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EAG übersieht Industrie-Potenzial, um Netz im Gleichgewicht zu halten

Das Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG) schöpft nicht das volle Potential der Industrie zu systemdienlichem Verhalten am Energiemarkt aus. Mit wenigen Anpassungen wäre eine noch breitere Beteiligung der Betriebe möglich. Dadurch würden auch die Kosten für das Gesamtsystem sinken.

Strommasten
© Envato

Industriebetriebe mit Energieanlagen können helfen, Differenzen zwischen Stromproduktion und -verbrauch auszugleichen. Mit steigendem volatilen Energieanteil, wie Wind und Photovoltaik, wird dieser immer bedeutsamer. So tragen sie zur Stabilität des Netzes und damit zur Energiewende bei. "Bei der Bereitstellung von so genannten systemdienlichen Flexibilitäten gilt das insbesondere für die Papier- und Zellstoffindustrie, die zu 60 Prozent erneuerbare Energieträger einsetzt. Allerdings verhindern einige Voraussetzungen im aktuellen EAG-Entwurf die verstärkte Beteiligung der Betriebe, zum Beispiel an der Netzreserve", erläutert Kurt Maier, als Präsident von Austropapier, die Problematik. Er nennt dabei die Pflicht zur Stilllegung von Anlagen ab 20 Megawatt und die Verlagerung der Verbrauchsleistung für mindestens zwölf Stunden als Beispiele.

Beteiligung an der Netzreserve

Wenn der Anteil schwer vorhersagbarer Energiequellen wie Wind und Solar im Netz steigt, steigt auch die Nachfrage nach Maßnahmen zur Netzstabilität in Form von Regelenergie und Netzreserve. Damit die Kosten in diesem Bereich für die Stromkunden nicht explodieren, müssen alle verfügbaren Potentiale in diesem Bereich genutzt werden, um einen breiten, stabilen Markt zu schaffen. Die Beteiligung der Industriebetriebe wird im EAG-Entwurf allerdings durch eine Verpflichtung zur Stilllegung von Anlagen ab einer Leistung von 20 Megawatt behindert. Durch eine Abschaffung dieser Voraussetzung, oder zumindest eine Erhöhung der Leistungsgrenze, könnten sich auch industrielle Anlagen einbringen.

Mindestzeit verkürzen

Positiv sieht die Papierindustrie die generelle Möglichkeit, dass sich Entnehmer an der Netzreserve beteiligen können. Unverständlich ist allerdings, dass Entnehmern vorgegeben wird, dass sie ihre Verbrauchsleistung für mindestens zwölf Stunden verlagern müssen. Das kritisiert Maier: "Wenn diese Option praxistauglich sein soll, darf die Mindestzeit maximal eine Stunde betragen oder muss auf die durchschnittliche Zeit des Engpassereignisses verkürzt werden."

Entnehmer mit Speicher beteiligen

Der EAG-Entwurf sieht vor, dass sich Erzeuger, flexible Entnehmer oder Aggregatoren (Zusammenschlüsse von Erzeugern und Entnehmern) an der Netzreserve beteiligen können. Die Auswahl sollte um "Entnehmer mit Speicher" ergänzt werden. Diese halten einen Speicher gefüllt, wechseln auf ihn im Falle eines Engpasses und entlasten dadurch das Netz. Diese Option bietet für beide Seiten Vorteile. Der Anlagenbetreiber kann schnell wechseln und die Dauer der möglichen Netzentlastung genau voraussagen. Wichtig wäre es hierbei den Begriff des Speichers weiterzudenken, zum Beispiel in Form von Power-to-Product-Varianten.

Durch die richtigen Anreize, wie vergünstigte Netztarife zur Befüllung der Speicher, könnten sich deutlich mehr Unternehmen am Netzreservemarkt beteiligen, wodurch die Netzstabilität steigt. Durch vermehrten Wettbewerb zwischen den Teilnehmern sinken außerdem die Kosten, was allen Stromkunden zu Gute kommt.

"Wir sehen die Möglichkeit, dass sich Industriebetriebe aktiv am Netzmanagement beteiligen können, sehr positiv. Allerdings ist die konkrete Ausgestaltung im aktuellen EAG-Entwurf noch alles andere als praxistauglich", richtet Maier einen Appell an die Politik, hier noch Adaptionen vorzunehmen.

Über die Österreichische Papierindustrie

Die Papierindustrie zählt einerseits zu den energieintensiven Industriebrachen, ist aber auf der anderen Seite auch einer der größten industriellen Energieerzeuger. Insgesamt erzeugt sie mehr Energie als sie selbst braucht. Mit überschüssigem Strom und Wärme versorgt sie Haushalte, Gewerbe- und Gemeindegebäude in den umliegenden Regionen mit umweltfreundlicher Energie. Denn der Großteil der eingesetzten Energieträger sind erneuerbar. Zu 60 % werden Reststoffe aus der Produktion, wie Rinde, Biolauge oder Schlämme, aus der Abwasserreinigung eingesetzt. Die ausgekoppelte Energie entspricht dabei dem gesamten Energieverbrauch von mehr als 100.000 Haushalten. Insgesamt stammen dadurch 10 % der gesamten in Österreich aufgebrachten erneuerbaren Energie aus der Papierindustrie.


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