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Ertrags- und Finanzsituation im Einzelhandel - Buchmüller: „Umsatzrentabilität liegt nach wie vor unter jener der Gesamtwirtschaft“

Aktuelle Analyse der KMU Forschung Austria zur Ertrags- und Finanzsituation der Einzelhandelsunternehmen in Österreich liegt vor

Handel
© WKÖ

Ganz aktuell liegt nun die Analyse zur Ertrags- und Finanzsituation der Einzelhandelsunternehmen in Österreich vor. Sie basiert auf Sonderauswertungen der Bilanzdatenbank der KMU Forschung Austria von 8.853 Bilanzen von Unternehmen aller Größenklassen (inkl. Großunternehmen) im Einzelhandel für das Bilanzjahr 2017/18. In Auftrag gegeben wird die alljährliche Auswertung von der Bundessparte Handel der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Handelsobmann: Hohe Bandbreite bei der Ertragslage im Einzelhandel - differenzierte Betrachtung der Handelsbranchen notwendig

„Die Daten für das Bilanzjahr 2017/18 zeigen eine Verschlechterung der Gewinnsituation im heimischen Einzelhandel: Konnten die Einzelhandelsunternehmen im vorangegangenen Bilanzjahr 2016/17 noch Gewinne vor Steuern in Höhe von 3,6 Prozent des Netto-Umsatzes realisieren, ist die durchschnittliche Umsatzrentabilität im Bilanzjahr 2017/18 auf 3 Prozent gesunken“, so Peter Buchmüller, Obmann der WKÖ-Bundessparte Handel, vor Journalisten. „Damit liegt die Ertragskraft im Einzelhandel weiterhin deutlich unter dem Durchschnittswert der marktorientierten Gesamtwirtschaft in Österreich, der 5,5 Prozent beträgt“, so Handelsobmann Buchmüller, der die die Ergebnisse gemeinsam mit Handelsforscher Ernst Gittenberger vom Institut KMU Forschung Austria präsentierte.

Peter Buchmüller, Obmann der WKÖ-Bundessparte Handel, und Handelsforscher Ernst Gittenberger vom Institut KMU Forschung Austria
© WKÖ/JHR Peter Buchmüller, Obmann der WKÖ-Bundessparte Handel, und Handelsforscher Ernst Gittenberger vom Institut KMU Forschung Austria

Ertrags-/Gewinnsituation im Einzelhandel: Verschlechterung im Bilanzjahr 2017/18

Der Rückgang der Ertragssituation ist vor allem auf den steigenden Handelswareneinsatz zurückzuführen. Der Wareneinsatz gibt an, wie viel ein Unternehmen für die Ware, die es verkauft, aufgewendet hat. Im Handel ist der Wareneinsatz von besonderer Bedeutung, weil er einen großen Anteil an den Gesamtkosten einnimmt.

65 Prozent der bilanzierenden Einzelhandelsunternehmen erreichen die Gewinnzone, während 35 Prozent rote Zahlen schreiben. Damit können im Bilanzjahr 2017/18 mehr Einzelhandelsunternehmen Gewinne realisieren als noch im vorangegangenen Bilanzjahr 2016/17 (63 Prozent). Zum Vergleich erzielen in der marktorientierten Gesamtwirtschaft 74 Prozent der bilanzierenden Unternehmen Gewinne und 26 Prozent Verluste. 

Einzelhandelsbranchen mit positivem Betriebsergebnis – Möbeleinzelhandel ist der Branchenprimus 

Die Analyse ausgewählter Top-Einzelhandelsbranchen zeigt, dass der Möbeleinzelhandel mit 4,6 Prozent des Netto-Umsatzes im Branchendurchschnitt die höchsten Gewinne vor Steuern erzielen kann. Danach folgen der Uhren- und Schmuckeinzelhandel und der Elektroeinzelhandel mit jeweils 4,2 Prozent Gewinn. Geringe Renditen weisen – nach Rückgängen im Vergleich zum vorangegangenen Bilanzjahr – mit je 0,9 Prozent Gewinn vor Steuern der Lebensmitteleinzelhandel sowie der Einzelhandel mit kosmetischen Erzeugnissen auf. 

Finanzsituation im Einzelhandel: Steigende Eigenkapitalausstattung im Bilanzjahr 2017/18

Im Gegensatz zur Ertragssituation verbessert sich die Finanzsituation im Einzelhandel im Bilanzjahr 2017/18: Die Eigenkapitalquote steigt von 34 Prozent im Bilanzjahr 2016/17 auf 35 Prozent. Das Eigenkapital trägt dabei zu einer geringeren Krisenanfälligkeit sowie zu einer besseren Bonität bei. 71 Prozent der Einzelhandelsunternehmen verfügen über positives Eigenkapital, während 29 Prozent buchmäßig überschuldet sind.

Eine überdurchschnittlich hohe Eigenkapitalausstattung weist mit 45 Prozent im Branchendurchschnitt der Uhren- und Schmuckeinzelhandel auf. Über dem Einzelhandelsdurchschnitt liegen auch der Einzelhandel mit Bau- und Heimwerkerbedarf (40 Prozent), der Lebensmitteleinzelhandel (38 Prozent) sowie der Einzelhandel mit kosmetischen Erzeugnissen (36 Prozent). Eine deutlich unterdurchschnittliche Eigenkapitalausstattung zeigt sich hingegen im Sportartikeleinzelhandel und im Elektroeinzelhandel: In diesen Branchen liegt die Quote mit 23 bzw. 21 Prozent markant unter dem betriebswirtschaftlichen Mindestrichtwert von 30 Prozent.

Langzeitvergleich 2007/08 vs. 2017/18: Verbesserung der Ertrags- und Finanzsituation in der vergangenen Dekade

Sowohl die Ertrags- als auch die Finanzsituation haben sich im Einzelhandel in der vergangenen Dekade verbessert. Die durchschnittlichen Gewinne (vor Steuern) sind von 1,5 Prozent des Netto-Umsatzes im Bilanzjahr 2007/08 auf 3 Prozent im Bilanzjahr 2017/18 gestiegen. Der Anteil der Einzelhandelsunternehmen in der Gewinnzone hat sich in diesem Zeitraum von 53 auf 65 Prozent erhöht. 

Der Langzeitvergleich zeigt aber auch, dass die Gewinne im Einzelhandel in den vergangenen zehn Jahren deutlich unter den Umsatzrenditen der marktorientierten Gesamtwirtschaft in Österreich liegen. Im arithmetischen Mittel der Bilanzjahre 2007/08 bis 2017/18 weist der Einzelhandel Gewinne (vor Steuern) in Höhe von 2,2 Prozent auf, während in der Gesamtwirtschaft (Umsatz-)Renditen von 3,9 Prozent erzielt werden konnten. Damit liegen die Gewinne im Einzelhandel im Langzeitvergleich um rund 45 Prozent unter jenen der Gesamtwirtschaft.

Die Eigenkapitalausstattung der Einzelhandelsunternehmen hat sich in der letzten Dekade verbessert. Während die Einzelhandelsunternehmen im Bilanzjahr 2007/08 „erst“ 25 Prozent ihres Vermögens mit Eigenkapital finanzierten, trifft dies im Bilanzjahr 2017/18 bereits auf 35 Prozent zu. Auch der Anteil der überschuldeten Unternehmen ist im Einzelhandel von 42 Prozent im Bilanzjahr 2007/08 auf 29 Prozent im Bilanzjahr 2017/18 zurückgegangen. Auf Grund der hohen Wettbewerbsintensität zählt der Einzelhandel jedoch nicht zu den ertragsstarken Wirtschaftssektoren in Österreich. 

Um die Situation des Handels zu verbessern, sieht die WKÖ-Bundessparte Handel folgende Notwendigkeiten:

  • die rasche Umsetzung der Steuerreform
  • die Einführung eines Investitionsfreibetrages
  • die Verkürzung der Abschreibungsdauer
  • die Herstellung der Wettbewerbsgleichheit mit dem ausländischen Online-Handel
  • stärkerer Fokus auf Steuergerechtigkeit – erfreulicherweise findet sich das auch im Arbeitsprogramm der neuen EU-Kommissionschefin von der Leyen. 


(JHR)

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