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Beschäftigungsboom macht Suche nach Lehrlingen immer schwieriger 

Gleitsmann begrüßt sinkende Arbeitslosigkeit – allerdings besteht ein regionaler Missmatch, den auch Lehrbetriebe zu spüren bekommen

Lehrlinge
© WKÖ

Mit einem Rückgang der Arbeitslosigkeit Ende Juli um 24.608 Personen im Vorjahresvergleich entwickelt sich der österreichische Arbeitsmarkt neuerlich positiv. Die Beschäftigung erreicht mit einem Plus von 85.000 Personen einen absoluten Spitzenwert und beweist einmal mehr die hervorragende Leistung der österreichischen Wirtschaft. Allerdings gibt es große regionale Unterschiede: Nach wie vor sind 4 von 10 arbeitslosen Personen in der Bundeshauptstadt arbeitslos gemeldet. „Die strukturellen Probleme am österreichischen Arbeitsmarkt, allen voran der regionale Missmatch, bleibt die größte Herausforderung und ist einer der Hauptgründe, dass Österreich im EU-weiten Arbeitsmarktranking erneut auf Platz 9 abgerutscht ist“, sagt daher Martin Gleitsmann, Arbeitsmarktexperte der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). 

Überregionale Vermittlung fördern

Besonders ausgeprägt sind die regionalen Unterschiede am Lehrstellenmarkt, was die Betriebe gerade jetzt, vor Start des neuen Ausbildungsjahres, bei der Suche nach geeigneten jungen Leuten zu spüren bekommen. Die WKÖ hat bereits vor mehr als zwei Jahren gemeinsam mit dem AMS Wien das Projekt b.mobile gestartet, um über 18-jährige Lehrstellensuchende - insbesondere aus dem Kreis der Asylberechtigten - für eine Lehrstelle im Westen zu begeistern. „Das Projekt ist erfolgreich angelaufen. Es wäre fatal, wenn die offenen Lehrstellen nicht besetzt werden könnten. In den nächsten Jahren würden der Wirtschaft gut ausgebildete Fachkräfte fehlen“, erläutert Gleitsmann. Und er ergänzt: „Eine Lehrstelle weg vom gewohnten Umfeld anzunehmen, sollte vielmehr als Chance für junge Menschen gesehen werden, auf sich selbst gestellt eine wertvolle Berufsausbildung zu machen. Hier braucht es ein Umdenken bei allen Beteiligten.“ Gleitsmann fordert daher den Ausbau der überregionaler Lehrstellenvermittlung durch Lehrstellenbörsen. 

Betriebsnahe Ausbildungen, punktgenau wo sie gebraucht werden

Ausbildungen, die den praktischen Teil direkt im Betrieb vorsehen, sind zweifelsfrei die erfolgreichste Aus- und Weiterbildungsschiene des AMS. „Die Teilnehmer lernen direkt aus der betrieblichen Praxis das Wissen, das sie brauchen und zwar in dem räumlichen Umfeld, wo sie später ihre Arbeit verrichten werden. Es ist sehr erfreulich, dass das Sozialministerium gemeinsam mit dem AMS diese effiziente Form der Ausbildung stärker forcieren möchte,“ so Martin Gleitsmann. 

Arbeitsaufnahme bei Älteren steigend

Neuerlich sehr positiv ist die Entwicklung bei den arbeitslosen Personen 50+. Seit Jahresbeginn haben 80.455 arbeitslose Personen 50+ wieder eine Beschäftigung aufgenommen. „Diese überdurchschnittliche Entwicklung ist sehr erfreulich und zeigt, dass sich der in den letzten Jahren forcierte Einsatz der Eingliederungsbeihilfe in diesem Alterssegment mehr als gelohnt hat. Erst kürzlich hat das AMS im Übrigen die guten Arbeitsmarkterfolge der Eingliederungsbeihilfe bestätigt. Die geförderten Personen weisen im Jahr nach der Förderung 40% mehr Beschäftigungstage auf als im Jahr davor. Dieser erfolgreiche Weg ist jedenfalls fortzusetzen,“ resümiert Gleitsmann. (PWK540/DFS)

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