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Auf dem Holzweg – der Trend geht zum natürlichen Wohnen 

Möbelindustrie mit Ausblick auf 2018

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Natürliches Wohnen ist seit Jahren der Trend Nummer eins, wenn es um die Einrichtung geht. In ihm manifestieren sich die Sehnsucht nach der Natur und der Wunsch nach einem analogen, einfachen Umfeld. Der Fokus auf die Natur ist eine Art Gegenbewegung in Zeiten des Wandels und der zunehmenden Technisierung des Alltags. Dieses Bewusstsein zeigte sich schon einmal während der Industrialisierung, die zu großen gesellschaftlichen Umbrüchen führte und in der sich die Romantiker in eine Erhöhung der Natur flüchteten. Die Digitalisierung erzeugt einen ähnlichen Effekt: Dem virtuellen, abstrakten, technischen Umfeld werden das Echte, das Authentische und die Natur entgegengesetzt. 

Im Wohnen sind natürliche Materialien denn auch seit Jahren der wichtigste Trend – und ein Ende ist nicht abzusehen. Auch 2018 wird Holz in den verschiedensten Ausführungen den Ton angeben.  Denn Holz ist das Wohlfühlmaterial schlechthin. Es fasst sich angenehm warm an, hat eine handschmeichelnde Oberfläche und sorgt für ein angenehmes Raumklima. Neben hellen Hölzern wie Eiche, die oft in lebendiger Sortierung oder weiß pigmentiert zum Einsatz kommt, spielen dunkle Hölzer wie Nussbaum eine große Rolle. 

Strukturierte Oberflächen

„Wir berühren unser Handy über 2000 Mal am Tag. Seine glatte und kalte Oberfläche steigert den Wunsch nach Haptik, nach strukturierten Oberflächen, nach Natürlichkeit“, so Georg Emprechtinger, Vorsitzender der Österreichischen Möbelindustrie. Samt, Wolle, Holz, neue Keramikoberflächen – alles, was die Hand gerne fühlt und dem Auge schmeichelt, wird gestalterisch eingesetzt. Gemixt wird bevorzugt Gegensätzliches: Glatte mit rauen Oberflächen, Warmes mit Kühlem, Weiches mit Sachlichem. Kontraste schaffen ein reizvolles Spannungsfeld, das dem Interieur eine besonders lebendige, individuelle Note verleiht.

Formen und Farben der Natur entlehnt

Nicht nur die Materialien sind der Natur entlehnt, sie inspiriert auch die Formen und Farben. Die organische, runde Formensprache gewinnt an Bedeutung. Abgerundete Kanten oder dynamisch geformte Fußlösungen bei Tischen und Stühlen lösen eine strenge kubische Linienführung auf und wirken als Weichzeichner. Und auch der Kreis als Gestaltungselement wird wiederentdeckt – bei kleinen Tischen oder Accessoires. Grau- und Blautöne, Salbei, Minze oder auch Gelb- und Orangetöne aus der Blumenwelt verleihen der Wohnung sinnliche Akzente. Einzelne Colortops wie Rot oder Grün setzen Brüche und verankern das Auge auf Interieur-Stars.

Neue Opulenz

Nach Jahren des Einfachen, Schlichten, Klaren zieht wieder eine gewisse Opulenz ins Wohnen ein: Das blaue oder bordeauxfarbene Sofa kombiniert mit wertvollen Teppichen und Stoffen erinnert an die Salonkultur der 20er Jahre, großzügig und ausschweifend. Auch dunkles Holz wie Nussbaum ist diesem Stil zuzuschlagen. Insgesamt erfährt kunstvolles Handwerk noch mehr an Bedeutung: Details werden liebevoll zelebriert und machen das Möbelstück zum Unikat.

Open Spaces

Das Wohnen in den nächsten Jahren wird geprägt sein von den Polen Individualität und Gemeinschaft – ihre Klammer bildet die Flexibilität. CoWorking Spaces machen es uns vor: Prozessoptimierte Strukturen, Kommunikationsinseln und Rückzugsoasen bestimmen die Gestaltung des modernen Offices. Auch im Wohnen gibt es den Anspruch an gemeinschaftliche Flächen und individuelle Rückzugszonen. Da im Zuge der städtischen Verdichtung immer weniger Wohnraum zur Verfügung steht, muss die Gestaltung eines Raumes oft mehr als eine Funktion bieten. Die Einrichtung und die Möbel werden daher künftig immer flexibler und sind mit zahlreichen Funktionen ausgestattet: Ein Auszugstisch, der schnell Platz für spontanen Besuch schafft, ein Sofa, das in wenigen Sekunden zum vollwertigen Bett wird, ein Couchtisch, der höhenverstellbar ist und bei Bedarf als Esstisch dient. „Die neuen Möbel sind flexibel und passen sich allen Grundrissen an“, fasst Emprechtinger den wichtigsten Wohntrend der nächsten Jahre zusammen. (PWK868/US)

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