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Mariana Kühnel: "Der Jugend alle Möglichkeiten geben, Zukunftskompetenzen zu erwerben"

Die stellvertretende Generalsekretärin der WKÖ über notwendige Maßnahmen der Bildungspolitik in Österreich.

GSV Mag. Mariana Kühnel, M.A.
© WKÖ

Investitionen und Maßnahmen im Bildungsbereich stehen bei Österreichs Unternehmerinnen und Unternehmern weit oben auf der Wunschliste. Das ergab eine market-Umfrage, die im August 2019 im Auftrag der Wirtschaftskammer Österreich durchgeführt wurde. 

Die stellvertretende Generalsekretärin der WKÖ, Mariana Kühnel, stellt im Interview klar, welche Schritte für eine zukunftssichere Bildungspolitik gesetzt werden müssen.

Die Digitalisierung hat einen enormen Stellenwert für zukünftige Berufsprofile. Welche Bildungsmaßnahmen sind speziell in diesem Bereich notwendig?

Das Ziel ist, dass unsere Kinder und Jugendliche alle Möglichkeiten haben, Zukunftskompetenzen zu erwerben. Das sind natürlich digitale Kompetenzen wie ein intuitiver und sicherer Umgang mit Programmen und Apps, die Interpretation komplexer Daten, grundlegendes Coding, Datenschutz und Datensicherheit usw. Aber dazu zählen auch soziale Kompetenzen: Präsentation, Kommunikation, kritisches Denken und Kreativität. Was ändert sich? Der Maler von heute kümmert sich um Kundenberatung und Materialbeschaffung, streicht Wände und erledigt kaufmännische Abläufe vom Angebot bis zur Rechnung. Der Maler 4.0. wird künftig vor Ort 3D-Aufmaße erstellen können und die Materialbeschaffung online erledigen, vollautomatische Malroboter programmieren und diese für Routine-Malarbeiten einsetzen und die Kommunikation mit den Mitarbeitern in Echtzeit führen. Wichtig ist: vor dem Berufsprofil kommt die Berufsorientierung. Und da sind wir als WKO gefordert, die Jugendlichen in ihrer Welt abzuholen und ihnen Angebote zu machen – von der Information bis hin zu neuen Lernwelten. 

MINT-Fächer sind elementar, die Begeisterung dafür muss jedoch schon früh geweckt werden. Was braucht es, damit Österreich hier gut gerüstet ist?

Neugierde und Interesse an MINT können wir am besten vermitteln, wenn wir bereits im Kindergarten die Brücke zur Technik und deren spielerischer Anwendung legen – denn MINT, also Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik - umgibt uns überall im Alltag. Gleichzeitig verstärken wir den Bereich Wirtschaft in die Schule um Wirtschaftswissen und Unternehmergeist zu stärken und auf MINT Kompetenzen zu fokussieren. Bis 2021 erreicht unser Programm 500.000 Schülerinnen und Schüler in Österreich, die dadurch mehr Unternehmergeist, Eigeninitiative und Finanzkompetenz entwickeln.

Und welche Maßnahmen setzt die WKO, damit sich Kinder und Jugendliche (männlich und weiblich) dafür begeistern?

Dazu muss man sehr früh anfangen. Wir fördern deshalb in Kindergärten die Einrichtung von Spürnasenecken. Damit werden spielerisch Forschergeist und Neugierde bei unseren Kindern geweckt. Demnächst startet die Code-Week mit einer Auftaktveranstaltung, die ein vielfältiges Angebot aus dem Bereich der digitalen Grundbildung für alle Bildungsstufen umfasst. Begleitet wird der Event durch einen Lehrlingshackathon. Dieses Format soll in den kommenden Jahren auch modular in den Landeskammern ausgerollt werden. Forschergeist und technisch-naturwissenschaftliche Fähigkeiten fördern wir durch den Ausbau von offenen Technologie- und Impulslaboren.

Die Angebote in der dualen Ausbildung wachsen durch immer neue Lehrangebote, die zielgerichtet werden müssen. Welche Maßnahmen oder Projekte werden hier entwickelt?

Persönlich würde ich mir wünschen, wenn wir die Begeisterung für den eigenen Beruf wie gerade in Kazan bei den WorldSkills erlebt, auf die vielen tausenden jungen Menschen übertragen könnten, die vor einer Berufsentscheidung stehen. Ihnen kann man nur sagen: „Traut euch, es ist die richtige Wahl!“. Als Wirtschaftskammern sind wir in den Bundesländern mit den Berufsinformationsmessen und Berufsinformationszentren enorm aktiv, unter probierdichaus.at bieten wir eine maßgeschneiderte Plattform mit einem self-check und vielen anderen Tools.  Die WKO investiert zudem mit dem Berufsinformationscomputer BIC.at schon seit vielen Jahren in digitale Berufsorientierung. Zum Ausbau der Berufsorientierung werden virtuelle Betriebsbesichtigungen die Lehrberufe realitätsnah erlebbar machen.

Der “Campus der Wirtschaft” ist ein Leuchtturmprojekt der Bildungsoffensive. Was zeichnet dieses Projekt in erster Linie aus? 

Mit dem Campus der Wirtschaft wollen wir Unternehmen, Fachkräften, SchülerInnen und LehrerInnen den Zugang zu digitaler Spitzentechnologie – als Zukunftsfitness-Center für die österreichische Wirtschaft ermöglichen. Dazu werden modernste didaktische Bildungsangebote entwickelt und laufend evaluiert. Durch die Kooperation mit den unterschiedlichen Einrichtungen (HTL, HAK, AHS, FH, Berufsschule, …) auf nationaler und internationaler Ebene ist sichergestellt, dass diese Einrichtungen den Campus der Wirtschaft als Bildungsstätte unterstützen.

Bildung, auch über Wirtschaft, geht in der Schule los. Wie sollten Lehrpläne angepasst werden, um dieses wichtige Thema schon früh zu vermitteln?

Mit der aktuell stattfindenden Entwicklung zu kompetenzorientierten Lehrplänen ist schon eine recht gute Basis gelegt. Es geht nicht um „Lernstoff“, sondern um die Entwicklung von Kompetenzen. Diese sind mehrdimensional und lassen sich nicht in Fächer einsperren. So gut wie alle Themen, die in der Schule behandelt werden, haben eine wirtschaftliche Dimension. Wichtige Themen, wie Wirtschaft, Digitalisierung und auch Demokratie sollten durchgängig in den Lehrplänen verankert sein.


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