt Andreas Csurda, Vorstandsvorsitzender der Plattform der Betrieblichen Vorsorgekassen. „Politik und Wirtschaft haben hier klar die Verantwortung, am Pensionssystem der Zukunft mitzugestalten.“

„Künftig den Lebensstandard der Menschen individueller nach ihren Bedürfnissen und vor allem verlässlicher absichern“

„Aus Sicht der österreichischen Fondsgesellschaften sollte das extrem enge Korsett, dem die dritte Säule zurzeit unterliegt, im Interesse der „Vorsorger“ flexibler gestaltet und einfacher abgewickelt werden können. Ein „Pensionskonto“, das kostengünstig bei einem Kreditinstitut eingerichtet werden könnte und u.a. Garantie-befreite Veranlagungsmöglichkeiten sowie höhere steuerbefreite Beträge anböte, würde künftig den Lebensstandard der Menschen individueller nach ihren Bedürfnissen und vor allem verlässlicher absichern“, erklärt Heinz Bednar, Präsident der Vereinigung Österreichischer Investmentfondsgesellschaften (VÖIG).

Die Arbeitsgemeinschaft Zusatzpensionen umfasst alle Anbieter der privaten und der betrieblichen Pensionsvorsorge in Österreich. Das sind der Fachverband der Pensionskassen, der Verband der Versicherungsunternehmen Österreichs (VVO), die Plattform der betrieblichen Vorsorgekassen und die Vereinigung Österreichischer Investmentgesellschaften (VÖIG).

Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Zusatzpensionen vertreten gemeinsam ein veranlagtes Volumen von deutlich mehr als 200 Milliarden Euro. Ziel der Arbeitsgemeinschaft ist es, konkrete Optionen sowie notwendige Neuerungen aufzuzeigen, sowie gesetzliche Rahmenbedingungen zu verbessern, um das heimische Pensionssystem gesamtheitlich und nachhaltig auf hohem Niveau zu sichern. Im Mittelpunkt steht dabei stets eine substanzielle Ergänzung der staatlichen Pension, keinesfalls aber eine Konkurrenz oder gar ein Ersatz des staatlichen Systems. (PWK633/JHR)

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