th share video content contact download event event-wifi cross checkmark close xing wko-zahlen-daten-fakten wko-wirtschaftrecht-und-gewerberecht wko-verkehr-und-betriebsstandort wko-unternehmensfuehrung wko-umwelt-und-energie wko-steuern netzwerk wko-innovation-und-technologie wko-gruendung-und-nachfolge wko-bildung-und-lehre wko-aussenwirtschaft wko-arbeitsrecht-und-sozialrecht Twitter search print pdf mail linkedin google-plus Facebook arrow-up arrow-right arrow-left arrow-down calendar user home icon-gallery icon-flickr icon-youtube icon-instagram pinterest skype vimeo snapchat
news.wko.at
Mein WKO

Das Assoziierungsabkommen der EU mit dem Mercosur

Ja zu neuen Chancen für Österreich!

Die Europäische Union und der Mercosur (Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay) verhandelten seit 1999 über ein Assoziierungsabkommen. Nun konnte am 28. Juni 2019 endlich eine Einigung (“agreement in principle”) erzielt werden. 

Der Weg zum Abschluss - die nächsten Meilensteine

Auf Basis des “agreement in principle” werden die Vertragsparteien nun den Text einer juristischen Prüfung („legal scrubbing“) unterziehen, um den finalen, rechtskonformen Wortlaut der Vereinbarung zu erstellen. Anschließend wird der Text in alle EU-Amtssprachen übersetzt. Sobald die Übersetzungen vorliegen, wird das Abkommen dem Rat der EU (EU-Mitgliedstaaten) und dem Europäischen Parlament zur Genehmigung übermittelt. Der Vorschlag für den Beschluss zur vorläufigen Anwendung des Handelsteils soll voraussichtlich im Herbst 2020 von der Europäischen Kommission vorgelegt werden.

Viele Vorteile für Österreicherinnen und Österreicher, die Beschäftigten, die Unternehmen

Die Exporterfolge von Unternehmen in Österreich sichern Wohlstand und Arbeitsplätze im Inland. Jeder zweite bis dritte Job in der österreichischen Privatwirtschaft hängt direkt oder indirekt vom Export ab. Vorteilhaftere Rahmenbedingungen durch internationale Handelsabkommen sichern diesen Erfolg und schaffen faire Bedingungen für beide Seiten. Deshalb ist das Assoziierungsabkommen der EU mit dem Mercosur - das mehr wirtschaftliches Potenzial als das Abkommen mit Kanada und Japan zusammen hat - klar zum Vorteil der österreichischen Wirtschaft.

Durch das Assoziierungsabkommen der EU mit dem Mercosur werden die rechtlichen Rahmenbedingungen für den Außenhandel von Unternehmen aus Österreich mit den Mercosur-Ländern verbessert und Rechtssicherheit geschaffen, insbesondere durch

  • Wettbewerbsvorteile gegenüber Konkurrenten ohne Handelsabkommen, z.B. wie China,
  • Abbau hoher Zölle und Handelshemmnisse,
  • verbesserten Zugang zu öffentlichen Ausschreibungen im Mercosur,
  • großes Potenzial bei Dienstleistungsexporten,
  • Vereinfachung der Handelsregeln vor allem zum Vorteil für KMU aus Österreich.

Hier entstehen neue Geschäftschancen für Unternehmen aus Österreich.

Mercosur

  • Fünftgrößte Volkswirtschaft außerhalb der EU
  • Jährliches BIP von 2,2 Bill. Euro (ca. wie Frankreich)
  • 260 Mio. Konsumenten 
WKÖ
© WKÖ

Internationaler Handel ist für alle gut.

  • Bringt Konsumenten eine größere Auswahl an Produkten zu leistbaren Preisen.
  • Ermöglicht neue Produktion und Dienstleistungen und trägt zur Schaffung von Arbeitsplätzen bei.
  • Zugang zu benötigten Rohstoffen zu fairen Preisen hilft österreichischen Betrieben, wettbewerbsfähig zu bleiben.
  • Bessere Regeln für ein besseres Leben.


Die EU und der Mercosur haben sich auch zu einer wirksamen Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens verpflichtet. Ein spezielles Kapitel zur nachhaltigen Entwicklung behandelt Themen wie nachhaltige Bewirtschaftung und Erhaltung der Wälder (inkl. Regenwald), Achtung der Arbeitnehmerrechte und Förderung eines verantwortungsvollen unternehmerischen Handelns sowie Erfüllung der nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen (Agenda 2030/SDGs).

Der Mercosur als Exportpartner Österreichs und der EU

Bereits jetzt ist der Mercosur einer der bedeutendsten Märkte außerhalb der EU für die österreichische Exportwirtschaft mit einem jährlichen BIP von 2,2 bn Euro und mit 260 Millionen Konsumenten ein Markt mit Potenzial.

2018 legten die Exporte um 9,8 % auf fast 1 Mrd. Euro zu.




4 Mrd. Euro pro Jahr weniger an Zollausgaben  für Exporte aus der EU – vier mal mehr als das EU-Japan Abkommen

 

Exportzölle im Mercosur werden gesenkt bzw. vollständig abgebaut

 

 

 

 

 





Österreichische Herkunftsangaben zukünftig in den Mercosur-Ländern geschützt

 

 

 

 

 

 



Faire Bedingungen bei öffentlichen Ausschreibungen

 

 


67 % der Exporteure nach Argentinien und Brasilien sind KMU

Wettbewerbsvorteil gegenüber Konkurrenten

Die EU ist der erste Handelspartner, mit dem der Mercosur ein Handelsabkommen ausverhandelt hat. Das bedeutet: Unternehmen in Österreich bekommen im Vergleich zu ihren Wettbewerbern aus anderen Ländern außerhalb Lateinamerikas einen besseren Marktzugang.

Einsparungen bei den Zollgebühren

Wichtige österreichische Exportprodukte sind derzeit im Merosur noch mit einem hohen Zoll belastet: Fahrzeuge mit 35 %, die wichtigsten Maschinen zwischen 20 % und 35 % sowie Chemikalien mit 18 %. Durch das Handelsabkommen werden Zölle im Mercosur auf 91 % der Waren vollständig abgeschafft, vor allem jene für wichtige Schlüsselsektoren der EU: Fahrzeuge und Fahrzeugteile, Maschinen, Chemikalien und Pharma. Mit dem Abkommen reduziert sich die Belastung durch Zölle für Exporte aus Österreich um geschätzte 88 Mio. Euro pro Jahr.

Wichtige Rohstoffe zu günstigeren Preisen

Der weltweite Wettbewerb um Rohstoffe wird immer intensiver. Die Mercosur-Staaten sind ein wichtiger Rohstofflieferant für die europäische und österreichische Industrie. Diese Rohstoffe kann Österreich künftig zu deutlich günstigeren Preisen beziehen. Das bringt österreichischen Betrieben spürbare Wettbewerbsvorteile.

Schutz von geographischen Herkunftsangaben

Durch das Handelsabkommen werden 355 anerkannte geographische Angaben von österreichischen und europäischen Lebensmitteln, wie. z.B. Tiroler Speck, Tiroler Bergkäse und Steirisches Kürbiskernöl, im Mercosur geschützt.

Zugang zu dynamischem Dienstleistungsmarkt

Der Export von Dienstleistungen aus Österreich in den Mercosur ist noch kaum entwickelt. Durch die Beseitigung der bestehenden Hemmnisse für österreichische Dienstleister und Investoren ergeben sich neue attraktive Geschäftsmöglichkeiten und es werden gleiche Wettbewerbsbedingungen geschaffen.

Fairplay bei öffentlichen Ausschreibungen

Die Länder des Mercosur sind keine Mitglieder des WTO-Abkommens zur öffentlichen Beschaffung. Sie schreiben daher Regierungskäufe beliebig aus. Bei öffentlichen Ausschreibungen wurden bisher lokale Bieter aus dem Mercosur bessergestellt als jene Unternehmen aus Europa. Mit dem Abkommen gibt es für Unternehmen aus Österreich faire Chancen, bei öffentlichen Aufträgen den Zuschlag zu erhalten.

Große Chancen für KMU

Der internationale Warenhandel mit der Mercosur-Region wird wesentlich von KMU getragen. In Zukunft werden ihnen Informationen zum Marktzugang auf einer eigenen KMU-Homepage sowohl seitens der EU als auch der Mercosur-Länder bereitgestellt und “KMU-Koordinatoren” helfen ihnen, die Chancen des Abkommen zu nutzen.

EU-Standards werden nicht gesenkt

Die EU-Standards für Lebensmittelsicherheit, Tier- und Pflanzenschutz, usw.  bleiben unverändert und werden nicht gesenkt. Es dürfen auch weiterhin nur Waren von Drittstaaten, wie Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay, in die EU gelangen, die den geltenden strengen EU-Regeln und Produktsicherheitsstandards entsprechen oder gegenseitig anerkannt werden.




Das könnte Sie auch interessieren

Europa

Rabmer-Koller zu neuem EU-KMU-Barometer: Licht und Schatten bei Wirtschaftsaussichten

Der europäische SMEunited KMU-Barometer ist leicht auf 77,1 gestiegen; heimische KMU bewerten ihre Aussichten weniger positiv als zuletzt mehr

Konjunkturgipfel

Konjunkturgipfel der Wirtschaftskammer: Was Österreich jetzt braucht

WKÖ-Spitze und Unternehmensvertreter im Gespräch mit deutschem Wirtschaftsweisen Prof. Schmidt – WKÖ präsentiert Forderungspapier für Verhandlungen mehr