th share video content contact download event event-wifi cross checkmark close xing whatsapp wko-zahlen-daten-fakten wko-wirtschaftrecht-und-gewerberecht wko-verkehr-und-betriebsstandort wko-unternehmensfuehrung wko-umwelt-und-energie wko-steuern netzwerk wko-innovation-und-technologie wko-gruendung-und-nachfolge wko-bildung-und-lehre wko-aussenwirtschaft wko-arbeitsrecht-und-sozialrecht Twitter search print pdf mail linkedin google-plus Facebook arrow-up arrow-right arrow-left arrow-down calendar user home icon-gallery icon-flickr icon-youtube icon-instagram pinterest skype vimeo snapchat
news.wko.at
Mein WKO

Ein Plädoyer für die Ökosoziale Marktwirtschaft

Ökosoziale Marktwirtschaft als das am besten geeignete System, um Freiheit, Leistungsfähigkeit und Wachstum mit Solidarität, sozialem Ausgleich und einem sorgsamen Umgang mit unserem Lebensraum zu verbinden

Christoph Schneider
© WKÖ Dr. Christoph Schneider, Leiter der Abteilung Wirtschafts- und Handelspolitik der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ)
In jüngerer Vergangenheit und verstärkt durch die aktuelle Covid-19 Krise mit ihren massiven Auswirkungen auf sämtliche Bereiche in Wirtschaft und Gesellschaft steht die soziale Marktwirtschaft als Quelle von Wachstum, Wohlstand und Beschäftigung unter Druck. 

Die jahrzehntelange Erfolgsgeschichte der Marktwirtschaft, sowie der internationalen Arbeitsteilung und des Welthandels mit allen positiven Auswirkungen auf Wohlstand und Lebensqualität in Österreich und in vielen anderen Ländern der Welt rückt zunehmend in den Hintergrund. 

Die Wirtschaftskammer Österreich bekennt sich zum System der Ökosozialen Marktwirtschaft als das am besten geeignete System, um Freiheit, Leistungsfähigkeit und Wachstum mit Solidarität, sozialem Ausgleich und einem sorgsamen Umgang mit unserem Lebensraum zu verbinden. 

Soziale Marktwirtschaft als Erfolgsgeschichte

Die soziale Marktwirtschaft hat einen enormen Wohlstand geschaffen. So hat sich das BIP pro Kopf in Österreich von 1.122 Euro im Jahr 1955 auf aktuell 44.900 Euro erhöht. Dementsprechend sind die Beschäftigungsverhältnisse, Einkommen, Kaufkraft und das Bildungsniveau in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich gestiegen. Ein weiterer Aspekt von gestiegenem Wohlstand und Prosperität betrifft die sozialen Sicherungssysteme. In der Vergangenheit wurden umfassende Sozialleistungen eingeführt, die den Wohlstand der Bevölkerung bzw. deren finanzielle Absicherung erheblich beeinflusst haben. 

Ein derart hohes Wohlstandsniveau – wie wir es derzeit vorfinden – hat noch kein Wirtschaftssystem zuvor generieren können. Und abgesehen vom hohen Ausmaß an Wohlstand, das die soziale Marktwirtschaft generiert hat, hat dieses Wirtschafts- und Gesellschaftssystem die Menschen auch mit umfassenden Freiheitsrechten ausgestattet. Jedes Individuum kann für sich entscheiden, was für sie bzw. ihn Wohlstand und Lebensqualität bedeutet und jedes Individuum hat die Möglichkeit – innerhalb des gesetzlichen Rahmens – sein Leben nach den individuellen Zielvorstellungen zu leben. Unternehmen wird ermöglicht, ihre Kreativität voll auszuschöpfen und durch neue Ideen Innovationen zu generieren. 

Darüber hinaus haben Globalisierung und Wirtschaftswachstum in der Vergangenheit weltweit zu Wohlstand beigetragen. Es zeigt sich, dass gerade jene Länder, die in den vergangenen Jahrzehnten ihre Märkte geöffnet und sich zunehmend in die Weltwirtschaft integriert haben, ihre wirtschaftliche und sozioökonomische Performance verbessern konnten. 

Wirtschaft, Umwelt und soziale Anliegen sind kein Widerspruch

Um unser Wirtschaftssystem weiter zu verbessern, sollte der Wandel in Richtung einer ökosozialen Marktwirtschaft weiter beschritten werden. Dabei sind Wirtschaft, Umwelt und soziale Anliegen kein Widerspruch. Ganz im Gegenteil: Gerade im Bereich der Umwelttechnik liegen große Chancen für Innovation und Wirtschafts- bzw. Exportwachstum. 

Österreichische Unternehmen spielen im Bereich der Umwelttechnik schon heute in der globalen Spitzen-Liga: Die Umwelt- und Energietechnikbranche wächst in Österreich überdurchschnittlich stark, wobei ein Großteil der Umsätze im Export erwirtschaftet wird. Neun von zehn ausländischen Wirtschaftsdelegationen, die nach Österreich kommen, interessieren sich für unser Know-how rund um Green-Tech. Aber auch der produzierende Sektor insgesamt leistet durch nachhaltige Innovationen einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz. Somit kann Österreich ein Musterbeispiel dafür werden, dass ein verstärkter Klimaschutz basierend auf Innovation, Investition und Modernisierung der Infrastruktur positiv auf Wohlstand und Beschäftigung wirken. 

Ganz wesentlich ist es festzuhalten, dass ganz im Sinne der Ökosozialen Marktwirtschaft auf Innovationen und positive Anreize gesetzt werden muss, nicht aber auch mehr Regulierung und Verbote. Nur so kann garantiert werden, dass Klimaschutz von den Menschen und von den Betrieben breit mitgetragen wird. Der falsche Weg wäre es jedenfalls, die energieintensiven Industrien aus Europa zu vertreiben. Denn ökologische Ziele auf ökonomische und gesellschaftliche Kosten zu verfolgen, ist kein langfristig nachhaltiger Plan. 

WKÖ setzt sich für zukunftsorientierte Standortpolitik ein

Gerade in unserer globalisierten Welt muss Europa darauf achten, seinen lange genossenen ökonomischen Vorsprung nicht an die stark wachsenden, dynamischen Schwellenländer zu verlieren. In Österreich bzw. Europa braucht es daher starke Anstrengungen, um gegenüber diesen Regionen nicht zurückzufallen und weiterhin ein hohes Wohlstandsniveau aufrecht erhalten zu können. Auch wenn die gegenwärtige wirtschaftliche Lage stark unter dem Einfluss der Corona-Krise und den wirtschaftlichen Folgen steht, werden diese Entwicklungen auch nach der Bewältigung der Krise weiterhin von hoher Relevanz sein. 

Dementsprechend setzt sich die WKÖ für eine zukunftsorientierte Standortpolitik ein, um auch in Zukunft ein hohes Ausmaß an nachhaltiger wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Prosperität gewährleisten zu können.

Das könnte Sie auch interessieren

Harald Mahrer und Karlheinz Kopf

Weitere Unterstützungsmaßnahmen für Betriebe fixiert

Forderung der Wirtschaftskammer nach Verlängerung des Härtefall-Fonds umgesetzt – "Once Only Prinzip" schafft bürokratische Erleichterungen mehr

Logo

Miteinand‘ und sicher: Wie sich 2.000 "Mutmacher" zum Netzwerken treffen

JW Summit 2020 versammelt Österreichs Jungunternehmerinnen und –unternehmer am 25. und 26. September online - WKÖ-Präsident Mahrer: „Ihr seid ein echtes Vorbild“ mehr