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Fahrgast-Charta: Österreichweiter Schulterschluss für einen sicheren und gesunden Fahrbetrieb im öffentlichen Nahverkehr

Klimaschutzministerin Gewessler, WKÖ-Fachverbandsobmann Scheiber und vida-Vorsitzender Hebenstreit präsentieren Einigung auf Schutzmaßnahmen

Züge
© WKÖ

Mit dem schrittweisen Hochfahren des öffentlichen und wirtschaftlichen Lebens liegt es auch am öffentlichen Nahverkehr, das Vertrauen der Fahrgäste wieder zu stärken und größer werdende Verkehrsaufkommen zu bewältigen. Eine vom Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK), dem Fachverband der Schienenbahnen und der Gewerkschaft vida erstellte Charta für ein gemeinsames Miteinander im öffentlichen Nahverkehr soll dies unterstützen.

Nach der Einschränkung der Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel zur Eindämmung der Verbreitung von COVID-19 sind Fahrten mittlerweile auch zu Freizeitzwecken wieder zulässig. Viele Fahrgäste steigen dennoch weiterhin auf das eigene Automobil um, da die Verunsicherung der letzten Wochen nachwirkt. Doch gerade für eine klimaverträgliche Zukunft ist der öffentliche Nahverkehr eine wichtige Säule zur Gewährleistung nachhaltiger und leistbarer Mobilität.

Schulterschluss für ein gemeinsames Miteinander

Die Sicherheit von Fahrgästen und MitarbeiterInnen hat höchste Priorität in den Verkehrsunternehmen – ganz unabhängig von COVID-19. Seit Beginn der Krise wurden weitere Maßnahmen zum Schutz der Fahrgäste und MitarbeiterInnen gesetzt, wie z. B. die verstärkte Reinigung und Desinfektion der Fahrzeuge. Mit einem breiten Schulterschluss setzt die Branche (ÖBB, Privatbahnen, wie die Westbahn und städtische Verkehrsunternehmen) nun österreichweit ein klares Statement für einen sicheren und gesunden Fahrbetrieb.

„Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im öffentlichen Nahverkehr gehören in diesen Wochen zu jenen Leistungsträgern, die unsere Infrastruktur und unser tägliches Leben auch unter schwierigen Bedingungen aufrechterhalten. Und dafür möchte ich zuallererst danke sagen“, betont Klimaschutzministerin Leonore Gewessler. „Wir gehen beim Wiederhochfahren des Öffentlichen Verkehrs mit Bedacht vor. Das Motto lautet: sicher und gesund – für Fahrgäste und Öffi-MitarbeiterInnen. Mit der Fahrgast-Charta zeigt die Branche Verantwortung: Die Verkehrsunternehmen sind top vorbereitet“, so Gewessler.

Unsicherheiten reduzieren

Die in der Charta aufgezeigten Handlungsanleitungen sollen das Ansteckungsrisiko minimieren und den sicheren Betrieb gewährleisten. Gleichzeitig werden Unsicherheiten über die richtige Verhaltensweise im öffentlichen Nahverkehr für Fahrgäste und MitarbeiterInnen klar aufgelöst. Deshalb sind möglichst einfache und nachvollziehbare Kriterien für die Benützung der öffentlichen Verkehrsmittel formuliert, unterteilt in die drei Phasen „Vor der Fahrt“, „Während der Fahrt“ und „Nach der Fahrt“.

„Gesundheit steht in unserem Land derzeit an erster Stelle - das gilt für das gesamte öffentliche Leben. Für ein gutes Miteinander ist es daher auch bei uns im öffentlichen Nahverkehr notwendig, dass sich unsere Fahrgäste und MitarbeiterInnen auf gemeinsame und sichere Verhaltensweisen einigen. Mit der Charta setzen die heimischen

Verkehrsunternehmen und ihre hervorragenden MitarbeiterInnen ein klares Zeichen: Nur wenn wir zusammenarbeiten und Verantwortung übernehmen, kommen wir gemeinsam aus dieser Krise und etablieren den öffentlichen Nahverkehr wieder als wichtigen und alltäglichen Bestandteil unseres Gesellschaftslebens“, erklärt Thomas Scheiber, Obmann des Fachverbands der Schienenbahnen in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Rücksichtnahme für eine gesunde und sichere Fahrt

Mit klar definierten Verhaltensweisen appelliert die Charta an die Rücksichtnahme jedes Einzelnen und an die gemeinschaftliche Umsetzung. Roman Hebenstreit, Vorsitzender der Gewerkschaft vida, sieht die Charta als „Schlüsselelement, um einen sicheren Betrieb für unsere MitarbeiterInnen zu garantieren und ihnen den Arbeitsalltag zu erleichtern“.

„Mit oder ohne Coronakrise: Das Personal in den Verkehrsunternehmen hat immer eine tragende Rolle für das Funktionieren von Wirtschaft und Gesellschaft. Die Sicherheit des Personals ist daher genauso wichtig wie der Schutz der Fahrgäste“, sagt der vida-Vorsitzende. Gerade jetzt zeigten die Beschäftigten im öffentlichen Verkehr umso mehr Mut und Flagge, wenn sie die Fahrgäste wie immer mit Rat und Tat unterstützen. „Wegen der Ansteckungsgefahr muss das Bus- und Bahnpersonal jetzt physische Distanz wahren. Das heißt aber nicht, dass sie beim Service jetzt weniger nahe am Kunden sind wie vor der Krise“, dankt Hebenstreit allen Kolleginnen und Kollegen für ihren verantwortungsvollen Einsatz für die Fahrgäste.

Die Fahrgast-Charta wird ab sofort allen Verkehrsunternehmen flächendeckend in Österreich zur Verfügung gestellt, damit diese auf möglichst vielen Kanälen weitergetragen und verbreitet wird.

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