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Aktuelle Daten und Fakten interaktiv visualisiert

Covid-19: Impfung ebnet Weg zurück zur Normalität

Nach der Zulassung von mehreren Covid-19 Impfstoffen ist die größte Impfkampagne der Geschichte angelaufen. Bisher wurden weltweit rund 46,2 Millionen Impfstoffdosen gegen das Coronavirus verabreicht. Dabei zeigt sich eine unterschiedliche Effizienz der nationalen Impfstrategien. Am schnellsten verläuft die Impfkampagne in Israel, wo bisher durchschnittlich 29,8 Impfungen je 100 Einwohner verabreicht wurden. In Europa legt Großbritannien das höchste Tempo vor, Österreich hinkt mit 1,6 Impfungen auf 100 Einwohner hinterher.

Aus Sicht der Wirtschaft ebnen Impfungen den Weg zurück zur Normalität. Unternehmerische und gesellschaftliche Freiheit im Einklang mit den gesund-heitspolitischen Notwendigkeiten gibt es ab einer Durchimpfungsrate von etwa 60 bis 70 %. Bis dieses Ziel erreicht ist, sind regelmäßige Tests sowie Hygiene- und Abstandsregeln der richtige Ansatz, damit Betriebe wieder öffnen können. 




Am 1.1.2021 trat das Abkommen über die afrikanische, kontinentalübergreifende Freihandelszone (AfCFTA) in Kraft. Durch dieses neue Abkommen sollen Zölle und bürokratische Handelshemmnisse zwischen den 54 teilnehmenden afrikanischen Staaten abgeschafft werden und damit die nach Ländern weltgrößte Freihandelszone mit einem Markt von 1,2 Milliarden Menschen entstehen.

Die österreichische Wirtschaft steht der Schaffung der nach Ländern größten Freihandelszone der Welt positiv gegenüber. Sie erleichtert langfristig Investitionen und den Handel österreichischer Unternehmen mit den über 50 afrikanischen Ländern und  eröffnet neue Chancen. Afrikas Märkte sind die Wachstumsmärkte der Zukunft. Österreich und Europa müssen die Gelegenheit jetzt nutzen, ihre Handelsbeziehungen mit der afrikanischen Freihandelszone zu vertiefen, bestenfalls mit einem EU-Handelsabkommen. 





Verschuldung steigt sprunghaft

Der Fiskalrat prognostiziert, dass die Corona-Pandemie Österreich mind. 60,8 Mrd. € für die Jahre 2020 und 2021 kosten wird. Dadurch erhöht sich die staatliche Verschuldung sprunghaft: Sie wird heuer auf 317,5 Mrd. € (84,8 % des BIP) ansteigen und sich 2021 auf 339,8 Mrd. € (87,1 % des BIP) weiter erhöhen. Das Budgetdefizit wird heuer 10,1 % betragen, und auch 2021 mit 6,4 % deutlich höher liegen als in den Jahren der Finanzkrise von 2009.

In der aktuellen Lage muss alles daran gesetzt werden, die negativen Konsequenzen der Covid-19 Krise abzufedern und Unternehmen ihr Überleben zu sichern. Nach Ende der Krise muss jedoch eine konsequente Rückkehr zu einer nachhaltigen Budgetpolitik wieder in den Fokus rücken.




Die Sozialausgaben beliefen sich 2019 auf rund 117 Mrd. Euro. Das bedeutet eine Steigerung um 3,7 % gegenüber dem Vorjahr und um ein Drittel gegenüber 2010. Dementsprechend liegt der Anteil der Sozialausgaben am BIP (Sozialquote) bei 29,3 %. Damit zählt Österreich zu den EU-Staaten mit den höchsten Sozialausgaben (Rang 5).

Der größte Brocken entfällt dabei mit 45 % auf Alterssozialleistungen. Unbestritten ist: Der Sozialstaat in Österreich trägt zum sozialen Frieden bei und ist ein wichtiger Standortfaktor. Die Kehrseite der Medaille sind die Kosten. Der Finanzierungsbedarf für Sozialleistungen steigt laufend, und zwar nicht nur für die öffentliche Hand, sondern auch für Unternehmen, die durch immer höhere Abgaben belastet werden. Ohne strukturelle Reformen besteht die Gefahr, dass der Sozialstaat – mit all seinen Vorzügen – unverhältnismäßig hohe Mittel erfordert und damit notwendige Zukunftsinvestitionen beeinträchtigt werden. 




Der Welthandel hat sich vom Einbruch im Frühjahr erholt. Der RWI/ISL-Containerumschlag-Index ist im Oktober zum 6. Mal in Folge kräftig gestiegen. China bleibt die Lokomotive des Welthandels, aber auch in anderen Regionen liegt der Warenumschlag wieder über dem Vorkrisenniveau. Dies lässt erwarten, dass die Industrie trotz der in vielen Ländern wieder deutlich höheren Infektionszahlen ihre Erholung fortsetzen wird. Dies dürfte zwar in vielen Ländern nicht ausreichen, um einen Rückgang des BIP im 4. Quartal zu verhindern. Dieser wird aber nicht so stark ausfallen wie im Frühjahr. Österreichs Exporte sind aktuell hingegen wieder gesunken. Aufgrund der enorm wichtigen Rolle von Exporten für die Österreichische Wirtschaft ist es wesentlich, dass Österreich protektionistischen Entwicklungen entgegentritt und rasch wieder zu seiner alten Exportstärke zurückkehrt.



Das neue Handelsabkommen RCEP (Regional Comprehensive Economic Partnership) verschiebt den Schwerpunkt der Weltwirtschaft weiter nach Osten. Es umfasst Länder mit über 30% der globalen Wirtschaftsleistung, 30% der Weltbevölkerung und 28% des Welthandels. Es wird sich in der Wirtschaftsleistung der beteiligten Länder spürbar niederschlagen. China wird durch RCEP seinen Einfluss in der Region weiter ausbauen können.

Das Abkommen setzt Europa unter Druck. Wichtig ist jetzt, dass die EU ihr Engagement in Asien weiter verstärkt und ihre laufenden Verhandlungen über Handelsabkommen mit den RCEP-Partnern rasch abschließt. Wenn das nicht gelingt, droht Europa aus diesen wichtigen Märkten gedrängt zu werden. Darüber hinaus müssen die Verhandlungen mit den USA wieder aufgenommen werden.





Die Sorge vor einem ungeregelten Brexit, ohne Abkommen über die zukünftigen Beziehungen der EU mit dem Vereinigten Königreich ab 1.1.2021 wächst. Ein harter Brexit würde den Handel zwischen der EU und Großbritannien spürbar beeinträchtigen und die Wirtschaftsleistung senken. Die Unsicherheiten rund um den Brexit haben Österreichs Exporte in wichtigen Bereichen bereits gebremst, wenn auch insgesamt Exportsteigerungen zu verzeichnen waren.

Der Austritt Großbritanniens wird sich gesamtwirtschaftlich negativ auswirken. Die WKÖ begrüßt den Ansatz einer ambitionierten, weitreichenden und ausgewogenen Wirtschaftspartnerschaft. Hauptanliegen der Wirtschaft ist die Wiederherstellung von Rechtssicherheit und Planbarkeit in den Geschäftsbeziehungen.




In Österreich boten 2019 nur 20 % aller Unternehmen (über 10 Mitarbeiter) Web-Verkäufe an. Dieser Anteil hat sich zwar seit 2011 um 9 Prozentpunkte erhöht und liegt über den EU-Durchschnitt von 16 %, doch noch weit hinter dem europäischen Spitzenreiter Irland (32 %). E-Commerce wird gerade durch die Corona-Krise immer wichtiger. Wesentlich für österreichische Unternehmen ist deshalb der Ausbau digitaler Geschäftsmodelle wie Webshops sowie der Einsatz digitaler Technologien. 


Chart of the week
© WKÖ/WHP
In Österreich, wie auch in ganz Europa und den USA breitet sich das Corona-Virus weiter aus. Wir bekennen uns ganz klar zur Notwendigkeit, die Ausbreitung des Corona-Virus einzudämmen, jedoch muss eine richtige Balance aus gesundheitlicher Verantwortung und wirtschaftlicher Vernunft gefunden werden.

Die Erfahrung der USA zeigt, dass eine 2. Corona-Welle nicht unbedingt eine zweite schwere Rezession bedeuten muss. In den USA hat sich die Wirtschaft während der zweiten Infektionswelle im Juli und August weiter erholt. Auch während der nun laufenden dritten Welle ist der US-Wirtschaftsaktivitätsindex weiter gestiegen.

Die in Österreich von der Bundesregierung gesetzten Maßnahmen sind für die österreichische Wirtschaft sehr schmerzhaft und stellen die Betriebe vor enorme Herausforderungen. Wesentlich ist nun eine rasche und unbürokratische Entschädigung der vom zweiten Lockdown betroffenen Betriebe. Wir müssen jetzt alles daran setzen, dass der Wirtschaftsmotor am Laufen gehalten werden kann. 





Laut aktuellem "Global Trade Update" der UNCTAD bricht der Welthandel 2020 zwischen 7 % und 9 % ein. Dabei sind unterschiedliche Sektoren unterschiedlich stark betroffen: Während der Handel mit Textilien, Büroartikel und Kommunikationseinrichtungen zugenommen hat, ist er im Automobil- und Energiesektor sehr stark gesunken.

Exporte spielen für die österreichische Wirtschaft eine enorm wichtige Rolle. Über 50 Prozent der österreichischen Wirtschaftsleistung werden im Ausland verdient. Doch derzeit leidet die österreichische Volkswirtschaft unter der Corona-Krise. Das WIFO rechnet mit einem Exportrückgang 2020 von 12,4 %, 2021 sollen die Exporte um 6,1 % steigen. Wesentlich ist, dass Österreich rasch wieder zu seiner alten Exportstärke zurückkehrt.




Seit Ausbruch von Covid-19 haben alle europäischen Länder fiskalische Maßnahmen ergriffen, um die negativen Auswirkungen der Krise auf die Wirtschaft zu begrenzen. Die 25 Länder, die im Europäischen Fiskalmonitor (EFM) behandelt werden, haben etwa 1 Billion Euro für diskretionäre fiskalische Stimuli (wie z.B. Budgetausgaben und Steuersenkungen) zugesagt und fast 2 Billionen Euro für Liquiditätsmaßnahmen (wie Garantien für Darlehen) bereitgestellt. 

Österreich leistet anders als im EU-Durchschnitt weit mehr (budgetwirksame) diskretionäre fiskalische Maßnahmen (11,5% des BIP) und weniger Liquiditätsmaßnahmen (3,1% des BIP). Konjunkturstützenden Maßnahmen sind sinnvoll, sollten aber auf die Dauer der Krise befristet sein. Die Regierungen sollten sich dazu verpflichten, die Maßnahmen abzubauen und einzustellen, sobald ein tragfähiger Aufschwung eingesetzt hat. Damit soll die langfristige Tragfähigkeit der öffentlichen Finanzen sichergestellt werden.



Digitalisierungsschub durch Corona-Pandemie

In den ersten Monaten der Corona-Krise (Februar bis April 2020) ist die Anzahl der Downloads von Zoom für die Verwendung von Onlinemeetings im Home-Office um über 1400% auf fast 36 Millionen gestiegen. Ab Mai sind die Downloads zwar wieder gesunken, liegen derzeit mit 13,7 Mil. aber immer noch weit über dem Vorkrisen-Niveau. 

Infolge der Pandemie hat die Digitalisierung der Volkswirtschaften einen zusätzlichen und dauerhaften Schub erlebt. Unternehmen und Arbeitnehmer mussten sich in kürzester Zeit auf neue Arbeitsweisen und -prozesse einstellen. In Zeiten von Corona wurde Home-Office, Onlinemeetings, Online-Absatzkanäle oder Schulunterricht über das Internet notgedrungen zur neuen Normalität.

Insgesamt bringt die Krise Chancen für Innovation in Unternehmen und für die Reorganisation von Wertschöpfungsketten. Dafür sind aber auch veränderte Rahmenbedingungen notwendig. Denn mit den von der Corona-Pandemie ausgelösten Auswirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft werden auch mittel- bis langfristig Strukturänderungen einhergehen. Unser Leben wird sich anders gestalten, Gesellschaft und Wirtschaft werden nach der Bewältigung dieser Krise nicht mehr dieselben sein wie zuvor.



Digitalranking

Im IMD Digital Competitiveness Ranking 2020 liegt Österreich auf dem 17. Platz und hat sich damit gegenüber 2015 um 9 Plätze verbessert. Stark verbessert haben sich China und Korea, während sich Deutschland verschlechtert hat. 



In einer aktuellen Eurobarometer-Umfrage mit Schwerpunkt KMU geben rund 60 % der österreichischen KMU an, dass regulatorische Hürden das größte Problem darstellen. Überbordende Bürokratie und ausufernde Regulierung sind heute nach wie vor ein wesentliches Problem und eine große Herausforderung für die heimischen Betriebe, die kumulierend zur Krisenbewältigung hinzukommt. Jeder Euro der weniger für überbordende Bürokratie ausgegeben wird, erhöht das BIP um 1,62 Euro. Weniger Bürokratie und dadurch weniger Regulierungskosten entlasten Betriebe und ermöglichen es ihnen, Mittel für Innovation, Expansion und neue Arbeitsplätze einzusetzen.

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