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Corona-Testungen: "Sicherheit gehört vorgelebt"

Im Rahmen der Initiative „Sichere Gastfreundschaft“ lassen sich fast alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Thermenresorts AVITA im Südburgenland wöchentlich testen. Für den Chef ist das ein wichtiger Baustein um die Krise erfolgreich zu meistern.

AVITA-Chef Peter Prischnig
© AVITA Resort

Wie schmerzhaft ist ein Corona-Test? Und was passiert, wenn man positiv ist? Vor diesen und ähnlich bangen Fragen standen die knapp 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des AVITA Resorts in Bad Tatzmannsdorf, als über die Initiative „Sichere Gastfreundschaft“ Anfang Juli kostenlose Tests für Österreichs Beherbergungsbetriebe begonnen haben. „Am Anfang hat es Scheu gegeben, aber nach der ersten Testung hat sich das einpendelt“, sagt AVITA-Geschäftsführer Peter Prisching. So fährt seit Anfang der Aktion wöchentlich ein mobiles Testteam ins Resort und nimmt Abstriche vom überwiegenden Teil der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus allen Abteilungen. Innerhalb von 24 Stunden gibt es die Ergebnisse: bisher alle negativ. „Wichtig ist, frühestmöglich zu wissen, was Sache ist“, sagt Prisching. 

Tests als Teil eines umfassenden Präventivkonzepts

„Die Tests sind nur ein Teil unserer Maßnahmen“, sagt Prisching, „wir arbeiten alle freiwillig mit Mund-Nasen-Schutz, sogar in der Küche.“ Und auch er selbst gehe zu Meetings ausschließlich mit Maske, „das gehört vorgelebt“. Das AVITA Resort macht Fieberscreenings, hat Regeln für den ausgedehnten Wellnessbereich mit seinen 15 Pools und 24 Wohlfühlsaunen aufgestellt. Zudem versucht man, die Gäste bereits beim Check-in zu sensibilisieren, und – auf freiwilliger Basis – ihre Daten zu erfassen. „Auch 98 % der Tagesgäste geben ihr Daten an“, sagt Prisching.

AVITA Team
© AVITA Resort Die Mitarbeiter des AVITA Resorts tragen die Präventionsmaßnahmen mit und lassen sich wöchentlich testen.

Offensiv auf Behörde zugegangen

Schon als das Hotel wegen der behördlichen Maßnahmen gegen das Coronavirus geschlossen war, wurde Prisching klar, dass eine Strategie nötig ist: „Wir müssen ja mit Covid noch eine Weile leben.“ Wesentlich sei, einen weiteren Lockdown zu verhindern. „Wir haben uns daher früh gefragt, welchen Beitrag wir als Leitbetrieb leisten können“, sagt Prisching. „Wir mussten uns selbst auf die Beine stellen, sind offensiv auf die Behörde zugegangen und hatten Gespräche bis rauf zu unserem Landeshauptmann.“ Aus den Fragen, wie man Ansteckungen und Clusterbildung im Unternehmen, aber auch in der Region, bestmöglich verhindern kann, und was passiert, wenn es doch einen Verdachtsfall gibt, wurde ein umfassendes Präventivkonzept entwickelt. Weiterhin gibt es wöchentliche Meetings, um das Konzept immer wieder an neue Situationen anzupassen.

Prominenter Corona-Fall

Doppelt froh über das Präventivkonzept war Prisching, als Anfang August ein Fußballspieler während eines Trainingslagers im Resort positiv auf Corona getestet wurde. Durch einen speziellen Maßnahmenplan war hotelseitig während des Trainingslagers durchgehend für die Sicherheit der Gäste gesorgt: Die Fußballer aßen im eigenen Speisebereich, nutzten einen eigenen Zugang zum Trainingsplatz und trainierten unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Dafür gab’s Lob von der Behörde, „dass wir die besten Maßnahmen ergriffen haben“.  

Gute Vorbereitung für den Ernstfall

Durch das Präventivkonzept war zudem klar, wie das Unternehmen mit dem Corona-Fall umgeht. „Ab der Meldung ist man nur der Passagier, auch im eigenen Unternehmen. Da entscheidet die Behörde“, sagt Prisching, „wenn ich aber gut vorbereitet bin, ist diese Situation viel besser zu meistern“. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wussten genau, was zu tun ist und welche Maßnahmen umzusetzen sind. Und nach dem Corona-Test kam auch in dieser Woche die Erleichterung: Alle waren negativ. 

AVITA Resort bei Nacht
© AVITA Resort Das AVITA Resort im Bad Tatzmannsdorf hat frühzeitig ein Präventionskonzept entwickelt.

Präventivkonzept von Gästen gut angenommen

Denn bei den Gästen kommen die Sicherheitsvorkehrungen gut an: Das Haus ist ausgebucht. „Wir sind wieder dort, wo wir vor dem Lockdown waren“, sagt Prisching. Die 148 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter konnten recht bald die Kurzarbeit beenden und wieder voll einsteigen. „Die Gäste sagen: ‚Wir merken bei Ihnen, dass Sie ein super Konzept haben, wir fühlen uns wohl“, sagt Prisching. Bei all dem müsse man aber aufpassen, dass man die Mitarbeiter nicht überfordere, denn „sie sollen Freude am Beruf haben“. Der Lockdown habe alle zusammengeschweißt, auch für das Team sei es keine einfache Zeit gewesen.

„Freude am Leben nicht verlieren“

Jeder trage Verantwortung, auch für das wirtschaftliche Einkommen. „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verstehen den Grund, der hinter dem Präventivkonzept und den wöchentlichen Test steht“, sagt Prisching. Den Gästen wolle man größtmöglichen Schutz, aber ebenso die ersehnte Entspannung bieten. „Wir wollen gut über den Herbst und Winter kommen, aber da müssen auch die Regierung und die Behörden mithelfen“, sagt Prisching. Wichtig sei bei aller Vorsicht, die Relationen im Auge zu behalten. Man solle sich nicht verrückt machen, das sei schlecht für die Psyche. „Und wir dürfen die Freude am Leben nicht verlieren“.

Die Website www.sichere-gastfreundschaft.at informiert laufend über die Aktivitäten und Anliegen des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus. Insbesondere sollen Betriebe und Gäste vor dem Hintergrund der COVID-19-Problematik über Verhaltensregeln in der Gastronomie, im Tourismus und in der Freizeitwirtschaft informiert werden.

Aktuell wurde die Initiative „Sichere Gastfreundschaft – Testangebot Tourismus“ gestartet: Beschäftigte in gewerblichen Beherbergungsbetrieben können sich freiwillig regelmäßig auf den Erreger SARS-CoV-2 testen lassen und teilnehmende Betriebe können Kennzeichen "Sichere Gastfreundschaft" beantragen und führen.

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