th share video content contact download event event-wifi cross checkmark close xing wko-zahlen-daten-fakten wko-wirtschaftrecht-und-gewerberecht wko-verkehr-und-betriebsstandort wko-unternehmensfuehrung wko-umwelt-und-energie wko-steuern netzwerk wko-innovation-und-technologie wko-gruendung-und-nachfolge wko-bildung-und-lehre wko-aussenwirtschaft wko-arbeitsrecht-und-sozialrecht twitter search print pdf mail linkedin google-plus facebook whatsapp arrow-up arrow-right arrow-left arrow-down calendar user home
news.wko.at

Das Assoziierungsabkommen der EU mit dem Mercosur

Ja zu neuen Chancen für Österreich!

Die Europäische Union und der Mercosur (Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay) verhandeln mit Unterbrechungen seit 1999 ein Assoziierungsabkommen. Nun stehen die Verhandlungen kurz vor dem Abschluss. Die WKO begrüßt einen erfolgreichen Verhandlungsabschluss, weil dies neue große Chancen für Österreichs Unternehmen bringt.

Internationaler Handel ist ein Gewinn.

Österreich profitiert von fairen Handelsabkommen.

Als wirtschaftlich hoch entwickelte, kleine Volkswirtschaft benötigt Österreich Exportmärkte, um unsere Waren und Dienstleistungen absetzen zu können. Die Exporterfolge unserer Unternehmen im Ausland sichern Wohlstand und Arbeitsplätze im Inland. Jeder zweite bis dritte Job in der österreichischen Privatwirtschaft hängt direkt oder indirekt vom Export ab. Ein Schlüssel für weitere Exporterfolge unserer Betriebe sind internationale Handelsabkommen. Sie verbessern die rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und sorgen für die nötige Rechtssicherheit. Deshalb ist das Assoziierungsabkommen der EU mit dem Mercosur (Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay) klar im Sinne der österreichischen Gesamtwirtschaft.

©

Jeder zweite bis dritte
Job in der österreichischen
Privatwirtschaft
hängt direkt oder
indirekt vom Export ab


Umfassendes Service für alle Unternehmen.

Intensiv genutzt von Österreichs Betrieben.

Die EU-Kommission verhandelt das Assoziierungsabkommen mit dem Mercosur im Namen aller EU-Mitgliedstaaten. Weil das einstimmig erteilte Verhandlungsmandat aus dem Jahr 1999 stammt, ist der Investitionsschutz von den Verhandlungen nicht erfasst und somit auch kein Thema. (1) Die EU-Mitgliedstaaten und das Europäische Parlament werden laufend über den aktuellen Verhandlungsstand informiert. In Österreich sind die Wirtschaftskammer Österreich, das Parlament, das Bundeskanzleramt, alle zuständigen Ministerien und alle österreichischen Sozialpartner in die Verhandlungen eingebunden.

Darüber hinaus informiert die Europäische Kommission auf einer extra eingerichteten Website über die Verhandlungen (Berichte über Verhandlungsrunden, Verhandlungstexte, Pressemitteilungen etc.) und stellt sich in Brüssel im Rahmen des „Civil Society Dialogues“ den Fragen der Zivilgesellschaft. 

Das Mercosur-Abkommen bringt klare Vorteile.

Unsere Unternehmen bekommen neue Chancen.

Diese Branchen profitieren besonders

  • Maschinen und Anlage
  • Pharmazeutische Erzeugniss
  • Nahrungsmittel
  • Medizin- und Messtechnik
  • Erneuerbare Energien
  • Einfacher Zugang zu einem großen, attraktiven Markt
    Der Mercosur ist der weltweit siebtgrößte Wirtschaftsraum und mit einem jährlichen BIP von 2,2 Bill. Euro der fünftgrößte Drittlandsmarkt außerhalb der EU. Bereits jetzt ist dieser Wirtschaftsraum ein wichtiger österreichischer Exportmarkt mit 260 Mio. Verbrauchern. Unsere Unternehmen leiden beim Export aber unter hohen tarifären und nicht-tarifären Handelshemmnissen(2). Mit dem Abkommen werden viele dieser Hemmnisse wegfallen. Das wirtschaftliche Potenzial des Mercosur-Abkommens ist deutlich größer als jenes des Abkommens mit Kanada (CETA).
  • Wettbewerbsvorteil gegenüber unseren Konkurrenten

    Die EU ist der einzige Handelspartner, mit dem der Mercosur ein Freihandelsabkommen verhandelt. Das bedeutet: Unsere Unternehmen bekommen im Vergleich zu ihren Wettbewerbern aus anderen Ländern außerhalb Lateinamerikas einen privilegierten Marktzugang.

  • Einsparungen bei den Zollgebühren von mehr als 4 Mrd. Euro

    85 % der EU-Ausfuhren in den Mercosur unterliegen dem Zoll - dabei handelt es sich leider gerade um jene Exporte, die für die EU und Österreich besonders wichtig sind. So liegt der Zoll für Autos bei 35 % und für die wichtigsten Maschinen zwischen 20 % und 35 %. Mit dem Abkommen ersparen sich die Unternehmen Zollgebühren von mehr als 4 Mrd. Euro.

  • Wichtige Rohstoffe zu günstigeren Preisen 

    Der weltweite Wettbewerb um Rohstoffe wird immer härter. Die Mercosur-Staaten sind ein wichtiger Rohstofflieferant für die europäische und österreichische Industrie. So sind 60 % der landwirtschaftlichen EU-Einfuhren aus dem Mercosur Rohstoffe für die Lebensmittelindustrie und die Viehwirtschaft. 80 % der EU-Einfuhren von pflanzlichen Proteinen für Futtermittel stammen aus dem Mercosur. Diese Rohstoffe könnte Österreich künftig zu deutlich günstigeren Preisen beziehen. Das bringt unseren Betrieben spürbare Wettbewerbsvorteile.

  • Zugang zu dynamischem Dienstleistungsmarkt

    Der Export von österreichischen Dienstleistungen in den Mercosur ist noch kaum entwickelt. Durch die Beseitigung der bestehenden Hemmnisse für österreichische Dienstleister und Investoren ergeben sich neue attraktive Geschäftsmöglichkeiten. 

    Allein Brasilien ist weltweit der siebtgrößte Markt für EU-Dienstleistungen.

  • Fairplay bei öffentlichen Ausschreibungen

    Die Länder des Mercosur sind keine Mitglieder des WTO-Abkommens zur öffentlichen Beschaffung. Sie schreiben daher Regierungskäufe beliebig aus. Bei öffentlichen Ausschreibungen werden lokale Bieter aus dem Mercosur meist viel besser behandelt als österreichische Unternehmen. Mit dem Abkommen gibt es für unsere Unternehmen Fairplay. Die Chancen sind enorm.

  • Große Chancen für KMU

    Der internationale Warenhandel mit der Mercosur-Region wird wesentlich von KMU getragen. Von den 1.134 österreichischen Exporteuren nach Argentinien und Brasilien sind 68 % KMU, welche sich für 33 % des Warenausfuhrwertes verantwortlich zeichnen (Eurostat, 2018). Profiteure engerer Handelsbeziehungen sind natürlich auch jene heimischen KMU, die als Zulieferbetriebe für die österreichische Exportwirtschaft tätig sind.

    Alleine der brasilianische Beschaffungsmarkt umfasst in Volumen von knapp 150 Mrd. Euro.

EU-Standards werden nicht gesenkt

Die EU-Standards (z.B. für die Lebensmittelsicherheit) bleiben unverändert und werden nicht gesenkt. Es dürfen auch weiterhin nur Waren von Drittstaaten in die EU gelangen, die den geltenden strengen EU-Regeln entsprechen oder gegenseitig anerkannt sind.

©


Österreich & Mercosur: Derzeitige wirtschaftliche Beziehungen auf einen Blick

Im Jahr 2016 betrugen die direkten Warenexporte Österreichs in den Mercosur rund 730 Mio. Euro. Dem stehen Einfuhren in Höhe von knapp über 530 Mio. Euro gegenüber (Statistik Austria, 2018). Die Warenaußenhandelsbilanz Österreichs mit dem Mercosur ist daher mit rund 200 Mio. Euro eindeutig positiv.

Basierend auf aktuell verfügbaren Zahlen der TiVA-Datenbank (OECD, 2018) kann geschätzt werden, dass die durch direkte Exporte nach Argentinien und Brasilien ausgelöste österreichische Wertschöpfung 2016 über 500 Mio. Euro betrug. Berücksichtig man darüber hinaus die indirekten Handelsverflechtungen Österreichs mit den beiden Ländern (d.h. z.B. über Deutschland) dürfte sich die dadurch generierte heimische Wertschöpfung im Jahr 2016 auf über 700 Mio. Euro belaufen.

©
©

Rund 250 brasilianische Firmen stehen ganz oder zumindest teilweise im Eigentum österreichischer Unternehmen. Eigene Niederlassungen haben rund 30 österreichische Firmen in Argentinien, zwei in Paraguay, vier in Uruguay. Mittels lokalen Vertretern bearbeiten über 300 österreichische Firmen den Markt in Argentinien, 100 in Paraguay und 100 in Uruguay.



(1) Die Zuständigkeit für den Bereich ausländische Direktinvestitionen und damit für Verhandlungen über den Investitionsschutz wurden erst mit Inkrafttreten des Lissabon-Vertrages im Dezember 2009 von den EU-Mitgliedstaaten an die Europäische Kommission übertragen. Erst seit diesem Zeitpunkt verhandelt die EU über reine Investitionsabkommen oder über den Investitionsschutz als Teil von Handelsabkommen.

(2) Im Factsheet der Europäischen Kommission zum Bericht über Handels- und Investitionshemmnisse 1. Jänner bis 31. Dezember 2016  wird Brasilien als eines der Länder mit der zweithöchsten Anzahl an wirksamen Hindernissen und Argentinien als eines der Länder mit mehr als 10 wirksamen Hindernissen genannt.

Das könnte Sie auch interessieren

  • 2012

Zivilluftfahrt-Personalverordnung

Stellungnahme der Wirtschaftskammer, April 2012 mehr

  • Analysen

Unternehmensfinanzierung 2017

Abteilung für Finanz- und Handelspolitik (FHP) | Wirtschaftskammer Österreich mehr

  • Erfolge Finanzpolitik