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Bioökonomie-Strategie: Empfehlungen der Industrie richtungsweisend für Aktionsplan 

WKÖ initiiert Dialogplattform - Einsatz biogener Rohstoffe und Verbesserung von Kreislaufwirtschaftskonzepten im Fokus

Bundessparte Industrie
© WKÖ

Experten aus Industrieunternehmen und Branchenverbänden erarbeiteten gestern gemeinsam mit Vertretern der Bundesministerien für Nachhaltigkeit und Tourismus (BMNT), für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) und für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort (BMDW) wichtige Eckpunkte des geplanten Bioökonomie-Aktionsplans. Die Dialogplattform, an der Repräsentanten der Fachverbände der chemischen Industrie, Holzindustrie, Metalltechnischen Industrie, Nahrungsmittelindustrie, Papierindustrie, Bergwerke und Stahl, NE-Metallindustrie, Stein- und keramischen Industrie und Textil- und Bekleidungsindustrie teilnahmen, fand auf Einladung der Bundessparte Industrie und der Abteilung für Energie- und Umweltpolitik der Wirtschaftskammer Österreich statt. 

Konkrete Maßnahmenvorschläge und Handlungsempfehlungen wurden insbesondere zu den Themen Bildung und Konsumverhalten, Klimawandel, neue Technologien, Anreize und Förderungen, Einsatz von Reststoffen und Nebenprodukten, effiziente Ressourcennutzung und Bioenergie erarbeitet.

Bioökonomie interdisziplinär und international denken

Bioökonomie spannt eine Brücke zwischen Technologie, Ökologie, Bildung und Konsumverhalten. Sie soll Antworten auf die Herausforderungen geben, die eine veränderte Rohstoffbasis und neue innovative Produkte für Wirtschaft und Gesellschaft mit sich bringen.

Wissensbasierte Bioökonomie verfolgt einen interdisziplinären Ansatz und umfasst alle industriellen und wirtschaftlichen Sektoren, die biologische Ressourcen produzieren, ver- und bearbeiten und nutzen. Bioökonomie soll die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft stärken und dazu beitragen, Herausforderungen wie dem Klimawandel und der Ressourcenknappheit erfolgreich zu begegnen. Im Exportland Österreich ist auch der internationale Kontext maßgeblich. Dies betrifft die nachhaltige und effiziente Rohstoffaufbringung, sowie auch Kooperationen im Bereich Innovation und Forschung, die die Betriebe dabei unterstützen, Wissen, Technologien und bioinspirierte Verfahren in die konkrete Anwendung zu bringen. 

Rohstoffsicherheit als Basis für Zukunftstechnologien 

In Österreich wird den Sektoren der Bioökonomie ein Umsatz von rund 52 Milliarden Euro jährlich mit  rund 350.000 Beschäftigten  zugeordnet. Die Bedeutung der biobasierten Industrie sowie von Branchen und Unternehmen in der Übergangsphase zur „Carbon-neutral circular economy“ wächst. Dabei gilt es, das Potenzial biologischer Ressourcen unter kompetitiven Kosten verstärkt auch für industrielle Prozesse, Produkte, biobasierte Zukunftsmaterialien und neue Technologien zu nutzen. Eine zentrale Rolle spielen erneuerbare, aber trotzdem begrenzte Rohstoffe, wie Holz und andere biogene land- und forstwirtschaftliche Ressourcen. Im weiteren Sinn geht es auch um die verbesserte Nutzung von Reststoffen, Nebenprodukten und Abfällen in innovativen Wiederverwertungs- und Recyclingkreisläufen.  

Nachhaltigkeit, Innovation und Klimaschutz 

Mit der Beschlussfassung der Nationalen Bioökonomiestrategie haben sich im März dieses Jahres die Bundesministerien BMNT, BMVIT und BMBFW darauf verständigt, ihre Aktivitäten in Richtung einer verstärkt biobasierten Wirtschaft und Gesellschaft in einer gemeinsamen politischen Strategie zu bündeln. Die Strategie ist eng mit der 2018 fertiggestellten Bioökonomie-FTI-Strategie mit Schwerpunkt Forschung verzahnt. Vor dem Hintergrund der neuen EU-Bioökonomiestrategie ist es das gemeinsame Ziel, die Erzeugung marktfähiger Produkte aus nachwachsenden Rohstoffen zu forcieren und verstärkt Nutzungskaskaden und Kreislaufwirtschaftskonzepte im Wirtschaftssystem zu implementieren. Damit sollen ein wichtiger Beitrag zur Erreichung der globalen Nachhaltigkeitsziele geleistet, die Dekarbonisierung des Wirtschaftssystems beschleunigt und neue Wertschöpfung und Green Jobs geschaffen werden. 

Breite Rohstoffbasis nutzen 

In der Umsetzung der Bioökonomiestrategie ist aus Sicht der Industrie eine möglichst breite Rohstoffbasis anzustreben. Marktverzerrende Eingriffe in den freien Wettbewerb und den Grundsatz der Material- bzw. Technologieneutralität sowie Bashing von nicht oder nur zum Teil mit biogenen Ressourcen wirtschaftenden Sektoren sind abzulehnen. Die Unternehmen dieser Branchen arbeiten mit großem Engagement an Technologien und Produkten mit verbesserter Rohstoff- und Energieeffizienz, an der Kreislaufführung von Stoffströmen und an der Reduktion von Treibhausgasemissionen. 

Umsetzung beschleunigen 

Die Industrie setzt sich dafür ein, dass rasch konkrete Maßnahmen identifiziert  werden. So muss die Umsetzung von Konzepten und Projekten der biobasierten Industrie, etwa in Form von Bioraffinerien, durch entsprechende Rahmenbedingungen und die Förderung  von Pilotanlagen und Prototypen beschleunigt werden. Die enge Einbindung und Weiterentwicklung etablierter Wertschöpfungsketten ist dabei sicherzustellen. Offene Fragen sind Flächenkonkurrenzen, die Versorgungssicherheit mit biogenen Rohstoffen, das Erkennen und Nutzen von Wachstumsmärkten oder die Wertschöpfung von Betrieben in der Phase des Strukturwandels. Entscheidend für die gesellschaftliche Akzeptanz der Bioökonomie wird nicht zuletzt sein, ob es gelingt, über technologische Konzepte hinaus auch dem Nachfrageverhalten am Markt gerecht zu werden. (PWK330/PM)

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