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Bioökonomie: Grüne Innovation als Chance

Das müssen Unternehmer über das Thema Bioökonomie wissen. 

Will Österreich seine seine Treibhausgasemissionen bis 2030 um 36 Prozent reduzieren, spielt das Thema Bioökonomie eine wichtige Rolle. Welche heimischen Unternehmen hier bereits aktiv sind und welche Chancen in diesem Bereich liegen.

Bioökonomie
© WKÖ

Bioökonomie spannt als nachhaltiges Wirtschaftskonzept eine Brücke zwischen Technologie, Ökologie, Bildung und Konsumverhalten. Sie soll Antworten auf die Herausforderungen geben, die eine veränderte Rohstoffbasis und neue innovative Produkte für Wirtschaft und Gesellschaft mit sich bringen. Hier bieten sich große Chancen für Österreichs Wirtschaft. Heimische Unternehmen sind bereits in etlichen Bereichen der Umwelt- und Energietechnologie weltweit führend und tragen dazu bei, dass innovative, CO2-arme Technologien mit Wertschöpfungseffekten in der EU entstehen. 

 

Die Bedeutung der biobasierten Industrie sowie von Branchen und Unternehmen in der Übergangsphase zur „Carbon-neutral circular economy“ wächst. Dabei gilt es, das Potenzial biologischer Ressourcen unter kompetitiven Kosten verstärkt auch für industrielle Prozesse, Produkte, biobasierte Zukunftsmaterialien und neue Technologien zu nutzen. Eine zentrale Rolle spielen erneuerbare, aber trotzdem begrenzte Rohstoffe, wie Holz und andere biogene land- und forstwirtschaftliche Ressourcen

Bereits im Juni 2019 organisierte die Wirtschaftskammer Österreich einen Stakeholder-Workshop mit Industrievertretern und Experten der Bundesministerien BMNT, BMVIT und BMDW. Hier wurden konkrete Maßnahmenvorschläge und Handlungsempfehlungen zu den Themen Bildung und Konsumverhalten, Klimawandel, neue Technologien, Anreize und Förderungen, Einsatz von Reststoffen und Nebenprodukten, effiziente Ressourcennutzung und Bioenergie erarbeitet.

Innovative Lösungen aus Österreich

Dass fossile Treibstoffe von heute auf morgen verschwinden, ist utopisch. Es gibt aber Möglichkeiten, den ökologischen Fußabdruck auch hier zu verringern. So arbeitet die OMV mit Co-Processing. Dies ist eine innovative Methode, bei der biogene Stoffe, wie beispielsweise Raps- und Altspeiseöl, gemeinsam mit Rohöl raffiniert werden, um Diesel mit einem höheren Bioanteil zu erzeugen. Im Gegensatz zur herkömmlichen Biokomponentenmischung verbessert das Co-Processing die Kraftstoffqualität – insbesondere den Energiegehalt. Die OMV strebt an, den Anteil an biogenen Rohstoffen, die in den Raffinerien mitverarbeitet werden, bis 2025 auf jährlich ~200.000 Tonnen zu steigern.

Biokraftstoffe können den ökologischen Fußabdruck verringern
© OMV Aktiengesellschaft Biokraftstoffe können den ökologischen Fußabdruck verringern

ANDRITZ lieferte drei Gezeitenströmungsturbinen für MeyGen, dem derzeit größten Gezeitenströmungskraftwerk der Welt, das aktuell vor der schottischen Küste gebaut wird. Als einer der globalen Marktführer für Wasserkraftwerke mit Firmenhauptsitz in Österreich ist ANDRITZ damit maßgeblich an einem wichtigen Projekt zur Erzeugung von erneuerbarer Meeresenergie beteiligt. MeyGen nutzt die enorme Strömungskraft zwischen Ebbe und Flut zur Energieproduktion. Nach der endgültigen Fertigstellung des Projekts wird MeyGen mit einer Gesamtleistung von 398 Megawatt 175.000 schottische Haushalte mit erneuerbarer und nachhaltiger elektrischer Energie versorgen.

Diese Gezeitenstromturbine erzeugt saubere Energie
© Andritz Hydro Diese Gezeitenstromturbine erzeugt saubere Energie

Grüne Wachstumswirtschaft


Technologien, Produkte und Dienstleistungen der Bioökonomie sorgen in der gesamten Wertschöpfungskette für nachhaltige Innovationen. Das betrifft zahlreiche industrielle und wirtschaftliche Sektoren, vor allem die Forst- und Landwirtschaft, die Holz-, Zellstoff- und Papierindustrie, Teile der chemischen und der Textilindustrie, den Bereich Bau- und Dämmstoffe, die Lebensmittelindustrie sowie die Bioenergie. Bereits heute beschäftigt der Sektor rund 350.000 Menschen und sorgt für einen jährlichen Umsatz von rund 52 Milliarden Euro. Auf europäischer Ebene soll die Bioökonomie bis 2030 eine Million neuer Jobs bereitstellen, so sieht es die 2018 überarbeitete EU-Strategie “A sustainable Bioeconomy for Europe: strengthening the connection between economy, society and the environment” vor. 


Übergreifende Kompetenzen aus Forschung und Technologie

Forschung, Entwicklung und Innovation (FTI) sind wichtige Säulen erfolgreicher Bioökonomie. Die Transformation des Wirtschaftssystems hin zur Nachhaltigkeit braucht ebenso systematische wie auch innovative Herangehensweisen in Forschung und Bildung. In diesem Bereich hat sich Österreich in den vergangenen Jahren als Kompetenzträger für Bioökonomie positioniert. 

Ein Drittel der österreichischen Universitäten ist im Bereich Bioökonomie aktiv. Einen besonderen Stellenwert nimmt  die Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) ein, die den internationalen Entwicklungstrend hin zu Bioökonomie bereits frühzeitig erkannte. Für 2019 ist hier die Gründung eines Zentrums für Bioökonomie geplant, welches als Anlaufstelle für Stakeholder aus Wirtschaft und Politik dienen soll.

In diesem Vortrag erklärt Miriam Lettner, Trägerin des BOKU Nachhaltigkeitspreis 2019, die Grundzüge der Bioökonomie. 

Die Umstellung auf erneuerbare Ressourcen ist nicht nur ein Paradigmenwechsel in technologischer Hinsicht. Sie ist auch ein kulturelles Projekt, da sie ein Bewusstsein für neuartige Lebensweisen schafft. Die Grundstrukturen der Rohstoff- und Energieversorgung werden massiv verändert - dafür ist eine enge Zusammenarbeit zwischen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft notwendig. (das

In der Umsetzung der Bioökonomiestrategie ist aus Sicht der Industrie eine möglichst breite Rohstoffbasis anzustreben. Marktverzerrende Eingriffe in den freien Wettbewerb und den Grundsatz der Material- bzw. Technologieneutralität sowie Bashing von nicht oder nur zum Teil mit biogenen Ressourcen wirtschaftenden Sektoren sind abzulehnen (das)

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