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Das Handelsübereinkommender EU mit Ecuador, Kolumbien und Peru

Ja zu neuen Chancen für Österreich!

Das Handelsübereinkommen der EU mit Kolumbien und Peru wird bereits seit 2013 vorläufig angewendet. Dieses beinhaltet eine Klausel, die es auch den anderen Ländern der Andengemeinschaft, Bolivien und Ecuador, ermöglicht den Abkommen beizutreten. Nachdem die Verhandlungen mit Ecuador erfolgreich abgeschlossen wurden, wird das Beitrittsprotokoll Ecuadors seit Jänner 2017 vorläufig angewendet.

Internationaler Handel ist ein Gewinn

Landkarte Andengemeinschaft
© WKÖ

Österreich profitiert von fairen Handelsabkommen.

Als wirtschaftlich hoch entwickelte, kleine Volkswirtschaft benötigt Österreich Exportmärkte, um seine Waren und Dienstleistungen absetzen zu können. Die Exporterfolge unserer Unternehmen im Ausland sichern Wohlstand und Arbeitsplätze im Inland. Jeder zweite bis dritte Job in der österreichischen Privatwirtschaft hängt direkt oder indirekt vom Export ab. Ein Schlüssel für weitere Exporterfolge unserer Betriebe sind internationale Handelsabkommen. Sie verbessern die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und sorgen für die nötige Rechtssicherheit. Deshalb ist das Handelsübereinkommen der EU mit den drei Andenstaaten, Ecuador, Kolumbien und Peru, klar im Sinne der österreichischen Gesamtwirtschaft.

Umfassendes Service für alle Unternehmen.

Intensiv genutzt von Österreichs Betrieben.

Wie der aktuelle Bericht der Europäischen Kommission zeigt funktioniert die Umsetzung des Handelsübereinkommen insgesamt sehr gut. Der bilaterale Handel stieg 2017 mit Kolumbien (+7 %), Peru (+16 %) und Ecuador (+20 %) an. Das Abkommen wirkte sich im Umfeld fallender Rohstoffpreise, die die Wirtschaft der drei Länder in den Jahren 2015-2016 beeinträchtigten, stabilisierend aus.

Das Handelsübereinkommen ist eines jener EU-Abkommen, bei denen europäische Unternehmen 2017 die Präferenzen für die Einfuhren in die EU am häufigsten nutzten: 97 % bei Kolumbien, 96 % bei Peru sowie 97 % bei Ecuador.

Bei den Ausfuhren aus der EU lag die Präferenznutzungsrate 2017 bei Kolumbien bei 68 %, bei Peru bei 52 % und bei Ecuador im ersten Jahr der Umsetzung bei 42 %. Hier könnten die europäischen und österreichischen Exporteure die Chancen, die ihnen das Abkommen bietet, noch besser nutzen.

Unternehmen der Exportwirtschaft nehmen das Abkommen gut an und profitieren schon von der vorläufigen Anwendung.

Das Abkommen bringt klare Vorteile.

Unsere Unternehmen bekommen neue Chancen.

  • Einfacher Zugang zu einem attraktiven Markt
    Ecuador, Kolumbien und Peru zählen mit einem gemeinsamen jährlichen BIP von 627,5 Mrd. USD zu einem attraktiven Wirtschaftsraum außerhalb der EU. Die österreichischen Exporte in die betroffenen Länder haben sich im vergangenen Jahr sehr positiv entwickelt. Die wichtigsten Kategorien bei den Exporten waren „Maschinenbauerzeugnisse“ mit einem Wert von 89 Mio. Euro sowie „Bearbeitete Waren“ mit 54 Mio. Euro.

  • Wettbewerbsvorteil gegenüber unseren Konkurrenten
    Das Handelsübereinkommen ermöglicht unseren Unternehmen einen privilegierten Marktzugang im Vergleich zu ihren Wettbewerbern aus Ländern außerhalb Lateinamerikas.

  • Einsparungen bei den Zollgebühren
    Die Vereinbarung der EU mit Peru und Kolumbien sieht einen 100 %igen Zollabbau bei Industrieprodukten innerhalb der nächsten 10 Jahren vor, wobei 80 % davon seitens Kolumbiens unmittelbar bei Inkrafttreten des Abkommens eliminiert wurden und 65 % im Falle Perus. Zusätzlich wurde mit dem Beitritt Ecuadors zum Handelsübereinkommen den EU Staaten, so auch Österreich, die sofortige zollfreie Lieferung von circa 60 % der Tarifpositionen nach Ecuador ermöglicht. Die restlichen 35% sollen über einen Zeitraum von 17 Jahren liberalisiert werden. Auch in Kolumbien und Peru wird seit 2013 der schrittweise Zollabbau für all jene Waren, die nicht bereits mit Anwendung des Abkommens zollfrei gestellt wurden, fortgesetzt.

  • Nahrungsmittel zu günstigeren Preisen
    Die Andenstaaten sind ein wichtiger Nahrungsmittellieferant für die europäische und österreichische Industrie. So gehören fast 70 % der österreichischen Wareneinfuhren aus Peru, Kolumbien und Ecuador der Kategorie „Nahrungsmittel und lebende Tiere“ an. Die Einfuhren beliefen sich im Jahr 2017 auf rund 110 Mio. Euro. Speziell Importe aus Kolumbien und Ecuador sind bislang nur wenig diversifiziert und umfassen vor allem Nahrungsmittel, überwiegend Bananen, aber auch tropische Früchte und Kaffee.

  • Zugang zu einem dynamischen Dienstleistungsmarkt
    Der Export von österreichischen Dienstleistungen nach Ecuador und Kolumbien ist noch kaum entwickelt. Durch die Beseitigung der bestehenden Hemmnisse für österreichische Dienstleister und Investoren ergeben sich aber auch hier neue Geschäftsmöglichkeiten. In Kolumbien und Peru sind bereits positive Entwicklungen am Dienstleistungsmarkt sichtbar. Während die Exporte von Dienstleistungen nach Kolumbien im Jahr 2017 um 7,1 % gestiegen sind, haben sich entsprechende Exporte von österreichischen Dienstleistungen nach Peru mehr als verdoppelt.

  • Fairplay für öffentliche Ausschreibungen
    Die Länder der Andengemeinschaft sind keine Mitglieder des WTO-Abkommens zur öffentlichen Beschaffung. Bei den öffentlichen Ausschreibungen wurden daher lokale Bieter meist besser behandelt als österreichische Unternehmen. Mit dem Abkommen gibt es für unsere Unternehmen nun Fairplay. Es bieten sich große Chancen.

  • Neue Geschäftsmöglichkeiten
    Gute Chancen für österreichische Exporteure nach Ecuador bestehen in den Bereichen Erdöl, Bergbau, Agrarwirtschaft, Infrastruktur und im Gesundheitssektor. Marktchancen in Kolumbien sind in erster Linie in den Bereichen Energiewirtschaft, Bergbau und Medizintechnik zu sehen. In Peru gibt es Chancen im Bereich Industrieausrüstung und -zulieferung, für Maschinenbauer, bei Infrastrukturinvestitionen sowie im Energie- und Umweltsektor. Im Bausektor sind österreichische Problemlöser gefragt, die mit neuen Baustoffen und Bausystemen behilflich sein können.

69 % der Importe aus Ecuador, Peru & Kolumbien sind Nahrungsmittel


Die EU ist Kolumbiens zweitwichtigster Handelspartner und
Perus drittgrößter Handelspartner.


Ecuador, Kolumbien und Peru: Warenexporte und -importe nach Sektoren 2017

Exporte

Exporte
© WKÖ

Importe

Importe
© WKÖ

Quelle: Eigene Darstellung basierend auf WKO-Statistik (2018)


EU-Standards bleiben erhalten

Die EU-Standards (z.B. für die Lebensmittelsicherheit) blieben unverändert und wurden nicht gesenkt. Es dürfen auch weiterhin nur Waren von Drittstaaten in die EU gelangen, die den geltenden strengen EU-Regeln entsprechen oder gegenseitig anerkannt sind.

Österreich und die Andenländer: wirtschaftliche Beziehungen auf einen Blick

Im Jahr 2017 betrugen die direkten Warenexporte Österreichs nach Ecuador, Kolumbien und Peru rund 230 Mio. Euro. Dem stehen Einfuhren in Höhe von etwa 160 Mio. Euro gegenüber. Die Warenaußenhandelsbilanz Österreichs mit den drei Andenstaaten ist daher mit rund 70 Mio. Euro eindeutig positiv.

Die Ausfuhren nach Ecuador haben sich im vergangenen Jahr sehr positiv entwickelt. Vom Exportwachstum besonders betroffen war die Warenkategorie „Bearbeitete Waren“ mit 16,4 Mio. Euro. (+51 %). Ebenso positiv zu bewerten ist Kolumbiens Exportwirtschaft. Besonders gestiegen sind Exporte von chemischen Erzeugnissen (+38 %) und Maschinenbauerzeugnissen (+46 %). Die österreichischen Exporte nach Peru brachen 2017 ein (-30 %), vermutlich aufgrund auslaufender Projektgeschäfte. Die Prognosen für 2018 sind jedoch durchwegs positiv und gehen von einem Wachstum von circa 3,7 % aus.


230 Mio. Euro Warenexporte

Import-Exporte
© WKÖ

Derzeit gibt es 35 österreichische Niederlassungen in Kolumbien. Die Zahl nimmt stetig zu, da immer mehr Firmen Kolumbien als Standort und Hub für ihre Aktivitäten in Südamerika und insbesondere in der Andenregion wählen.

Der Standort Peru wird für Auslandsinvestitionen immer attraktiver. Derzeit bestehen in Peru österreichische Niederlassungen im Edelstahl- und im Wasserkraftbereich, in der Wasserwirtschaft, in der Bauwirtschaft sowie im Glücksspielsektor. Auch im Konsumgüterbereich und im Gesundheitssektor wurde in den letzten beiden Jahren die österreichische Präsenz mit lokalen Vertriebspartnern weiter ausgebaut.

Österreichische Firmen verfügen in Ecuador derzeit über keine eigenen Produktionsniederlassungen, sondern beliefern teilweise aus anderen lateinamerikanischen Staaten den ecuadorianischen Markt. Mit dem gültigen Beitrittsprotokoll Ecuadors zum Handelsübereinkommen mit Kolumbien und Peru kann nun auch Ecuador ein attraktiver Standort für österreichische Firmenniederlassungen werden.



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