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Digitalisierung und Klimapolitik werden Mobilität entscheidend verändern

Experten sehen bei WKÖ-Veranstaltung „Europa bewegen“ große Herausforderungen für EU-Verkehrspolitik – WKÖ-Verkehrssprecher Klacska drängt auf technologieneutrale Lösungen

Verkehr
© WKÖ

„Mobilität stellt für die Menschen ein grundlegendes Interesse dar, das hat viel mit individueller Freiheit zu tun. Dies mit ökologischen sowie mit wirtschaftlichen Bedürfnissen in Einklang zu bringen, wird die große Herausforderungen für das neue EU-Parlament und die neue EU-Kommission sein.“ Mit diesen Worten eröffnete Karlheinz Kopf, Generalsekretär der Wirtschaftskammer (WKÖ), die Veranstaltung „Europa bewegen“, die heute in der WKÖ stattfand. Denn die Klimapolitik wie auch die Digitalisierung, so waren sich alle Experten am Podium einig, werden die Mobilität in den nächsten Jahren entscheidend verändern.

So ist der Verkehrsbereich derzeit für ein Viertel aller Emissionen in Europa verantwortlich, eine Reduktion ist dabei in den vergangenen Jahren nicht gelungen. Da den Prognosen zufolge das Verkehrsaufkommen sogar noch steigen wird, ist daher rasches Handeln gefragt, um die Klimaziele zu erreichen. Wie Elisabeth Werner, Direktorin Landverkehr in der Generaldirektion Mobilität & Verkehr in der EU-Kommission, betonte, müsse der Verkehr vor allem effizienter gestaltet werden. Dazu zählt es, Leerfahrten von Lkw zu vermeiden, Staus zu reduzieren und die einzelnen Verkehrsmittel besser miteinander zu vernetzen. „Die Digitalisierung bietet hier enorme Chancen, die es zu nutzen gilt“, sagte Werner. Als Beispiel nannte sie elektronische Leitsysteme, die auf die Möglichkeiten der Verlagerung auf die Schiene hinweisen und dabei Daten wie Kosten, darunter auch die Mautersparnis, Ankunftszeit etc. gleich mitliefern.

System Bahn muss europaweit harmonisiert werden

Was dem kombinierten Verkehr aber oft noch im Wege steht, sind die unterschiedlichen Bestimmungen, die es – historisch gewachsen – im Bereich Bahn gibt. „Europaweit existieren rund 14.000 Regelungen für die Bahn. In einem Land müssen die Rücklichter rot sein, im anderen müssen sie reflektieren“, illustriert es Barbara Thaler, ÖVP-Abgeordnete zum EU-Parlament. Das System Bahn bedarf daher dringend einer europaweiten Harmonisierung.

Barbara Thaler, ÖVP-Abgeordnete zum EU-Parlament, Bundesspartenobmann Alexander Klacska und Elisabeth Werner, Direktorin Landverkehr in der Generaldirektion Mobilität & Verkehr in der EU-Kommission
© WKÖ/BSTV Barbara Thaler, ÖVP-Abgeordnete zum EU-Parlament, Bundesspartenobmann Alexander Klacska und Elisabeth Werner, Direktorin Landverkehr in der Generaldirektion Mobilität & Verkehr in der EU-Kommission

Zusätzlich brauche es eine bessere Abstimmung, was Trassenführung und Infrastrukturausbau anbelangt, betont Alexander Klacska, Obmann der Bundessparte Transport und Verkehr in der WKÖ und somit Gastgeber der Veranstaltung. „Wir bauen das Großprojekt Brenner Basistunnel, das den Alpentransit entscheidend entlasten kann. Das wird aber nur gelingen, wenn auch auf deutscher Seite endlich etwas passiert und hier die entsprechenden Anschlüsse gebaut werden“, so Klacska.

Bessere Koordinierung bei Lade-Infrastruktur

Darüber hinaus drängt Klacska auf eine technologieneutrale Herangehensweise bei alternativen Antrieben. Will man CO2 reduzieren, kann das schließlich nur mit unterschiedlichsten Ansätzen gelingen. Zumal der Elektroantrieb nur bei Pkw eine Alternative darstellt, bei Lkw hingegen aufgrund des Gewichts nicht praxistauglich ist. Klacska zufolge bedarf es daher einerseits verstärkter Investitionsanreize, etwa durch eine Befreiung von der Lkw-Maut. In Deutschland ist zum Beispiel der Gasantrieb von der Maut befreit, in Österreich hingegen nicht. Zusätzlich sei eine bessere europäische Koordinierung bei der Lade-Infrastruktur nötig, sodass nicht das eine Land mehr Wasserstofftankstellen anbietet, das andere stattdessen vorrangig auf Erdgas setzt. „Und vor allem brauchen wir Unternehmer rasch Klarheit und Planungssicherheit, in welche Technologie wir am besten investieren. Ansonsten schaffen wir die 2030er Klimaziele nicht“, warnt Klacska. (PWK495)

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