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EPAL kündigt den einheitlichen europäischen Palettenpool 

Österreichische Wirtschaft fürchtet massive Preisanstiege für die Zukunft im Palettentausch

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European Pallet Association (EPAL) hat mit einer Pressemitteilung vom 1. März 2017 den Beschluss veröffentlicht, die Tauschvereinbarung mit der Union internationale des chemins de fer (UIC), dem internationalen Eisenbahnverband, per 30. April 2017 aufzukündigen. Dass bedeutet, dass ab diesem Zeitpunkt die Tauschpaletten aus Holz mit den Brandings UIC und EPAL nicht mehr gegenseitig getauscht werden können. Das bringt für die österreichische Industrie, Handel und Transportwirtschaft einen ausufernden bürokratischen Aufwand mit sich. Die Palettenbestände müssen ab dem genannten Zeitpunkt getrennt verwaltet werden.

Erst im Oktober 2014 haben die beiden Organisationen einen gemeinsamen Palettenpool vereinbart und medial den Unternehmen die Sicherheit gegeben, dass auf den Palettenpool Verlass ist und ein gemeinsamer beständiger Weg in die Zukunft vorgezeichnet ist. Nun stellt sich aber der österreichischen Wirtschaft die Frage: Kann man sich die Zukunft mit der Holztauschpalette weiterhin leisten? Die Vereinnahmung des gesamten Palettentauschmarktes von EPAL bringt EPAL zweifelsohne in eine wirtschaftliche starke Position, die von den Unternehmen nicht gewünscht sein kann. Denn aus Erfahrung kann man den Schluss ziehen, dass der wirtschaftlich alleinstehende Mächtigere auch langfristig alleine den Preis bestimmen kann.

Hoher Verwaltungsaufwand droht

„Die ARGE Palettenpool steht jedem Wettbewerb offen gegenüber, aber diese Vorgehensweise wird auf dem Rücken der Unternehmen ausgetragen, die schließlich nicht nur den hohen Verwaltungsaufwand, sondern auch den finanziellen Aufwand tragen werden müssen“, ist der Obmann der ARGE Palettenpool in der WKÖ, Karl Kern, überzeugt. „Es wird hier nachhaltig das Palettentauschsystem geschädigt, welches im Vergleich zu den anderen Systemen, wie etwa Mietpaletten, einen wesentlichen Preisvorteil hat. Die Begründung, dass nur UIC-Paletten gefälscht werden ist fern ab jeglicher Realität, Markenrechtsverletzungen sind bei allen Tauschpaletten zu verzeichnen, die einseitige Darstellung eines Palettendienstleisters ist daher im Eigeninteresse zu verstehen und eine klare Ansage an die UIC, die hierzu Stellung beziehen muss.“

UIC und EPAL sollen Verhandlungen wiederaufnehmen

Die Betroffenheit dieser Entscheidung der EPAL ist in der österreichischen Wirtschaft groß und fordert daher die beiden Palettenorganisationen UIC und EPAL auf, dass sie die Verhandlungen wiederaufnehmen sollen, um noch vor dem Stichtag 30. April 2017 die Trennung des Palettenpools zu verhindern.

Die ARGE Palettenpool unterstützt die Mitglieder der WKÖ in der Anwendung des Palettentauschs und berät im direkten Mitgliederkontakt. Mitglieder sind die Unternehmen der Sparten Industrie, Handel und Transport und Verkehr.

Wissenswertes zum Thema Palette:

Woher kommt die Palette?

Ende der 50er Jahre boomte der Stückgutverkehr - auch Kleingutgeschäft genannt - der europäischen Eisenbahnen. In den Jahren vor 1960 wurden bei den Bahnen zur Beförderung aufgegebene Pakete, Verschläge, Fässer u.ä. einzeln und von Hand von der Annahmeluke in die Güterwagen transportiert. Die Sackkarre half hierbei, war aber nicht das geeignete Gerät, um spürbar "Handarbeit" zu reduzieren.
Ein damals für die Wirtschaftlichkeit des Stückgutverkehrs Verantwortlicher der Deutschen Bahn (DB), entwickelte mit einem Transportgerätehersteller einen unterfahrbaren Holzuntersatz und den Gabelhubwagen.

Die Palette war "geboren"!

Um Stückgut über längere Transportstrecken, vor allem bei mehreren Umladungen nicht einzeln und mehrmals von Hand anfassen und bewegen zu müssen, konnten auf der Palette unterschiedlich große und schwere Pakete, Kisten und Geräte auf der Palette zusammengefasst, verladen und umgeladen werden. Dies erleichterte nicht nur die körperliche Arbeit. Der Transport vieler Kleinteile, zusammengefasst auf der Palette bis zum letzten Umladebahnhof, verkürzte vor allem die Verladezeiten um 90%. Dass in gleicher Weise Personalkosten reduziert werden konnten, war ein willkommener zusätzlicher Effekt. Mit diesen Argumenten setzte sich die Euro-Palette schnell durch und revolutionierte das gesamte europäische Transportwesen. 

Die Palette ist auch heute noch allgegenwärtig!

Die Tauschpalette ist auch in der heutigen Zeit nicht mehr wegzudenken, im Durchschnitt sind ca. 8 Millionen Paletten alleine in Österreich im Umlauf, also für jeden Österreicher eine Palette! Mit rund 500 Millionen Exemplaren ist die Euro-Palette heute der am weitesten verbreitete genormte Ladungsträger der Welt.
Die meisten Paletten sind aus getrocknetem und hitzebehandeltem Fichtenholz gefertigt. Andere Hölzer werden aufgrund der Holzpreise eher seltener verwendet.
Aus einem Kubikmeter Holz lassen sich 22 Paletten fertigen und in jeder Palette sind 78 Nägel mit 11 Brettern und 9 Klötzen verarbeitet. Wenn die Qualität stimmt, eine Palette „verkraftet“ 1.500 kg Last bei einem Eigengewicht von 25 kg, dann ist die Lebensdauer, je nach Verwendung, ca. 1 bis 10 Jahre.


Nahezu jede Branche ist in irgendeiner Form mit dem Thema Tauschpalette konfrontiert, wenn es nicht die eigenen Produkte sind, die auf einer Tauschpalette transportiert werden, dann sind es aber meistens die Vorprodukte, die auf einer solchen angeliefert werden.

Damit ist die Bedeutung der Tauschpalette in der Wirtschaft kurz dargestellt, ein Substitut zur Palette ist auch langfristig nicht in Sicht. (168/US)

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