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Chemische Industrie: Gasversorgungs-VO sinnvoller Schritt, Gesamtkonzept fehlt

Versorgungssicherheit braucht strukturiertes und umfassendes Vorgehen 

ndustrial workers controlling production of natural gas and distribution in refinery.
© Adobe Stock | littlewolf1989

Die angekündigte Verordnung zur Gasversorgung ist aus Sicht der chemischen Industrie ein Schritt in die richtige Richtung. Die Unternehmen der Branche bereiten sich seit Monaten auf einen möglichen Gaslieferstopp vor, indem sie Erdgas einspeichern und an der Umrüstung ihrer Anlagen arbeiten, wo es technisch möglich ist. Die angekündigte Kostenübernahme für die Adaptierung von Produktionsanlagen, um alternative Energieträger einsetzen zu können, ist zu begrüßen. Gleichzeitig brauchen die Firmen auch entsprechende flexible Anpassungen bei anlagenrechtlichen Vorgaben. Höhere Emissionen, die durch den Betrieb mit Heizöl entstehen können, sind von den aktuellen Vorschriften nicht abgedeckt. "Es ist positiv, dass der Ernst der Lage mittlerweile erkannt wurde und das nun der Öffentlichkeit kommuniziert wird. Auch wenn einzelne Maßnahmen sinnvoll sind, benötigen wir dennoch rasch einen umfassenden Plan für mehr Versorgungssicherheit", so Sylvia Hofinger, Geschäftsführerin des Fachverbands der Chemischen Industrie Österreichs (FCIO).

Gesamtkonzept und belastbares Mengengerüst erstellen

Um für den Notfall eines russischen Gaslieferstopps vorsorgen zu können, braucht es dringend ein Gesamtkonzept. Dazu gehört insbesondere ein belastbares Mengengerüst, welches Speicherstände und deren Verfügbarkeit für österreichische Endkunden ebenso wie Einspar-und Substitutionsmöglichkeiten umfasst.

Die wichtigste Maßnahme bleibt aber der von der Industrie seit Monaten geforderte verstärkte Bezug von Erdgas aus alternativen Lieferquellen. "Der alleinige Blick auf Speicherstände ist für die weitere Planung nicht ausreichend. Weder wissen wir, wieviel davon für die österreichischen Endkunden bestimmt ist, noch gibt es Berechnungen, wie viel Gas in den nächsten Monaten eingespart und substituiert werden kann", fordert Hofinger ein strukturiertes Vorgehen.

Transparenz und Glaubwürdigkeit bringen Akzeptanz

Die drohenden Probleme bei einem Gaslieferstopp werden wir in Österreich nur mit einem gemeinsamen Kraftakt von Politik, Wirtschaft und Bevölkerung bewältigen können. Der FCIO begrüßt daher auch die geplante Informationsinitiative der Bundesregierung. Eine offene und transparente Kommunikation und eine stärkere Zusammenarbeit aller Akteure hilft, die Belastungen, die auf uns zukommen, zu verringern. Und sie schafft Vertrauen sowie mehr Akzeptanz für notwendige Maßnahmen. Denn klar ist, dass besser früher als später sämtliche Einsparpotentiale gehoben werden müssen – sowohl in der Wirtschaft als auch bei privaten Haushalten. Hier braucht es schon jetzt deutliche Signale. "Die aktuelle Gaskrise stellt uns alle vor in den letzten Jahrzehnten nie dagewesene Herausforderungen. Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar: Jeder wird einen Beitrag leisten müssen, damit wir gemeinsam durch den nächsten Winter kommen", so Hofinger abschließend.

Über den FCIO

Der Fachverband der Chemischen Industrie Österreichs (FCIO) ist die gesetzliche Interessenvertretung der chemischen Industrie in Österreich. Derzeit vertritt der Verband mehr als 230 Unternehmen aus der chemischen Industrie, welche neben der Kunststoff- und Pharmaindustrie auch die Produktion von organischen und anorganischen Chemikalien, industriell hergestellte Fasern und Lacken umfassen. Etwa 47.000 Beschäftigte in der chemischen Industrie haben 2020 Waren im Wert von über 15 Milliarden Euro hergestellt. Der FCIO setzt sich für einen ökonomisch, ökologisch und sozial nachhaltigen und attraktiven Chemiestandort Österreich mit einem forschungs- und technologiefreundlichen Umfeld ein, in dem die chemische Industrie mit ihrer Innovationskraft Lösungen für die zentralen gesellschaftlichen Herausforderungen entwickeln und liefern kann. 


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