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Corona-Krise sorgt für mehr Pfusch in Österreich

Aktuelle Berechnungen und Umfragen zeigen, wie sich durch Corona verkürzte Arbeitszeiten auswirken. Und welche Folgen eine generelle Arbeitszeitverkürzung haben würde.

Symbolbild Schwarzarbeit
© AdobeStock

Die Corona-Krise und die damit einhergehende Rezession sorgen heuer für mehr Pfusch in Österreich. Das ist das Ergebnis einer Berechnung von Friedrich Schneider, emeritierter Professor am Institut für VWL an der Johannes-Keppler-Universität Linz und Experte für Schattenwirtschaft. Durch erhöhte Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit würden viele Betroffene versuchen, ihr Gehalt mit Pfusch aufzubessern. 

Anteil der Schwarzarbeit am BIP steigt

Im Jänner, also vor Ausbruch der Corona-Krise, rechnete Schneider noch mit einem Schwarzarbeitsvolumen in Österreich für das Jahr 2020 in der Höhe von rund 22,9 Mrd. Euro. Durch die Corona-Krise rechnet Schneider nun mit Schwarzarbeit im Gegenwert von rund 24,7 Mrd. Euro, der Anteil der Schwarzarbeit am BIP könnte damit von geschätzten 5,8 % auf 6,4 % steigen. Sollte die Rezession stärker ausfallen, ist Schneider zufolge sogar ein noch höherer Anstieg denkbar.


Eine market-Umfrage ergab zudem, dass auch private Haushalte von einer erhöhten Schwarzarbeit während der Krise ausgehen. Demnach gehen 44 % der Befragten davon aus, dass die Schwarzarbeit durch die Corona-Krise deutlich oder etwas mehr geworden ist. 41 % der Befragten meinen, dass sie gleichgeblieben ist. Nur 10 % der Befragten sind der Meinung, dass die Schwarzarbeit weniger geworden ist.

Arbeitszeitverkürzung führt zu erhöhtem Pfusch

Die vergangenen Monate zeigen damit klar, dass eine Reduktion der Arbeitszeit zu erhöhtem Pfusch führt. Dies gilt auch für die aktuellen Vorschläge betreffend Arbeitszeitverkürzung. Insbesondere in Zeiten einer Krise führen Arbeitszeitverkürzungen zu einer Pfusch-Maximierung und fördern somit das unsolidarische Verhalten.

Generelle Arbeitszeitverkürzungen sind darüber hinaus wettbewerbsschädlich und nicht leistbar. In den vergangenen zehn Jahren sind die Lohnstückkosten in Österreich mit durchschnittlich +2 % pro Jahr deutlich über dem EU-Schnitt von +1,3 % gestiegen. Eine Arbeitszeitverkürzung würde diese Kosten erhöhen und dadurch die preisliche Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen in Österreich reduzieren.

Fehlende Steuereinnahmen für öffentliche Hand

An einer 20%-igen Reduktion der Arbeitszeit unselbstständig Beschäftigter hängt viel Wertschöpfung. Würde diese Reduktion 2020 eingeführt, gingen einer Studie der Innsbrucker Gesellschaft für Angewandte Wirtschaftsforschung über einen Zeitraum von drei Jahren rund 81,3 Mrd. Euro (direkte und indirekte Effekte) an Wertschöpfung verloren. Vorausgesetzt, die Produktivität pro Arbeitsstunde bleibt gleich. Je nach Sektor fallen diese Negativeffekte unterschiedlich stark aus.

Den Experten zufolge ist jedoch davon auszugehen, dass diese Arbeitszeit nicht einfach verschwindet, sondern ein Teil davon in Schwarzarbeit fließen würde. Dadurch gehen Steuereinnahmen verloren, die wichtige sind, um sowohl öffentliche Infrastruktur und Dienstleistungen als auch die Reaktion auf die Corona-Krise zu finanzieren.

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