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Fachverband Schienenbahnen: Eine starke Schiene bringt Österreich ökologisch und ökonomisch in die Zukunft

FV-Obmann Scheiber: Viele Punkte des neuen Regierungsprogrammes stimmen optimistisch. Allerdings muss die Finanzierung gesichert sein

Schienenbahnen
© WKÖ

Rund 100 Entscheidungsträger und Manager aus dem Eisenbahnsektor sind am Donnerstag und Freitag der Einladung des Fachverbandes der Schienenbahnen zur jährlichen Wintertagung gefolgt. Diese fand heuer auf Initiative der Innsbrucker Verkehrsbetriebe (IVB) in Innsbruck statt und war mit der Tiroler Landeshauptmann-Stellvertreterin Ingrid Felipe und EU-Abgeordneten Barbara Thaler sehr hochkarätig besetzt.

„Ich freue mich sehr, dass wir mit Ingrid Felipe und Barbara Thaler zwei politisch Verantwortliche und Expertinnen als Gastvortragende gewinnen konnten, die das Kapitel „Verkehr und Infrastruktur“ im neuen Regierungsprogramm aktiv mitverhandelt haben und den Schienenverkehr in ihren jeweiligen Rollen auch in Zukunft maßgeblich mitgestalten werden“, so Thomas Scheiber, Obmann des Fachverbands Schienenbahnen in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Die Tiroler Verkehrslandesrätin und Landeshauptmann-Stellvertreterin Ingrid Felipe betonte in ihrer Rede vor den Branchenvertretern: „Die Eisenbahn, als eines der ältesten und - elektrisch betrieben - immer noch klimafreundlichsten Transportmittel erlebt eine Renaissance: Bahnreisen als Alternative zum Fliegen, Schienentransport statt Lkw-Transit oder für den beruflichen Alltagsweg, S-Bahn statt Auto. Um all diesen erfreulichen Forderungen gerecht zu werden, brauchen wir eine Abkehr vom Straßenverkehr als Premiumtransportmittel und eine weitere Attraktivierung der Schienenangebote. Das ambitionierte Regierungsprogramm lässt darauf hoffen, dass mittelfristig die Bahn zum Rückgrat des Warentransportes und der Alltagsmobilität wird.“

Viel Potenzial für die Eisenbahn erkennt auch Barbara Thaler. Die Tiroler EU-Abgeordnete wurde im Juli 2019 zur stellvertretenden Verkehrssprecherin der größten Fraktion im Europäischen Parlament, der Europäischen Volkspartei, gewählt. Seither ist der Ausbau des Eisenbahnnetzes ihr Steckenpferd. „Wir brauchen ein echtes europäisches Schienennetz. Bislang hemmen uns bürokratische und nationalstaatliche Hürden, wie unterschiedliche Stromspannungen, nationale Zulassungen oder die Tatsache, dass an der Grenze ein Lokführer eingesetzt werden muss, der die Landessprache spricht. Mit dem Abbau von Barrieren und dem Ausbau der Schieneninfrastruktur wird die Bahn für Fahrgäste und Wirtschaft effizienter, verlässlicher und leistbarer“, so Barbara Thaler.

vlnr.: Günter Neumann (Stern & Hafferl, WKO), Sektionschef Gerhard Gürtlich (BMVIT), Günter Steinbauer (Wiener Linien, WKO), Ingrid Felipe (LH-Stv., Verkehrslandesrätin Tirol), Obmann Thomas Scheiber (WKO FV Schienenbahnen) und Andreas Mandl (LTE, WKO)
© FV Schienenbahnen vlnr.: Günter Neumann (Stern & Hafferl, WKO), Sektionschef Gerhard Gürtlich (BMVIT), Günter Steinbauer (Wiener Linien, WKO), Ingrid Felipe (LH-Stv., Verkehrslandesrätin Tirol), Obmann Thomas Scheiber (WKO FV Schienenbahnen) und Andreas Mandl (LTE, WKO)

Regierungsprogramm hat erkannt: Die Schiene kann mehr

Das seit Jahren geforderte Ziel des Fachverbandes: Eine Bevorzugung der Bahn gegenüber allen anderen Verkehrsträgern, die weniger umweltfreundlich sind, als die Schiene. Das aktuelle Regierungsprogramm wird von den Interessensvertretern und Bahnmanagern daher unisono positiv bewertet. Die wichtigsten Punkte:

  • Sicherstellung flächendeckender Angebote im öffentlichen Verkehr
  • Investitionsprogramm für Privatbahnen
  • Bekenntnis zur nachhaltigen Absicherung von Regional- und Nebenbahnen
  • Initiativen zur technischen und betrieblichen Harmonisierung im grenzüberschreitenden Verkehr (bspw. einheitliche Betriebssprache)
  • Förderung und Ausbau von Anschlussbahnen
  • Verstärkte Verlagerung der Güter auf die Schiene

„Unsere Schienenbahn-Unternehmen sind Klimaschützer, Wirtschaftsmotor und Innovationstreiber in einem. Als „Bahnland Nummer 1“ in der EU haben wir unsere Hausaufgaben gemacht. Öffentlicher Verkehr hat endlich jenen Stellenwert, den es braucht, damit wir die Herausforderungen der Zukunft meistern können. Daher ist diese starke Rolle der Schiene im Regierungsprogramm sehr zu begrüßen“, so Scheiber.

Der gesamte Fachverband als übergeordnete Interessensvertretung und seine Mitglieder als Gestalter und Umsetzer der ambitionierten Vorhaben stehen daher voll unterstützend und geschlossen hinter den formulierten Zielen: Ohne Schiene keine Erreichung der Klimaziele!

Finanzierung muss geklärt werden

Gleichzeitig gibt es aber noch große Unsicherheiten über die Realisierung der ambitionierten Ziele. Dies wird laut den Experten die größte Herausforderung. Mehr Anreize zum Umstieg auf den Öffentlichen Verkehr bedeuten mehr Fahrgäste. Dieses „Mehr“ muss von den Unternehmen auch bewältigt werden, damit die Qualität im Öffentlichen Verkehr nicht nur gehalten, sondern ausgebaut werden kann.

„Wir bringen als Interessensvertretung gerne unser Know-how ein, um diese Ziele auch auf den Boden zu bringen. Details wie die Finanzierung von Maßnahmen, etwa dem “1-2-3 Ticket“ und vielem mehr, müssen umfassend geklärt werden. Diese sehr erfreulichen Maßnahmen bedeuten auch mehr Investitionen für die Unternehmen in Wagenmaterial und Infrastruktur. Dies muss berücksichtigt werden und hier wird eine „Öffi-Milliarde“ auf die gesamte Legislaturperiode nicht reichen“, sagt Scheiber.

Noch zentrale Punkte offen

Im Hinblick auf eine Reihe weiterer Maßnahmen sieht der Fachverband “zentrale offene Punkte“, die derzeit noch ungeklärt sind, wie der

  • Abschluss der regionalen Verkehrsdiensteverträge auf zehn Jahre oder länger
  • Abschluss der mittelfristigen Investitionsprogramme für die Privatbahnen
  • Mitarbeiter-Offensive: Lokführer ab 18 Jahren im nationalen Verkehr und einen leichteren Zugang zu einer öffentlichen Ausbildung im Eisenbahnbereich
  • Kein Golden Plating, d.h. Entbürokratisierung und keine Übererfüllung von EU-Recht

„Für mehr Öffentlichen Verkehr auf der Schiene muss auch das Rollmaterial und die Infrastruktur finanziert werden. Nur dann können wir die von uns geforderte Verkehrsleistung umsetzen“, so Scheiber abschließend. (PWK029/DFS)

Fachverband der Schienenbahnen - Wintertagung 2020

Bilder: FV Schienenbahnen

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