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Bis die Finger schmerzen

Wie ein Linzer Start Up das Gitarre lernen smart machte

Es gibt zahlreiche Lernapps für Musikinstrumente, die wenigsten sind jedoch KI-gestützt. Das ändert Fretello, das Projekt eines gleichnamigen Start Ups aus Linz. Die App erhielt 2019 einen großen Popularitätsschub, als der Apple-CEO, Tim Cook, eine Empfehlung auf offener Bühne aussprach. 

Fretello
© Fretello

Wenn Tim Cook, Chef des Tech-Giganten Apple, auf der großen Bühne lobende Worte für die eigene App findet, steht alles andere erstmal still. So auch bei Florian Lettner und Wolfgang Damm, den beiden Foundern von "Fretello", einem Linzer Start Up, welches eine KI-gestützte Lernapp für Gitarrenschüler entwickelte. Damm war live dabei, als Anfang Juni im Rahmen der Entwicklerkonferenz im Apple Hauptquartier in Cupernico, Kalifornien, ihre App auf die Leinwand projiziert wurde. Und damit auch per Livestream auf die Endgeräte von Millionen Zusehern auf der ganzen Welt.  

Über mangelndes Interesse kann sich das musikbegeisterte Team von Fretello seitdem nicht beklagen. Obwohl es schon davor gut lief für die Truppe rund um Wolfang Damm und Florian Lettner, die ihr Unternehmen 2014 aus der Taufe hoben, 2016 begann die Arbeit an Fretello. Bereits zwei Jahre später knackte das Team die Marke von 100.000 Nutzern, die mit Hilfe der smarten Lernapp das Gitarrenspiel erlernen möchten. Einen zusätzlichen Booster erhielt das Team auch durch einen Pitch in der TV-Sendung “2 Minuten 2 Millionen”, durch den 300.000 Kapital gesichert werden konnten.

Fretello
© Puls4 Der Fretello-Pitch bei "2 Minuten 2 Millionen"

KI-gestützte Gitarrenübungen

Die App unterscheidet sich in einer Sache nicht von einem Lehrer aus Fleisch aus Blut: Sie hört zu und erkennt Unsauberheiten im Spiel sofort. Das ist auch der Punkt, der Fretello wirklich einzigartig macht. Die Software ist in der Lage, mittels künstlicher Intelligenz eigenständig zu erkennen, welche Fehler in der Übung begangen werden. "Das ist, was die Konkurrenz macht. Malen nach Zahlen ist das alleinige Nachahmen von Sachen, ohne etwas über das Instrument zu erlernen. Genau das wollen wir nicht machen bzw. davon unterscheiden wir uns. Andere Systeme sind vielleicht in der Lage, zuzuhören und nach vordefinierten Schemata eine Bewertung abzugeben. Unsere Software erkennt auch kleine Fehler sofort und gibt gleich Feedback", erklärt Florian Lettner stolz.

Gemeinsame Gründerzeiten

Die beiden Geschäftsführer lernten sich im Rahmen eines Studentenprojekts an der FH Hagenberg kennen, wo beide Mobile Computing studierten. Beide haben Schwerpunkte in den Bereichen Computergrafik, Gaming und Signalverarbeitung. Während es Wolfgang Damm zunächst ins Silicon Valley verschlug, wo er für NVIDIA arbeitete, lehrte und forschte Florian Lettner weiter an der FH Hagenberg im Bereich Human Computer Interactions und Game Development. Bei Fretello kommen die Leidenschaften beider Gründer zusammen: Während Florian Lettner passionierter Musiker ist und das Schlagzeug und die Gitarre beherrscht, ist für Wolfang Damm das lebenslange Lernen eine Herzensangelegenheit.  

Es sind Hobbies, die sich gut ergänzen. Von einem ersten Büro in Hagenberg, welches gerade einmal zwei Personen Platz bot, stehen dem Team heute knapp 100m² in der neuen Werft in Linz zur Verfügung. Hier arbeitet die Hälfte der insgesamt 15 Mitarbeiter, der andere Teil des internationalen Teams ist quer über den Erdball verteilt und organisiert sich über den Instant-Messanger Slack.  

Große Erfolge für ein junges Team

In jüngster Zeit fiel Fretello in erster Linie durch Verträge mit großen Majorlabels auf wie Sony, EMI und zuletzt Kobalt/AWAL, einem der größten Rechteinhaber und Musik-Publisher weltweit. Damit können User zu Songs von unter anderem Queen, Motörhead, Elvis Presley, Ed Sheeran oder den Beatles üben. 

Nicht zuletzt deshalb hält die Begeisterung von Apple für Fretello weiter an. Die App wird im iTunes-Store prominent im "Back to School"-Bereich positioniert, einer Schulstart-Aktion für junge Nutzer. Außerdem gehört das Linzer Projekt zu den ersten Partnern von "Sign in with Apple", einem neuen Apple-Feature, welches als Login-Funktion für Apps oder Webseiten den Services von Google und Facebook Konkurrenz machen soll.  

Im Licht der jüngsten Erfolge blickt das Fretello-Team der Zukunft gelassen entgegen. "Für uns ist es ein Wahnsinns-Gefühl zu sehen, was wir in der kurzen Zeit alles erreicht haben. Es freut uns auch zu zeigen, dass man Musik auch in Österreich etwas erreichen kann und dass Musik als Geschäftszweig stärker in den Vordergrund rücken sollte. Wir sind jedenfalls noch lange nicht am Ende und haben bereits einige neue Ideen in der Pipeline", zeigt sich Wolfgang Damm motiviert. 

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