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Digitalisierung Österreichischer Kinos – ein Erfolgsmodell endet erfolgreich

Das 2012 gegründete VPF-Modell der Österreichischen Verleih- und Kinowirtschaft ist mit 2020 ausgelaufen. Sukkus: alle Ziele übererfüllt!

Kino
© WKÖ/DMC

In der Ägide von Kulturministerin Claudia Schmied und mit der tatkräftigen Initiative der damaligen Leiterin der Kunst- und Kultursektion und nunmehrigen Kulturstaatssekretärin, Mag. Andrea Mayer ist es der Österreichischen Verleih- und Kinowirtschaft 2012 gelungen, innerhalb kürzester Zeit ein gemeinsames Modell zu entwickeln, das damals in ganz Europa Vorbildfunktion für die Digitalisierung der Kinos hatte.

Nachdem beispielsweise in Deutschland jahrelang über die komplexe Beteiligung der Verleihwirtschaft über eine sogenannte „Virtual Print Fee“ verhandelt wurde, die als Ausgleich zu den Kosten der (teuren) analogen Filmkopien dienen sollte und durch eine Kostenbeteiligung der Verleihwirtschaft und durch Mittel der öffentlichen Hand möglichst rasch zu einer Volldigitalisierung der Kinos beitragen soll, ist es in Österreich nach intensiven Verhandlungen innerhalb eines halben Jahres gelungen, ein international herzeigbares Beteiligungsmodell zu entwickeln. Dieses Modell wurde im März 2012 in Kraft gesetzt.

Ziel erfolgreich umgesetzt

Angestrebt wurde die Volldigitalisierung von mindestens 85 % des Österreichischen Kinomarktes und bei gleichzeitiger Realisierung einer Förderquote durch Bund und Land vor allem aber durch eine aktive kostenmäßige Beteiligung der Verleihwirtschaft. Sowohl die Unternehmer des Verleihs als auch jene der Österreichischen Lichtspieltheater waren höchst interessiert, die logistischen Vorteile der Digitalisierung schnellstmöglich umzusetzen, waren sich jedoch beide bewusst, dass die Kinos allein die dafür notwendigen Investitionen in digitale Projektion aus sich heraus ökonomisch sinnvoll nicht bewältigen können.

Die dafür gegründete ARGE Film und Kino als Arbeitsgemeinschaft der Wirtschaftskammer Fachverbände Film- und Musikwirtschaft und des Fachverbands der Kino-, Kultur- und Vergnügungsbetriebe hat hierfür unter der Leitung des Kulturministeriums und der inhaltlichen Betreuung durch Frau Mag. Mayer kurzfristig ein Modell ausgearbeitet, das über eine „Virtual Print Fee“ die Finanzierung der Volldigitalisierung des Österreichischen Kinomarktes angestrebt und letztlich erreicht hat. Nachdem dieses Modell nun 2020 endgültig abgelaufen ist, lässt sich der Schluss ziehen, dass das Bemühen von einem vollen Erfolg gekrönt war.

Österreichische Kinos haben ein Gesamtvolumen von über 10 Mill. Euro eingemeldet und es konnte über den Refinanzierungsbetrag insgesamt rd. 6 Mio. Euro zur Digitalisierung aus der Verleihwirtschaft heraus beigetragen werden. Mit diesen Mitteln ist es bis zum Ende des vorigen Jahres gelungen, 61 Kinos mit insgesamt 168 Kinosälen zu erfassen (de facto die gesamte öst.“Kinolandschaft“).

Bereits nach kurzer Zeit (ab Februar 2013) konnten auf diese Weise bereits einige Kinos 100 % ihres VPF-mäßigen Refinanzierungsbetrages einspielen und haben bis zum planmäßigen Auslaufen des Models mit Ende 2019 insgesamt dreiviertel aller Kinos den vollen Deckungsgrad ihrer Investitionen erreicht.

Wiewohl das System auf Freiwilligkeit beruht hat, haben sich de facto alle Verleihunternehmen dem VPF-Modell der ARGE Film und Kino angeschlossen und mit diesem Solidarbetrag gleichzeitig sichergestellt, dass die Österreichische Kinolandschaft in kurzer Zeit Investitionen in digitale Projektionstechnologie schaffen konnte.

Dank an alle Beteiligten für rasche Realisierung

Die ARGE Film und Kino dankt den beteiligten Verleihunternehmen, den innovativen teilnehmenden Kinobetrieben, vor allem aber auch der Initiative des Kulturministeriums und der Staatssekretärin Mayer für die damalige bahnbrechende Initiative, die ohne diesen Anstoß sicher nicht so schnell realisiert worden wäre.

Die Kinos sind derzeit in massiven finanziellen Schwierigkeiten, welche aktuell existenzbedrohend sind, da durch das aktuelle Verschieben der Blockbuster weit in den August hinein nur sehr geringe bzw. gar keine Umsätze generiert werden können. Gemeinsam mit dem Kulturressort bedarf es großer Anstrengungen, um diese kritische Situation meistern zu können. (PWK304)

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