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Fotografie im schwerelosen Raum

Susanne Stemmer hält Momente zwischen Traum und Realität unter Wasser fest

As if you'd see the light
© Susanne Stemmer

15 Sekunden. 20, wenn es gut läuft. So viel Zeit bleibt Susanne Stemmer für das perfekte Foto. Dann tauchen die Darsteller wieder an die Oberfläche, holen kurz Luft - und gleiten zurück in die Tiefe, um ihre Bewegungen fortzuführen. Denn das Set liegt unter Wasser, und eine Viertelminute ist die Zeitspanne, welche die meisten Darsteller entspannt die Luft anhalten können. Eine besondere Herausforderung für Susanne Stemmer - sie ist eine von weltweit sehr wenigen auf Unterwasserporträts spezialisierten Fotografinnen. 

Geboren wurde die heute renommierte Künstlerin im Jahr 1973, ihre Jugend verbrachte sie im Vorarlberger Rankweil. Nach der Matura und einem einem Auslandsaufenthalt in Ghana heuerte sie als Fotografin auf einem Kreuzfahrtschiff an. Zwei Jahre lang lernte sie hier ihr Handwerk und reiste um die Welt. 

Susanne Stemmer
© Susanne Stemmer Susanne Stemmer

“Meine beiden Großväter waren begeisterte Hobbyfotografen, haben sich aber für eine bürgerliche Karriere entschieden. Überhaupt stehen in meiner Familie Berufe, mit denen jeder etwas anfangen kann, hoch im Kurs”, erinnert sich die heute 46-jährige. Allen Widrigkeiten zum Trotz gab sich Susanne Stemmer völlig ihrer Begeisterung für die Fotografie hin - zunächst als Assistentin in einem Wiener Fotostudio, nach drei Jahren wagte sie den Schritt in die Selbstständigkeit. Stemmer mietete eine alte Druckerei und baute sich Stück für Stück ein eigenes Studio auf. Kurz nach der Eröffnung ihres Studios wird ihre Leidenschaft für Unterwasserfotografie geweckt.  

Faszinierende Unterwasserwelten

Surreal, träumerisch, immersiv - die Liste der Adjektive, mit denen Susanne Stemmers Kunst beschrieben werden kann, ist lang. Keines davon drückt aus, welche Herausforderungen ein Shooting bereithält. Die Menschen, die scheinbar mühelos im Wasser schweben, sind speziell für Unterwasseraufnahmen trainierte Models, deren Posen nicht aus Zufall entstehen. Von der Kleiderauswahl bis zum Make-up, jeder Teil der fertigen Fotografie ist das Produkt genauer Planung und Abwägung. 

Making Of
© Susanne Stemmer

Stemmers Lieblingsset ist ein Wasserbassin mit einer Tiefe von 11 Metern, da die Klarheit des Wassers hier besonders hoch ist. Erhellt wird das Wasser von einer Mischung aus Film- und Blitzlicht, das immer wieder von mehreren Crewmitgliedern neu ausgerichtet wird. Beleuchter, Taucher und Betreuer sind an jedem Tag eines Shootings zugegen, die Chefin dirigiert das Geschehen in einem schwarzen Neoprenanzug, die Kamera in den Händen. 

Making Of
© Susanne Stemmer

Internationaler Erfolg

Dass sie beruflich untertaucht, war eigentlich nicht geplant, sagt Susanne Stemmer. “Ich tauche, seit ich 20 Jahre alt bin, und nach einem Tauchgang im roten Meer habe ich mit Freunden darüber unterhalten, wie gut Körper unter Wasser auf Fotos aussehen würden. Nach meiner Rückkehr nach Wien habe ich mit einem befreundeten Redakteur mein erstes Unterwasser-Shooting auf die Beine gestellt.” 

Was anfangs ein improvisiertes Abenteuer war, entwickelte sich über die Jahre zu einem beinahe generalstabsmäßig organisierten Unterfangen. Durch viel Arbeit und Kommunikation kamen mit der Zeit auch zahlreiche, internationale Kunden aus Hongkong, Shanghai, Sidney, New York und Paris für ein Unterwassershooting nach Wien. Kurz nach einem Umzug nach Paris, wo Susanne Stemmer heute immer noch die Hälfte ihrer Zeit verbringt, wurde eine Pariser Galerie auf ihre Unterwasserbilder aufmerksam und bot ihr eine Solo-Ausstellung an. Plötzlich ging alles sehr schnell: Nach mehreren Ausstellungen, unter anderem in New York und Los Angeles, kam mit den ersten verkauften Bildern die Chance, von der Kunst leben zu können. 

Ausstellung
© Susanne Stemmer

Neue Kunstformen und berühmte Vorbilder

Anlässlich der Biennale 2017 in Venedig ergab sich für Susanne Stemmer erstmals die Möglichkeit, eine neue Kunstform auszuprobieren. Hier wurden ihre Video-Installationen, die unter Wasser gefilmt wurden, erstmals an die Fassaden von Gebäuden projiziert. Frankreich ist auch ein Land, wo Kunst und Kreativität aus ihrer Sicht ein besseres Image haben als in Österreich. Etwas mehr Selbstbewusstsein der Kreativbranche würde sie sich wünschen, ebenso wie mehr Solidarität und Austausch unter den Kreativen.  

Offenheit, auch neuen Kunstformen gegenüber, ein gewisses Maß an Hartnäckigkeit und Fokussiertheit -  das hat sie von den Besten abgeschaut. Die Besten, das sind für sie Künstlerinnen und Künstler wie Maria Callas und Yue Minjun, Freidenker wie Ai Weiwei, aber auch Musiker wie Freddie Mercury, den sie für seine Sturheit bewundert. Von ihrem Weg abbringen lassen hat sie sich auch nicht.


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